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Montag, 1. Juni 2020

Rezension "Pretty Dead - Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte" von Stefanie Hasse

(c) Ravensburger

Sarah ist das beliebteste Mädchen der Fairchild Academy - doch der perfekte Schein trügt. Kurz nach ihrer Wahl zur Ballkönigin bricht sie tot zusammen. Wer könnte ein Motiv für ihren Mord gehabt haben?
Jeder in ihrem Umfeld scheint etwas zu verbergen, doch allen voran ihr Freund Chase und ihre beste Freundin Brooke tragen eine große Last mit sich herum: ihre Gefühle füreinander.
Aber auch Sarahs Stiefbruder Devin, ihr Kumpel Jam und ihre erklärte Feindin Piper stecken in einem Haufen Geheimnisse fest. Welches könnte so groß gewesen sein, dass Sarah sterben musste? Und wer wird für seine Vergehen büßen?


Die Geschichte:
Die Idee mit dem bösen beliebten Mädchen ist nicht unbedingt neu, jedoch ist es interessant, wie Stefanie Hasse die Handlungsfäden darum herum gesponnen hat. Die Geheimnisse der Charaktere kommen nicht zu schnell und nicht zu spät ans Licht, wobei man sich manches schon denken kann. Anderes hingegen überrrascht dann doch, vor allem zum Ende hin. Was mir ein wenig gefehlt hat, waren die großen Verdächtigungen. Hier und da kam mal kurz eine auf, die dann realtiv schnell jedoch wieder fallen gelassen werden musste. Und die Polizei ermittelt gefühlt auch gar nicht gegen die Personen in Sarahs Umfeld, die meisten werden nicht mal aktiv in der Handlung befragt. Da hätte man noch etwas mehr Dramatik einfügen können.

Die Charaktere:
Jeder Charakter bleibt in seiner Rolle. Diese wurde ihm schon auf dem Umschlag des Buches zugewiesen und daran ändert sich auch nichts. Dadurch fehlte mir ein wenig die Dreidimensionalität der Figuren. Man erfährt zwar noch einiges über ihre Hintergründe und ihre Geheimnisse, aber so richtig besonders waren sie nicht. Vor allem muss ich zugeben, dass Brooke und Chase mich beide irgendwann genervt haben, weil sie einfach so sehr darauf herumgeritten sind, nicht zusammen sein zu können - und es irgendwie doch waren. Außerdem wirkte keiner von ihnen super betroffen vom Tod ihrer Freundin. Selbst wenn die sich verändert und dieser eine große Vorfall Spuren hinterlassen hat, ich hätte etwas mehr Schock und Betroffenheit erwartet.
Am besten fand ich hier eigentlich noch Devin, der am meisten Menschlichkeit zeigt. Oder Piper, die mit ihrem Verhalten wenigstens noch Fragen aufwirft und an der eine Wandlung zu erkennen ist.

Der Schreibstil:
Steffis Schreibstil bleibt natürlich gewohnt gut zu lesen. Flüssig, leicht verständlich, man fliegt geradezu durch das Buch. Es kommen auch Emotionen herüber, obwohl den Figuren etwas fehlt. Ich hätte mir nur etwas mehr unterschiedliche Perspektiven gewünscht, vor allem zum Ende hin wechselte fast nichts mehr. Jams Sicht hätte man quasi komplett rauslassen können, dann wäre er zumindest auch etwas überraschender als Figur. Oder man hätte Pipers noch hinzufügen können, die dadurch fast etwas zu kurz kommt, obwohl sie eine Protagonistin ist.

Mein Fazit:
Leider muss ich sagen, dass "Pretty Dead" nicht so überzeugend war wie manch anderer Roman der Autorin. Es gab gute Ansätze und auch überraschende Wendungen. Aber das Buch wirkte eher so 75% ausgearbeitet, mir fehlte das letzte Quäntchen an gefühlt allem. Vor allem Dramatik und Identifzierbarkeit mit den Figuren waren nicht genügend vorhanden.
Für Jugendthriller-Einsteiger gut geeignet, genauso wie für die Zielgruppe ab 14 Jahren. Aber für mich nicht ausgereift genug für eine Top-Bewertung.

Sabrina S. Says:

 (eigentlich 3,5 Bücherstapel)



                                                                                

Erschienen beim Ravensburger Buchverlag
Erscheinungsdatum: 29.5.2020

ISBN: 978-3-473-40195-6
Hardcover, 384 Seiten

Preis: 16,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich 

Bestellbar unter anderem bei geniallokal
                                                                                 

Danke an den Ravensburger Buchverlag für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 17. Mai 2020

Rezension "Promised" von Kiera Cass

https://www.fischerverlage.de/buch/kiera_cass_promised/9783737350976
(c) Fischer Sauerländer

Hollis ist die Favoritin des Königs von Coroa. Ihrer Familie nach ist es ihr bestimmt, Königin zu werden. Und darauf arbeitet sie hin. Es gäbe auch deutlich schlimmere Schicksale, als Jamesons Frau zu werden.
Wie das der Familie Eastoffe, die aus dem Nachbarland Isolte flüchten musste und nun Unterschlupf in Coroa sucht. Silas, der älteste Sohn mit den strahlend blauen Augen zieht Hollis sofort in seinen Bann. Und plötzlich zweifelt sie daran, ob ihr vorgegebener Weg der richtige ist ...


Vorsicht, die Rezension könnte angedeutete Spoiler enthalten!


Die Geschichte:
Ich hatte mich auf eine Dreiecksgeschichte wie in "Selection" gefreut - und wurde enttäuscht. Nur kurz steckt Hollis in einer kniffligen Liebessituation fest, die ich absolut nicht nachvollziehbar fand. Zwischen dem Fremden, der nur ein paar Worte und ein Paar blaue Augen braucht, damit sie ihr Leben umkrempelt. Der König, der auf einmal doch nicht mehr so liebenswert ist wegen einer Entscheidung. Dabei war sie am Anfang des Buches komplett von ihm überzeugt. Wieso, erfährt man kaum, weil man mitten in die Handlung hineingeworfen wird und alles als selbstverständlich gilt.
Dazu kommen die viel zu lasch gelösten Konflikte. Als wollte die Autorin alles möglichst harmonisch darstellen, möglichst märchenhaft - bis zum großen Knall. Dieser hatte zwar tatsächlich eine große und gute Wirkung, kann aber die fehlenden Emotionen und Sympathien von zuvor nicht wettmachen.

Die Charaktere:
Ich habe noch nie einen wankelmütigeren Charakter gesehen als Hollis. Klar, wenn die Familie einem den Weg vorbestimmt hat, ist man selbst oft nicht komplett davon überzeugt. Aber sie wirkte so, als wollte sie wirklich Jameson heiraten und auf den Thron. Bis Silas kam. Und schon wurde jede ihrer Ambitionen über den Haufen geworfen. Sie wollte gar nicht mehr ihr Reich an erste Stelle setzen, obwohl sie doch mitbekommen haben muss, dass sie eine gute Königin geworden wäre. Stattdessen will sie auf einmal etwas, das zuvor nie zur Sprache kam. Es ist, als wäre sie ein naives Kind, das ein Abenteuer möchte - und nicht den anderen Mann.
Sowohl Silas als auch Jameson waren mir ebenso wenig sympathisch. Silas hat einfach immer das Richtige gesagt und hat richtig gut ausgesehen. Persönlichkeit fehlte ihm komplett.
Jameson mochte ich von Anfang an eigentlich lieber, weil er zur Abwechslung mal ein guter König ist, der nicht gestürzt werden muss. Durch Hollis' Sicht wirkte er jedoch zunehmend unattraktiver. Was ich nicht nachvollziehen konnte. Hätte er nach der ersten größeren Wende schlecht reagiert, hätte ich die Entwicklungen vielleicht noch eher nachvollziehen können. Aber prinzipiell konnte ich nur schwer verstehen, warum Hollis es nicht mal in Erwägung gezogen hat, bei ihm zu bleiben.
Insgesamt hatten die Nebenfiguren wie Delia Grace oder Hollis' Eltern mehr Charakter als die Protagonisten.

Der Schreibstil:
Als ich "Selection" gelesen habe, war ich noch deutlich jünger, sodass mir der einfache Schreibstil von Kiera Cass gut gefallen hat. Er vermittelte in der Reihe auch mehr Emotionen (wenn auch kein Übermaß). In "Promised" jedoch kam überhaupt nichts rüber. Es fehlten mehr innere Monologe, damit man Hollis' Entscheidungen, ihre Wünsche und ihr Umdenken nachvollziehen kann.
Außerdem war die Welt als gegeben vorausgesetzt. Man bekam kaum Hintergrundinformationen, wie das mit dem Königshof läuft. Irgendwie wohnen einfach alle da. Und der König pickt sich irgendwann eine Frau aus den adeligen Damen heraus. Und die Beziehung zu Isolte ist kompliziert. Fertig. Und eindeutig zu wenig.

Mein Fazit:
Meine Erwartungen waren auf jeden Fall zu hoch angesetzt. Das Buch wirkte eher wie ein unausgereiftes Debüt. Ich weiß nicht, ob ich die "Selection"-Reihe gelesen hätte, wenn sie nach "Promised" erschienen wäre.
Es tut mir in der Seele weh, das Buch schlecht bewerten zu müssen. Aber je mehr ich darüber schreibe oder rede, desto klarer wird mir, dass es unfair wäre, eine mittelmäßige Bewertung zu vergeben, wenn es so viele Mankos gab. Egal, ob "Promised" von Kiera Cass geschrieben worden ist. Egal, ob es bei einem großen Verlag veröffentlicht wurde. (Der ja nur die Lizenz gekauft hat und mit dem Inhalt des Buches abgesehen von der Übersetzung ja nichts zu tun hatte. Und den dadurch keine Schuld trifft.)
Ich finde jedenfalls, das ganze Buch war zu wenig von allem. Die überraschend gute Wendung am Ende macht noch ein bisschen was gut - ich habe jedoch das dumpfe Gefühl, in Band 2 wird die Autorin das wieder zerstören. Weil sie lieber das Märchenhafte hat als das Dramatische, das Komplizierte. Aber das werde ich wohl erst im Frühjahr 2021 erfahren.

Sabrina S. Says:




                                                                                

Erschienen bei Fischer Sauerländer
Erscheinungsdatum: 7.5.2020

ISBN: 978-3-7373-5097-6
Hardover, 368 Seiten

Preis Hardcover: 17,00 €
Preis E-Book: 9,99 €

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: The Betrothed

Bestellbar unter anderem bei Fischer

                                                                                

Samstag, 9. Mai 2020

Rezension "Star Crossed - Silberblut" von Alexandra Stückler-Wede


https://www.thienemann-esslinger.de/planet/buecher/buchdetailseite/stars-crossed-isbn-978-3-522-65452-4/
(c) Thienemann-Esslinger

Als Kenna das erste Mal auf den geheimnisvollen Caster trifft, spürt sie sofort eine merkwürdige Verbindung zu ihm. Welche sie weder erklären noch zulassen kann - schließlich hat sie schlimme Erfahrungen damit gemacht, sich in einen Menschen zu verlieben.
Denn Kenna ist eine Erua, ein Silberblut, und stammt von dem sterbenden Planeten Aureon. Zusammen mit ihrer Familie ist sie auf die Erde gekommen, um ein Heilmittel zu finden. Doch das gefährliche Institute macht Jagd auf sie. Und nicht nur auf sie. Wie ist Caster in die ganze Geschichte verwickelt?
Der Kampf um das Leben von Mensch und Erua, um die Erde und Aureon beginnt ... 



Die Geschichte:
Ich fand den Klappentext spannend zu lesen, da ich ja momentan sowieso häufig nach Science-Fiction greife. Hier in Verbindung mit der realen Welt wollte ich sehen, wie eine starke weibliche Hauptfigur die wichtigste Rolle spielt. Was zwar auch der Fall ist, aber gleichzeitig ist sie fast nur umgeben von männlichen Protagonisten. Die ihr zwar in Sachen Fähigkeiten nicht das Wasser reichen können, die aber stetig an ihr kleben, als hätte sie sie dringend nötig.
Die ganze Geschichte plätscherte auch eher vor sich hin, die Bedrohungen waren schnell aus dem Weg geschafft. Erst das Ende brachte etwas mehr Spannung und Action hinein.

Die Charaktere:
Ich hätte Kenna gerne als eigenständige Persönlichkeit gesehen, die Dinge in die Hand nimmt. Leider ist sie gefangen zwischen der menschlichen Teenie-Welt und dem ganzen Gefühlsdrama um Caster und ihren Exfreund. Die Bedrohung für Aureon hat sie zwar immer im Hinterkopf, aber viel zu tun mit seiner Rettung hat sie im Grunde nicht - trotz ihrer enormen Fähigkeiten, die sie tadellos zu beherrschen scheint. Was schade ist, ein paar Schwierigkeiten mit der Magie oder eine größere Rolle bei der Hilfe für Aureon hätten ihr noch mehr Persönlichkeit verliehen.
Caster/Emerald (kein Spoiler, das ganze Buch fängt aus seiner Perspektive an) habe ich leider als sehr nervigen Charakter in Erinnerung. Er schlägt um sich, ist abweisend, eifersüchtig, übellaunig ... was natürlich mit seiner Vergangenheit zu erklären ist. Trotzdem konnte ich das ganze Buch über keine Sympathie für ihn aufbringen. Und so hart es sich auch anhört: Wäre er nicht das Love-Interest von Kenna, man hätte ihn beinahe auch aus der Geschichte herauskürzen können. Die meisten Konflikte betrafen sowieso Kenna und ihre Familie.
In einer Fortsetzung wird seine Rolle vermutlich etwas wichtiger, aber für Band 1 war höchstens seine Hintergrundgeschichte stark genug, nicht Cas/Em in der jetzigen Storyline.
Eine andere Figur, die erst später in Erscheinung tritt, hat mir allerdings vom Charakter her ganz gut gefallen. Sein Auftauchen und seine Hintergründe waren etwas zu perfekt für die Geschichte, mich hat er trotzdem überzeugt.

Der Schreibstil:
Eigentlich bevorzuge ich einen simplen Schreibstil. Hier war er schon fast etwas zu simpel. Sehr beschreibend, wenig zeigend. Sowohl in den Dialogen als auch im Erzähltext. Der ganze Stil wirkt noch etwas unausgereift.
Das merkte man auch an der Namensnennung der Figuren. Sobald Kenna von Casters richtigem Namen weiß, nennt sie ihn fast in jedem ihrer Sätze bei dem Spitznamen, den sie sich für ihn ausgedacht hat: Em. Dabei spricht man einen Menschen gar nicht so oft mit dem Namen an, wenn man direkt neben ihm steht.
Im Erzähltext wird dann auch häufig zwischen dem ganzen Namen und dem Spitznamen hin und her gewechselt, das Gleiche gilt unter anderem auch für Arron/Ronny, Kennas Bruder. Das war etwas nervig, hier hätte ich mir eine einheitliche Regelung gewünscht.
Am meisten gestört hat mich allerdings, dass die Ich-Erzähler der zwei Protagonisten Kenna und Emerald so gleich klangen. Oftmals musste ich wirklich überlegen, wessen Perspektive ich gerade eigentlich lese. Das hat beide ein wenig Farbe gekostet.

Mein Fazit:
"Star Crossed - Silberblut" wird erst zum Ende hin aufregend und emotional. Was die Neugier auf eine Fortsetzung hoch hält. Leider stimmte für mich jedoch fast der ganze Rest des Buches nicht, um als wirklich lesenswert zu gelten. Viele angebliche Überraschungen waren etwas zu klischeebehaftet, die Liebesgeschichte zu vorhersehbar und nicht nachvollziehbar genug (magische Verbindungen sind für mich einfach nicht alles, ganz zu schweigen von der Schönheit der weiblichen Protagonistin). Ich muss auch zugeben, es hat mich ein wenig an "Obsidian" von Jennifer L. Armentrout erinnert. Sowohl von den Fähigkeiten her als auch von den Klischees.
Und beide Bücher haben mich auch nicht überzeugt.

Sabrina S. Says:


(aufgerundet, eigentlich eher 2,5 Bücherstapel)


                                                                                

Erschienen bei Loomlight (Thienemann-Esslinger)
Erscheinungsdatum: 27.3.2020

ISBN: 978-3-522-65452-4
E-Book, 381 Seiten

Preis: 3,99 €

Bestellbar unter anderem bei Thalia und Amazon

                                                                                 

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Loomlight (Thienemann-Esslinger) zur Verfügung gestellt.

Samstag, 2. Mai 2020

Rezension "Blackcoat Rebellion - Das Los der Drei" von Aimée Carter

https://www.harpercollins.de/products/blackcoat-rebellion-das-los-der-drei-9783748800378

Als Kitty als III eingestuft wird, ist ihr klar, dass ihre Chance auf das Leben, das sie sich wünscht, vorbei ist. Doch als sich ihr unter den widrigsten Umständen auf einmal die Möglichkeit bietet, eine VII zu werden, greift sie zu.
Jedoch wird ihr allzu schnell klar, was diese Entscheidung bedeutet. Sie wird mitten hineingeworfen in Intrigenspiele der mächtigsten Familie. Wem kam sie hier trauen? Nichts ist so, wie es scheint.
Und dann taucht auf einmal ihr Freund Benji auf, den sie am liebsten in Sicherheit wüsste. Nur was ist schon Sicherheit, wenn jeder jeden bedroht, um zu bekommen, was er will?


Die Geschichte:
Am Anfang war ich der Geschiche gegenüber eher skeptisch. Alles wirkte noch sehr naiv, mir fehlten ein wenig die Hintergrundinformationen. Erst als Kitty dann bei den Mächtigen des Landes ist und sich herausstellt, welche Aufgabe sie erfüllen soll, geht es richtig los. Ein wenig zieht es sich alles trotz der wenigen Seiten. Und immer wieder kommen Wendungen, die alles über den Haufen werfen. Es ist alles in allem etwas chaotisch. Trotzdem wollte ich wissen, wie das Buch ausgeht. Insbesondere, wer überleben wird.
Das Buch ist übrigens kein Fantasy-Roman, sondern eine Art Dystopie!

Die Charaktere:
Selten sage ich, dass die Idee besser ist als die Charaktere. Aber hier ist das eindeutig der Fall. Jeder wirkte in seinen typischen Charakterzügen etwas klischeehaft und zu perfekt in seiner Rolle. Die Harmonie zwischen allen Figuren war auch etwas zu stark trotz all der Konflikte. Es ist schwer zu erklären, aber mir fehlten vor allem Dreidimensionalität und Sympathie. Da hat kein Charakter wirklich eine Ausnahme gebildet.

Der Schreibstil:
Man merkt, dass die Autorin mit Kinderbüchern begonnen hat. Der Schreibstil ist überwiegend beschreibend und einfach. Das funktioniert in Büchern ab 10 vielleicht, aber "Blackcoat Rebellion" wird sogar für ab 14 eingestuft. Dafür war der Stil nicht emotional genug. Er hat mich mitgenommen durch das Buch, mich jedoch nicht von den Charakteren oder der Geschichte überzeugt.

Mein Fazit:
"Blackcoat Rebellion - Das Los der Drei" ist in meinen Augen in Kinderbuch, in das ein paar grausame Elemente eingearbeitet worden sind. Von einem Jugendbuch erwarte ich grundsätzlich mehr. Von den Charakteren und vom Schreibstil her.
Grundsätzlich möchte ich zwar wissen, wie die Geschichte weitergeht (der Klappentext von Band 2 spoilert allerdings vehement!). Doch eher, um zu sehen, ob sich sowohl die Figuren als auch die Autorin weiterentwickeln.
Wenn man ein weniger anspruchsvolles Jugendbuch sucht, kann man zu "Das Los der Drei" greifen. Und ich würde es tatsächlich auch schon ab 12 Jahren empfehlen, weil die grausameren Elemente nicht wirklich schlimm geschildert sind, genauso wenig wie zum Beispiel die Liebe zwischen Kitty und Benji.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen beim Dragonfly Verlag (HaperCollins)
Erscheinungsdatum: 24.3.2020

ISBN: 978-3-7488-0037-8
Hardcover, 320 Seiten

Preis Hardcover: 17,00 € (D) 
Preis E-Book: 12,99 € (D)

Originaltitel: Pawn

Bestellbar unter anderem bei HarperCollins
                                                                                

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Harper Collins zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 31. Dezember 2019

Mein Lesejahr 2019 - Teil 1: Jugendbuch und New Adult

Ich habe sehr viel gelesen im letzten Jahr. Wahrscheinlich eine Begleiterscheinung meiner Ausbildung zur Buchhändlerin. Allerdings nicht die einzige. Denn zugegenermaßen werde ich auch kritischer, was das Lesen angeht. Je mehr Bücher aus einer Richtung man kennt, desto schwieriger ist es, sich noch richtig begeistern zu lassen. Weil vieles nicht mehr so innovativ erscheint. Vor allem im New-Adult-Bereich.
Aber so ist es für mich zumindest einfacher, die richtigen Highlights herauszufiltern. Und egal, ob 2019 erschienen oder früher, ich präsentiere euch hiermit mein positives Lesejahr 2019. Beginnend mit den Genres Jugendbuch und New Adult:

Jugendbuch:

 

Endlich mal wieder eine Dystopie im Stil von "Die Bestimmung"! Irgendwann gingen mir solche Bücher auf die Nerven, weil man eine Zeit lang regelrecht davon überschüttet wurde. Jetzt war es mal wieder sehr erfrischend. Und vor allem eine sehr spannende Zukunftsversion mit nur noch einem jungen Mädchen auf der ganzen Welt. Wie stellt man so die Existenz der Menschheit sicher? Und was will Eve eigentlich?
Sabrina S. Says: Meine Lieblings-Dystopie aus dem letzten Jahr!


(c) Carlsen
Left to fate - Gloria Trutnau (Carlsen Verlag)
Der Gewinner-Titel des 2. Schreibwettbewerb von tolino media und Carlsen Impress konnte mich im Gegensatz zum ersten Sieger dieses Mal auch überzeugen. Die gesamte Idee war nicht so neu, wenn man "Flawed" von Cecelia Ahern und "Infernale" von Sophie Jordan gelesen hat. Aber die Umsetzung war gut, das Setting glaubhaft gestaltet. Und aufs Ende zu gibt es noch mal eine Riesenüberraschung.
Sabrina S. Says: Ein gelungenes Debüt!

(c) Bastei Lübbe


Der Klang der Täuschung - Mary E. Pearson (one Verlag)
Auch der 1. Band der Spin-off-Dilogie der "Chroniken der Verbliebenen" muss zu meinen Highlights dazugezählt werden. Die Geschichte ist zwar komplett anders, aber man erfährt noch ein bisschen was über die ursprünglichen Charaktere. Dazu die neuen, die wie immer sehr lebendig sind. Und das ganze Setting, die Story - hat mich einfach alles überzeugt.
Sabrina S. Says: Ich bin sehr gespannt auf Band 2!


(c) Fischer Sauerländer
Iron Flowers - Die Kriegerinnen - Tracy Banghart (Fischer Sauerländer)
Nach dem sehr überraschenden Vorgänger war ich wirklich neugierig auf dieses Buch. Tatsächlich rückt man noch um einiges weiter von dem "Selection"-Flair weg, es geht wirklich hart her teilweise. Man fiebert auch immer mit den zwei Schwestern mit, ob sie sich wiederfinden, was sie erreichen können. Ihre Entwicklung ist einfach super.
Sabrina S. Says: Wer Bücher mit starken Frauenfiguren lesen will, muss zu "Iron Flowers"-Dilogie greifen!




New Adult:

(c) Lyx

 

Obwohl teilweise recht viele kritische Stimmen zu "Hope again" aufkamen, habe ich mich davon nicht beeinflussen lassen. Es war vielleicht wirklich nicht der beste Teil der Reihe, aber ich mochte Everly als Charakter sehr gerne. Und natürlich war die ganze Dozent-Studentin-Situation auch kompliziert sowie die sonstigen Probleme der beiden.
Sabrina S. Says: Ich mag einfach, wie Mona Kasten erzählt und Charaktere erschafft. Das ist ihr hier auch gelungen.


(c) Droemer Knaur
(c) Droemer Knaur
New Beginnings & New Promises - Lilly Lucas
(Droemer Knaur)
Eine neue Reihe von einer Autorin aus meiner Gegend - da musste ich natürlich reinlesen. Und dabei ist es nicht geblieben. Die Geschichten sind beide wirklich schön und locker-flockig erzählt. Die sich durchziehende Ski- und Snowboard-Thematik fand ich auch sehr gut, das wird als Sport oft außen vorgelassen, was ich sehr schade finde, da ich ein Wintersport-Fan bin (im Bezug aufs Anschauen, nicht aufs Selbstmachen).
Sabrina S. Says: Jugendlich erfrischende und weitgehend glaubhafte Geschichten bzw. Charaktere. Mit einem kleinen Promi-Faktor als Sahnehäppchen ;)


(c) Droemer Knaur
Sinking Ships - Tami Fischer (Droemer Knaur)
Lustigerweise habe ich mit Band 2 der "Fletcher University"-Reihe angefangen - und das auch noch als Hörbuch! Total ungewöhnlich für mich, da ich eigentlich gerne nach der Reihe (selber) lese. Aber mich hat auch das Thema von Band 2 irgendwie mehr angesprochen, da ich die Konstellation Bad Girl und Good Boy spannender fand. Wobei man sehr viel über Carla und Mitchell lernt, das diese Bilder etwas revidiert.
Sabrina S. Says: Emotional vielschichtig, mit den unterschiedlichsten Themen ausgestattet - und mit einer gewissen Portion Witz. Ich war überzeugt und freue mich auf Band 1 und den im Juli erscheinenden 3. Band!


Der 2. Teil meiner Jahreshighlights erscheint nächste Woche und hier zeige ich euch noch diverse Titel aus dem Genre der Spannung - also Jugendthriller ebenso wie Krimes und weitere überraschende Bücher. Seid gespannt! (Leider kein guter Wortwitz ;D)

Sabrina S.


Donnerstag, 26. Dezember 2019

Meine Lese-Enttäuschungen des Jahres 2019

Hm, was ist der Unterschied zwischen einem Flop und einer Enttäuschung in Buchhinsicht? Für mich gibt es da eine klare Linie: Flops sind Bücher, an die man ohne große Erwartungen herangegangen ist. Enttäuschungen dagegen sind Titel, von denen man viel erwartet hat - und die dann letztendlich nicht heranreichen konnten.

Heute präsentiere ich euch Letzteres. Und wahrscheinlich fühlt ihr euch bei dem ein oder anderen Titel fast ein wenig angegriffen, weil auch Bücher dabei sind, die gehypt wurden. Ich hoffe allerdings, keinen Shitstorm für meine Meinung zu ernten. Da ich mich sowieso oft nicht traue, meine Meinung laut auszusprechen (wie ihr anhand meines Blog-Mottos wohl wissen dürftet), ist es schon eine Überwindung, Negatives hier zu platzieren. Aber natürlich tausche ich mich gerne mit euch aus, wenn ihr das Bedürfnis habt. Meine Mailadresse info(at)sabrina-schumacher.com steht offen, genauso wie mein Instagram-Profil und meine Facebook-Seite.

Jetzt geht es jedoch nach dem ganzen Geschwafel los mit meinen Buch-Enttäuschungen 2019:



(c) ueberreuter
Schande über mich, ich hatte tatsächlich bis zu diesem Buch noch keins von Ava Reeds Werken gelesen! "Spiegelsplitter" habe ich zwar auf meinem E-Reader, allerdings weil ich es mal gewonnen habe. Und da ich schon so viel Gutes von ihren Büchern gehört habe und sie auch im Social-Media-Bereich total sympathisch finde, dachte ich mir, ich muss ihr persönlichstes Buch auf jeden Fall lesen.
Leider muss ich jedoch gestehen, mir hat der ganze Erzählstil überhaupt nicht gefallen. Auch der Aufbau des Buches, die dargestellten Ereignisse ... Irgendwie konnte ich mich überhaupt nicht daran gewöhnen. Was nichts mit den schwierigen Thematiken zu tun hat, vor allem das Thema Depressionen ist auch etwas, mit dem ich mich teilweise selbst beschäftige. Aber irgendwie konnte ich das Buch mit diesem schwierigen Thema nicht zusammenbringen. Es war teilweise eher eine Beschreibung des Lebens mit der Krankheit, die letzten aufwühlenden Emotionen fehlten.
Sabrina S. Says: Wirklich schade, aber für jüngere Leser(innen) als mich eventuell besser geeignet.



(c) blanvalet
Puh, wie ich es hasse, gleich zwei Bücher einer Autorin hier mit aufnehmen zu müssen, die mich wirklich positiv überrascht hat. Mit "Now und Forever - Weil ich dich liebe" hat mich Geneva Lee nämlich eigentlich überzeugt. Und ich mag es ja grundsätzlich, wenn in einer New-Adult-Reihe Charaktere aus den Vorgängern auftauchen.
(c) blanvalet
Das war hier zwar der Fall, aber die ganze positiven Überraschungen waren weg. In "With or without you" war alles sehr plump und vorhersehbar. Jess als Charakter konnte ich kaum wiedererkennen.
Auf "Only with you" hatte ich mich besonders gefreut, da ich Cassie lieb gewonnen hatte. Nur leider führt einen hier der Klappentext total in die Irre. (Vorsicht, Spoiler!) Statt einer Liebesgeschichte und großen Wiedervereinigung mit ihrem Exfreund geht es hier um eine Liebesgeschichte zwischen Cassie und ihrem Chef. Also schon wieder eine Art Verbotene-Liebe-Thema. An sich war das Buch zwar deutlich besser als Band 2, aber ich hatte anderes erwartet. Und der große Konflikt am Ende hat auch gefehlt.
Sabrina S. Says: Mir gefallen New-Adult-Geschichten von deutschen Autorinnen inzwischen weitaus besser. Bei amerikanischen wirkt wie in diesen beiden Büchern sehr viel gestellt und klischeehaft.



(c) Ravensburger Buchverlag
Oh, ich kann es fühlen, wie ihr mich jetzt schon zu hassen beginnt, bevor ich überhaupt ein Wort zu diesem Buch niedergeschrieben habe ...
Jedenfalls glaubt ihr nicht, wie leid es mir tut, "One True Queen" Band 1 hier aufführen zu müssen! Aber ich hatte so hohe Erwartungen nach all den positiven Stimmen - und die konnten leider nicht erfüllt werden. Ich hätte es mir echt gewünscht, mal wieder einen Titel in der Jugendbuch-Abteilung gehabt zu haben, den ich jedem in die Hand drücken konnte. Diese Pläne haben sich leider zerschlagen (nicht nur, weil ich kurz nach dem Erscheinen wochenlang krank geschrieben war). Womöglich hat das Buch dadurch auch etwas gelitten, weil es mir nicht gut ging in der Zeit, als ich es gelesen habe. Das will ich gar nicht abstreiten. Nur lag es wirklich wochenlang herum und ich kam kaum weiter. Es waren einfach zu viele Seiten, zu viel Handlung - und gleichzeitig auch wieder nicht. Es war einfach zäh zu lesen trotz der vielen guten Ideen und Charaktere. Maylin hat mir hier teilweise noch am wenigsten gefallen. Und wenn einen die Protagonistin nicht richtig mitzieht, ist es ohnehin schwierig.
Sabrina S. Says: Für "Alice in Wonderland"-Fans super. Auch für alle, die der Jugendbuch-Fantasy von vor ca. 10-15 Jahren hinterhertrauern. Für mich leider nur Durchschnitt - aber Band 2 muss ich trotzdem lesen!


Einen Titel habe ich hier bewusst nicht mit aufgenommen, weil ich ihn quasi gerade erst beendet habe. Dazu schreibe ich noch einmal eine separate Rezension. Und das wird leider auch ein Titel sein, den viele von euch lieben. 
Manchmal frage ich mich echt, ob bei mir etwas falsch läuft, weil ich manche Bücher nicht auch mag. Aber wahrscheinlich kriege ich nur die positiven Rezensionen und so mit, weil viele das Negative nicht teilen. Was ich mich inzwischen traue - und ich wurde noch nicht gesteinigt! Also vertraut auf euren Instinkt und sagt eure Meinung zu dem ein oder anderen Buch. Manche Leser werden euch diese Warnung danken ;)

Sabrina S.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Meine Lese-Flops des Jahres 2019

Wie sagt man so schön? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und bevor ich euch meine Highlights präsentiere, reiße ich euch erst noch einmal mit in die triste Stimmung der Flops. Denn von negativ zu positiv ist doch eindeutig erfreulicher als andersherum, oder? ;)
Allerdings habe ich hier nicht nach Genres sortiert, bei den Highlights wird das anders sein, da ich davon eindeutig mehr hatte als von den Flops. Also noch mehr Positives - ich weiß gar nicht, wie das sein kann, wo doch in meinem Leben so viel Negatives passiert ist in der letzten Zeit ... (Dazu vielleicht ein andermal mehr.)

So, nun aber zu den Büchern, die ich eindeutig nur mit 2 Sternen bewerten würde. 
(Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise keine 1-Sterne-Bewertung vergebe - da muss schon wirklich alles schief gegangen sein, inklusive Grammatik, Rechschreibung, Erzählstil und Aufbau.)


(c) Ravensburger Buchverlag
Ehrlich, jetzt im Dezember kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass ich dieses Buch gelesen habe. Gut, das ist jetzt auch schon länger her und das war während meinem zweiten Berufsschulblock in Frankfurt, dennoch - mir fällt kaum noch die Handlung ein.
Das ist kein gutes Zeichen. Genauso wie die Tatsache, dass ich das während meiner Buchhändler-Ausbildung nie jemandem in die Hand gedrückt habe.
Ich weiß nur noch, die Charaktere fand ich allesamt nicht gut, die Story hat sich gezogen und das Ende war ziemlich merkwürdig.
Sabrina S. Says: Auf jeden Fall werde ich die Fortsetzung nicht lesen.


(c) Lyx
Hat mir leider gar nicht gefallen. Die Charaktere konnten überhaupt keine Sympathie gewinnen, vor allem Adele hat mich ziemlich genervt mit ihrer ganzen Art. Außerdem entwickelte sich die Geschichte zu schnell, es gab zu viele Rückblenden, um das Potenzial in der Gegenwart entfalten zu können. Außerdem fehlte mir trotz allem die Tiefe und Einfühlsamkeit bei dem Thema Altersunterschied.
Sabrina S. Says: Verschenktes Potenzial.


(c) Ullstein

Da ich von Audrey Carlan eigentlich überwiegend Positives gehört hatte, dachte ich mir, ich lese auch mal eins ihrer Bücher. Und da ich selbst auch hin und wieder mal Yoga gemacht habe (inzwischen habe ich wieder aufgehört), erschien mir der 1. Band von "Lotus House" interessant.
Allerdings war das eigentlich ziemliche 08/15-Erotik. Die Liebesgeschichte war plump und mehr als vorhersehbar. Hier erwartete einen nichts Außergewöhnliches - außer vielleicht die ein oder andere Sexstellung.
Sabrina S. Says: Nur wer hier Sex-Inspiration sucht, sollte sich das Buch mal anschauen. Ansonsten literarisch nicht zu empfehlen.


(c) Goldmann
Wer "Fifty Shades of Grey" gelesen hat, muss eigentlich nicht "The Mister" lesen. Die Geschichte weicht nämlich von der Lovestory her nicht großartig davon ab. Natürlich ist alles etwas anders verpackt, in Themen, die ich hier wegen der Spoiler-Gefahr nicht nennen kann.
Grundsätzlich gilt jedoch vor allem, hier ist zu viel auf einmal verarbeitet. Als hätte E. L. James die Anweisung bekommen, die Liebesgeschichte zwischen reichem Mann und unschuldiger Frau auf die Spitze zu treiben.
Sabrina S. Says: Emotionalität ist zwar vorhanden, aber das Besondere fehlt. Zu viel Drama leider.




Im Laufe meiner Recherche für meine Flops des Jahres habe ich eins festgestellt: dass es auch noch Titel gibt, an die ich Erwartungen hatte, die völlig enttäuscht wurden.
Deshalb kommt nächste Woche noch mal ein Spezial mit den Enttäuschungen des Jahres. Ich hoffe, ihr könnt auf die positiven Meinungen noch etwas länger warten!

Sabrina S.

Dienstag, 16. Juli 2019

Rezension "Secret Game - Brichst du die Regeln, brech ich dein Herz" von Stefanie Hasse

© Bild: www.ravensburger.de

Ivy versteht die Welt nicht mehr, als sich ihr Freund Heath nach den Ferien auf einmal von ihr abwendet. Ist sie ihm auf einmal nicht mehr gut genug für sein glamouröses Leben an der Eliteschüle St. Mitchell?
Als Ivy von dem Spiel erfährt, das an der Schule enorme Wichtigkeit besitzt, beginnt sie zu verstehen, dass hinter alldem mehr stecken könnte. Aber als sie auf einmal hineingezogen wird in die Intrigen und Geheimnisse rund um Heaths Clique, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich darauf einzulassen.
Begibt sie sich damit auf gefährliche Pfade? Und wer ist der mysteriöse Spielleiter, der das Ganze lenkt?

 

Die Geschichte:
Wer Gossip Girl oder A (von Pretty Little Liars) vermisst hat, sollte sich unbedingt dieses Buch krallen. "Secret Game" ist eine Mischung aus der New Yorker Elite und den fiesen Spielchen von einem geheimen Nachrichtenschreiber. Auch hier wird man auf falsche Fährten geführt, in die Beziehungen hineingezogen und auf gefährliches Terrain gebracht. Die Liebesgeschichte ist zwar der Ausgangspunkt des Ganzen, steht hier jedoch nicht im Vordergrund, was ich prinzipiell sehr gut finde. Denn so kann man sich mehr auf das Rätselraten fokussieren.

Die Charaktere:
Sehr vielfältig, jedoch auch, weil sie fast alle etwas zu verbergen haben. Irgendwie fällt mir keiner ein, der mir prinzipiell unsympathisch war. Okay, Bryan war nicht ganz mein Fall. Ansonsten war ich jedoch positiv überrascht von den Einzelnen. Sogar von Penelope, die erst mal wie ein Miststück erscheint.
Dass Ivy ihren Prinzipien weitgehend treu bleibt, gefiel mir auch ganz gut. Ansonsten waren jedoch die anderen interessanter als sie. Auch interessanter als Heath. Ich weiß nicht, ob das so beabsichtigt war (wahrscheinlich nicht). Aber falls doch, es wäre Stefanie gut gelungen, weil diese wesentliche Entwicklungen durchmachen.

Der Schreibstil:
Passt gut zur Geschichte, auch ansonsten liest er sich flüssig. Ich habe grundsätzlich wenig auszusetzen bei Stefanies Büchern, was ihre Art zu schreiben angeht. Denn hier ist nicht so viel Gekünsteltes dabei, der Fokus liegt oft auf der Handlung.

Mein Fazit:
Auf jeden Fall einer meiner liebsten Jugendthriller, obwohl die letzte Dramatik gefehlt hat. Die Überraschung am Ende war auch fast zu überraschend, weil man eigentlich gar keine Hinweise bekommen hat. Normalerweise mag ich es ja nicht, wenn es vorhersehbar ist. Aber so, dass man dem Täter so gut wie gar nicht auf die Spur kommen kann, ist es mir fast zu viel in einem Jugendthriller.
Ansonsten bin ich mal wieder überzeugt und bleibe Steffis Büchern auf jeden Fall treu.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen beim Ravensburger Verlag
Erscheinungsdatum: 4.7.2019

ISBN: 978-3-473-40181-9
Hardcover, 384 Seiten

Preis: 16,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich 

Bestellbar unter anderem bei Thalia
                                                                                 

Sonntag, 26. Mai 2019

Wer ist euer liebster Book-Boyfriend? Instagram-Aktion!

Nachdem ich nicht nur aus der Berufsschule zurück, sondern zudem ein Jahr älter bin (ein Viertel Jahrhundert bin ich jetzt alt, oh Gott ...), wird es wieder Zeit für Kreativität! Aber da ich zur Zeit viel mehr auf Instagram als hier unterwegs bin, wird meine geplante Aktion dort stattfinden und nicht hier. Auf meinem Profil nancstory94 findet ihr schon die Ankündigung, die ich hier nachhole:

Es gibt ein Book-Boyfriend-Special!

Das heißt, ich stelle euch mehrere Tage über Bücher mit Dreiecksgeschichten vor und zeige euch, in welchem Team ich beim Lesen gespielt habe (und eigentlich immer noch spiele). Dabei ist mir aufgefallen, dass viele dieser Bücher schon älter sind - und eigentlich immer Reihen. Offenbar haben inzwischen die meisten Leser Dreiecksgeschichten satt. Ich kann es ihnen kaum verdenken, eine Zeit lang war das der Hype schlechthin im Jugendbuch-Bereich. Darum werden auch einige bekannte Buchreihen wie "Biss"/"Twilight" oder "Die Tribute von Panem" auftauchen.

Aber auch etwas neuere Titel wie "Die Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson oder "Heliopolis" von Stefanie Hasse. Lustigerweise verändert sich mein Book-Boyfriend-Geschmack auch ein wenig. Ihr werdet also wahrscheinlich kein Muster herausfinden können - aber versucht es gerne ;D

Ganz zum Schluss der Aktion präsentiere ich euch noch meine Bücher mit meinen liebsten Book-Boyfriends, die nicht aus Dreiecksromanzen stammen müssen. Lustigerweise sind das dann auch einige meiner Lieblingsbücher. Hat wahrscheinlich gar nichts miteinander zu tun, nein ...

Wie auch immer, ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut! Und wenn ihr wollt, dass ich auch hier wieder aktiver werde, gebt mir gerne Bescheid. Am besten per Mail (info(at)sabrina-schumacher.com) oder über mein Instagram-Profil. Darüber bin ich zur Zeit am besten zu erreichen - wenn ich nicht gerade meine Book-Boyfriends anschmachte, die ich euch vorstellen werde.

Sabrina S.

Montag, 3. September 2018

Rezension "Du wolltest es doch" von Louise O'Neill

https://www.carlsen.de/hardcover/du-wolltest-es-doch/96134
© Bild: www.carlsen.de

Eine Nacht, die alles verändert ...
Diese durchlebt Emma und kann sich im Anschluss kaum mehr daran erinnern. Was sie noch weiß, ist schlimm genug. Denn es bestätigt sie darin, dass sie Schuld hat an dem, was passiert ist - mit Paul und den anderen Jungs.
Ihre Schönheit hat alles zerstört, was sie hatte. Wie kann Emma nun weiterleben, wo doch alle wissen, was passiert ist? Nach allem, was sie offensichtlich getan hat? 
Wird es je wieder so sein wie früher - oder hat sie selbst alles ruiniert? Wissentlich oder unwissentlich ...





Die Geschichte:
Puh, was soll man zu dieser Geschichte sagen, außer dass sie grausam ist? Ich habe ja schon ein paar Bücher mit schlimmen Thematiken gelesen, dieses war eindeutig eins der, die mich am meisten schockiert haben. Denn es ist so realistisch, so voller Schrecken und Ablehnung, dass man es am liebsten gar nicht weiterlesen möchte. Gleichzeitig kann man sich nicht davon abwenden. Und dann dieses Ende! Es lässt einen wirklich ungläubig zurück.

Die Charaktere:
Außer Emma gibt es ja keine anderen Protagonisten. Andere Figuren spielen wichtige Rollen, doch so nebenher. Alles ist auf Emma ausgerichtet, deswegen ist es ja gerade so schwer, bei diesem Buch am Ball zu bleiben. Diese Gefühle und gleichzeitig diese Gefühllosigkeit machen einen fertig. 
Ganz zu schweigen von dieser drastischen Veränderung, die Emma durchlebt. Sie war für mich am Anfang nie eine Sympathiefigur, zu sehr auf sich selbst bezogen. Egal, ob man will oder nicht, man fragt sich schon, ob sie nicht einen Dämpfer verdient hätte. Allerdings keinen solchen, wie er dann kommt. Danach tut einem Emma einfach nur noch leid

Der Schreibstil:
Ehrlich gesagt gefiel mir der Stil nicht sonderlich. Kurze, abgehackte Sätze. Stets unterbrochen von Gedankenfetzen und Bewertungen. Zu kalt, zu gefühllos teilweise. Klar, das soll erst Emmas Gleichgültigkeit repräsentieren und dann ihre Abwehrreaktion auf das Geschehene. Trotzdem war es das, was mir am Buch am wenigsten gefallen hat.

Mein Fazit:
"Du wolltest es doch" ist ein unbestreitbar gutes Buch, das eine schockierende Realität zeigt. Man will am liebsten wegschauen, wagt es jedoch nicht. Und man wird immer wieder aufs Neue von der Grausamkeit der Menschheit überrascht. Die das Verbrechen nicht wahrhaben wollen oder sogar dazu fähig sind, es zu begehen.
Das Buch hat sich wirklich in mein Gedächtnis gebrannt, allerdings auch mit einem fahlen Beigeschmack wegen des sehr eigenen Schreibstils, der mir nicht gefallen hat. Darum leider ein Stapel Abzug.

Sabrina S. Says:




                                                                                

Erschienen beim Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 25.07.2018

ISBN: 978-3-551-58386-4
Hardcover, 368 Seiten
Preis Hardcover: 18,00 € (D), 18,50 € (A) 
Preis E-Book: 12,99 € (D) (A)

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia
                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Carlsen zur Verfügung gestellt.

Freitag, 31. August 2018

Rezension "Trust in love" von Sarah Alderson

https://www.ravensburger.de/produkte/jugendbuecher/liebesromane/trust-in-love-58528/index.html
© Bild: www.ravensburger.de

Als Olivia unfreiwillig Zeugin eines Mordes wird, muss sie die Nacht auf dem Polizeirevier verbringen. Doch es stellt sich heraus, dass sie nicht einmal dort sicher ist. Denn auf einmal gibt es auch hier eine Schießerei, sodass ihr nichts anderes übrig bleibt, als zu fliehen. 
Dies gelingt ihr jedoch nur mit Hilfe von Jay, der eigentlich von der Polizei verhaftet worden ist. Kann Olivia ihm vertrauen?
Zusammen begeben sie sich auf eine abenteuerliche Mission, um herauszufinden, was eigentlich vor sich geht. Doch je mehr die Wahrheit ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass nicht jeder der ist, der er zu sein scheint ...

 

Die Geschichte:
Einen Krimi im Jugendbuch-Bereich habe ich bis jetzt noch nicht gelesen. Es wird vermutlich auch nicht mein liebstes Genre werden, das liegt allerdings daran, dass ich Krimis grundsätzlich nicht so offen gegenüber bin.
Nun aber zu "Trust in love". Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Es herrschte eine gewisse Dringlichkeit vor, die die Spannung angeheizt hat. Man konnte sich im Grunde nie sicher sein, was als Nächstes passieren würde. Allerdings ahnte man es mit voranschreitender Seitenanzahl zunehmend mehr, während die Charaktere noch etwas auf dem Schlauch standen.

Die Charaktere:
Liva und Jay scheinen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenzupassen. Doch nach und nach erfährt man über beide mehr, wird auch überrascht von ihren Hintergründen. So nähern sie sich auf charakterlicher Ebene an für den Leser und auf emotionaler für einander. Das erschien mir glaubhaft, obwohl man natürlich bedenken muss, in welch kurzem Zeitraum die Geschichte spielt. Ob gut zwei bis drei Tage für solch tiefgehende Gefühle ausreichen? Da wäre ich mir nicht so sicher. Deswegen erschien die Liebesgeschichte leider etwas zu sehr der Extremsituation geschuldet. Im wahren Leben wäre ich mir nicht sicher, ob die Beziehung im Nachhinein halten würde.

Der Schreibstil:
Mal wieder ein recht typischer Jugendbuchstil. Auch wurden die Emotionen gut vermittelt, genau wie die Spannung, die mitschwingt. Besonderheiten sind mir keine aufgefallen, man ist einfach locker-flockig durchgerutscht beim Lesen.

Mein Fazit:
Krimi meets Lovestory kann man lesen, man verpasst jedoch auch nichts, wenn man es nicht tut. Insgesamt war Spannung vorhanden, es gab Emotionen, Überraschungen und zwei glaubhafte Protagonisten. Viele Einzelheiten der Geschichte bleiben allerdings nicht hängen.
Ein gutes Buch, wenn man mal Abwechslung zur Jugend-Fantasy haben will.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen beim Ravensburger Verlag
Erscheinungsdatum: 16.5.2018

ISBN: 978-3-473-58528-1
Klappenbroschur, 384 Seiten

Preis: 12,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich 

Originaltitel: Out of control

Bestellbar unter anderem beim Ravensburger Verlag, Amazon und Thalia

                                                                                 

Mittwoch, 29. August 2018

Rezension "Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty

https://www.carlsen.de/hardcover/vertrauen-und-verrat-kampf-um-demora-1/93275
© Bild: www.carlsen.de

Sich von einer Kupplerin einen passenden Mann suchen zu lassen, ist für Sage ein Graus. Darum beginnt sie stattdessen eine Lehre bei Mistress Rodelle, der Besten in ihrem Beruf. Von nun an muss Sage beweisen, dass auch sie imstande ist, die richtigen Paare zusammenzubringen.
Bei einem großen Auftrag muss sich Sage als eine der heiratswilligen Bräute ausgeben, dabei lernt sie einige der Soldaten kennen, die der Gruppe Geleitschutz bieten - und muss dabei auf ihr eigenes Herz aufpassen. Denn nicht jeder ist der, der er zu sein scheint.
Wer lügt und wem kann Sage vertrauen? Und wird die drohende Gefahr sie noch auf ihrem Weg einholen?



Die Geschichte:
Ich fand die Idee interessant, dass die Hauptfigur, statt sich selbst zu verlieben, einmal andere Mädchen verkuppeln soll. Am Anfang war das auch tatsächlich spannend zu sehen, bevor das Thema in den Hintergrund gerückt ist. Danach ging es vielmehr darum, dass Sage Geheimnisse lüftet, die sie eigentlich nicht kennen sollte - denn diese sind politischer Natur. Dieses Verstricken in geheime Machenschaften gibt der Geschichte etwas an Würze. Denn bis zur Hälfte des Buches hat es sich etwas gezogen und war noch unspektakulär.
Erst als der große Knall kommt, bin ich wieder richtig aufgewacht und war anfangs total verwirrt. Man möchte am liebsten gleich noch mal anfangen, das Buch zu lesen!

Die Charaktere:
Sage war nicht gerade meine liebste Hauptfigur, zu widerspenstig und waghalsig. Irgendwie bin ich nicht komplett mit ihr warm geworden. Aber Mumm hat sie, das muss ich zugeben.
Dafür haben mich die jungen Männer umso mehr überzeugt. Jeder war auf seine Art interessant, und wie sie mit Sage interagiert haben, fand ich auch sehr spannend.
Die anderen Mädchenfiguren waren dagegen etwas schwach dargestellt, vor allem charakterlich. Im Vergleich zu Sage waren sie überwiegend farblos. Ein wenig schade, das bediente ein paar Klischees.

Der Schreibstil:
Manchmal etwas zu viel, etwas langatmig. Vielleicht hätte man etwas kürzen können.
Die Perspektivenwechsel waren dagegen gelungen, da man so auf dem Laufenden war, wer was wusste. Den Überblick zu behalten, war dagegen dann doch oft etwas schwierig. Trotzdem ist das Ganze geschickt gestaltet.

Mein Fazit:
Insgesamt nicht mein neues Lieblingsbuch, dafür hat es sich zu sehr gezogen am Anfang. Aber von der ganzen Geschichte her, wie sie aufgebaut wurde, eindeutig grandios gemacht. Die große Überraschung und die Perspektivenwechsel machen das Buch zu etwas Besonderem.
Ich weiß ehrlich nicht, ob dieses Niveau in Band 2 (erscheint voraussichtlich Anfang 2019) aufrechterhalten werden kann. Falls ja, ziehe ich meinen Hut vor Erin Beaty!

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen beim Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 21.03.2018

ISBN: 978-3-551-58383-3
Hardcover, 496 Seiten

Preis Hardcover: 19,99 € (D), 20,60 € (A) 
Preis E-Book: 13,99 € (D) (A)

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: The Traitor's Kiss

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia