Sonntag, 18. November 2018

Rezension "Save us" von Mona Kasten

https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/save-us/id_6459504?
© Bild: www.luebbe.de


Ruby kann es kaum fassen, was ihr vorgeworfen wird: eine Affäre mit ihrem Lehrer zu haben! Und es wird noch schlimmer. Die scheinbar alles sagenden Fotos wurden von niemand anderem als James gemacht. Hat sie ihm zu schnell vertraut und vergeben?
James steht währenddessen vor der schwierigen Entscheidung, ob er Ruby oder seiner Schwester beistehen soll. Doch dies ist nicht die einzige Entscheidung, die er für sein Leben treffen muss. Wird es ihm möglich sein, das Glück zu finden, oder muss er der Pflicht nachgeben?




Die Geschichte:
Im Grunde werden weder der Klappentext noch meine eigene Zusammenfassung dem Buch gerecht. Denn "Save us" besteht aus viel mehr als aus Ruby und James und ihrer Liebe. Lydia, Alistair, Amber und all die anderen Figuren und ihre Kämpfe mit dem Leben, das macht den letzten Teil der Reihe aus. Und obwohl bestimmt viele sagen, dass das Ende der "Maxton Hall"-Trilogie nicht das hält, was am Anfang versprochen wurde, würde ich das Gegenteil behaupten. Die Reihe wurde mit den Adjektiven "sexy, romantisch und märchenhaft" angepriesen - und genau so endet sie auch.

Die Charaktere:
Egal, wen man sich anschaut, jede Figur ist im Grunde ein Charakter für sich. Sie haben Ecken und Kanten, Gefühle und Gedanken. Sie sind menschlich, haben auch ihre Fehler. Mit diesen umzugehen oder sie zu überwinden, davon lebt die Reihe.
Dass Ruby und James ein wenig in den Hintergrund rücken, finde ich auch halb so wild. Wichtiger ist es, den anderen Charakteren Spielraum zu geben, damit sie ebenfalls erkennen, was sie wollen. 
Und ich denke, dass sich beinahe jeder Leser in einem der Erzähler wiederfinden kann. Das ist es, was das Buch so toll macht.

Der Schreibstil:
Leicht zu lesen und dennoch wahnsinnig gefühlvoll. Man kann sich problemlos in die Figuren hineinversetzen, was ja das Allerwichtigste im Young/New Adult-Bereich ist.
Gut ist ebenfalls, dass man anhand der vielen Perspektivenwechsel auch mal nur kleine Teile zwischendurch lesen kann. Könnte allerdings auch ein Nachteil sein, weil man den Überblick behalten muss.

Mein Fazit:
Man bekommt das, wofür die Bücher stehen. Und ich persönlich kann damit sehr gut leben, weil es ein befriedigendes Ende ist. Eines, das vielleicht nicht typisch spannend, aber trotzdem dramatisch ist. Und ja, realistisch ist das Ganze vielleicht nicht, aber es lädt zum Träumen ein. Und ich denke, das ist es, worauf Mona Kasten aus war. Wir als Leser sollen sehen, dass wir aus scheinbar ausweglosen Situationen etwas Wundervolles machen können. Und das ist ihr gelungen.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen beim Lyx-Verlag (Bastei Lübbe)
Erscheinungsdatum: 31.08.2018

ISBN: 978-3-7363-0671-4
Paperback, 374 Seiten

Preis Paperback: 12,90 € (D) 
Preis E-Book: 9,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem bei Lyx, Amazon und Thalia

                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt.

Rezension "Das Geheimnis von Rookwood" von Sophie Cleverly

https://www.piper.de/buecher/das-geheimnis-von-rookwood-isbn-978-3-492-70464-9
© Bild: www.piper.de

Nach dem rätselhaften Tod ihrer Schwester wird Ivy deren Platz am Internat Rookwood angeboten. Doch ihr wird schnell klar, dass ihr Aufenthalt dort nur einem Zweck dient: Sie soll Scarlet ersetzen. Um zu vertuschen, was auch immer mit ihr passiert ist.
Trotz ihrer Unsicherheit begibt sich Ivy an der mysteriösen Schule auf die Suche nach der Wahrheit. Und tatsächlich entdeckt sie eine Nachricht ihrer Schwester, die sie auffordert, ihr Tagebuch zu finden, deren Seiten sie versteckt hat. Nach und nach kommt Ivy etwas ganz Großem auf die Spur - nur was wird mit ihr geschehen, wenn sie die Machenschaften aufgedeckt hat?



Die Geschichte:
Dass das Buch nicht in der heutigen Zeit spielt, kam für mich etwas überraschend, weil ich anhand des Klappentextes damit nicht gerechnet habe. Allerdings passt es zu der Geschichte, die erzählt werden soll. In der Gegenwart würde vieles nicht so funktionieren, wie es die Autorin schildern wollte. Trotzdem wirkt das Buch nicht wie ein Historienroman für Kinder. Der Fokus liegt zu sehr auf der Handlung, den Figuren. Die mich am Anfang etwas genervt haben, es ist auch wenig passiert. Aber je weiter man liest, desto interessanter wird die Geschichte. Gegen Ende kann man sich kaum mehr losreißen, weil es so spannend ist.

Die Charaktere:
Obwohl Ivy am Anfang ein ziemlicher Feigling ist, fügt sie sich sehr schnell in die Rolle ihrer Schwester ein. Vielleicht etwas zu schnell anhand ihres zurückhaltenden Wesens. Trotzdem kommt die Entwicklung ab dem Mittelteil gut rüber.
Und auch die anderen Figuren passen perfekt in das Buch. Jede hat eine bestimmte Rolle - und ein Geheimnis. Diese ans Licht zu bringen, ist ein Hauptbestandteil der Geschichte und macht die Charaktere lebendig.

Der Schreibstil:
Man merkt kaum, dass die Story eigentlich Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Die Sprache war nicht entsprechend anders gestaltet, was aber für ein Kinderbuch gut ist, damit es leicht verständlich ist. Insgesamt verspricht der Stil etwas Geheimnisvolles, es wird nicht zu viel verraten. Trotz der eventuell fehlenden Authentizität gut geschrieben.

Mein Fazit:
Der Klappentext weckt das Interesse, der Anfang schmälert es wieder, der Mittelteil ist okay und das Ende macht das Negative wieder wett. Insgesamt beinhaltet das Buch negative sowie positive Seiten. Und obwohl im April 2019 eine Fortsetzung erscheint (im Englischen gibt es sogar 6 Bände), könnte man das Buch auch als Einzelnes lesen. Obwohl es schon neugierig macht, was als Nächstes passieren könnte. Insofern vergebe ich eine positive Bewertung.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen bei you&ivi (Piper)
Erscheinungsdatum: 02.10.2018

ISBN: 978-3-492-70464-9
Hardcover, 288 Seiten

Preis Hardcover: 13,00 € (D)
Preis E-Book: 9,99 € (D)

Originaltitel: Scarlet and Ivy - The Lost Twin

Bestellbar unter anderem bei Piper, Amazon und Thalia
                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Piper zur Verfügung gestellt.

Samstag, 13. Oktober 2018

Longlist, Shortlist und was dann?

Am 15. Juli 2018 habe ich euch noch verkündet, dass mein Roman "Fusion" es auf die Longlist des zweiten Schreibwettbewerbs von tolino media und Carlsen Impress geschafft hat. Am 16. August 2018 hätte ich noch mal die Möglichkeit gehabt, euch voller Freude mitzuteilen, dass er es außerdem auf die Shortlist geschafft hat.
Warum ich es nicht getan habe? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil ich tief in mir drin geahnt habe, dass die Geschichte nicht gut genug ist, um unter die Top 3 zu kommen.



"Wieder Shortlist, wieder gescheitert"

Und so ist es auch gekommen. "Fusion" war gut genug für die Top 10, aber nicht fürs Siegertreppchen. Gestern war die Preisverleihung, auf die ich mich im Grunde gefreut hatte. Obwohl vorher keine Nachricht gekommen ist. Ich dachte, vielleicht wäre es anders als beim ersten Mal. Und gleichzeitig wusste ich, dass ich mir das nur einzureden versuchte.
Trotzdem hatte ich noch unterschwellig Hoffnung. Ich bin ja auch nur ein Mensch mit Gefühlen. Diese wurden allerdings erneut enttäuscht. Wieder Shortlist, wieder gescheitert. Wieder war das Werk sehr gut, aber nicht überragend. Da fragt man sich schon, was falsch läuft.

Gut, beim ersten Wettbewerb habe ich einen Jugendthriller eingereicht, der zumindest nicht wirklich zum Profil von Impress passt. Obwohl das Thema einfach nur Jugendbuch gewesen ist. Und als es "Hidden Secrets" die besten zehn erreicht hat, habe ich geglaubt, ein Wunder schaffen zu können.
So ist es natürlich nicht gekommen. Nein, stattdessen wurde das Thema beim zweiten Wettbewerb sogar auf Young Adult Fantasy und Romance eingegrenzt. Ein Zufall? Keine Ahnung.


"Oder ich konnte eine komplett neue Geschichte schreiben. Völlig abwegig"

Jedenfalls hatte ich nach der Ankündigung für den Wettbewerb nicht mal ein passendes Manuskript. Nur meine beiden Debütromane hätten ins Profil gepasst und die hätten keinen Piep gewonnen. Also hieß es entweder, "Infected" umschreiben (den ewigen Roman, bei dem ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht habe, ob es eine Reihe oder ein Einzelband werden soll - und bei dem ich mich letztendlich für eine Fortsetzung entschieden habe).
Oder ich konnte eine komplett neue Geschichte schreiben. Innerhalb von drei Monaten. Völlig abwegig, sogar für "Hidden Secrets" habe ich über ein halbes Jahr gebraucht. Und der ging mir vergleichsmaßen leicht von der Hand.


"Alles wurde einfacher, romantischer. Ich dachte, das würde besser ankommen"

Tja, nur gut, dass ich noch einen Geschichten-Ordner mit einer Sparte für Romanideen hatte. Mitsamt einer Idee, die mir wieder mal im Traum gekommen war. Eigentlich sogar der letzten guten Idee, die ich seit Langem hatte. Das Problem war, dass die alles andere als ausgereift war, so wie alle meine spontanen Eingebungen. Ich plane hier nie weiter, wenn ich mitten in anderen Projekten stecke, weil sie sonst wie "Infected" enden könnten: ewig und drei Tage in der Schublade, bis ich sie aus Not an der Idee heraushole und dann über ein Jahr daran festhänge.
Es fehlte vor allem noch ein Ende nach einer noch recht großen Wendung. Und dann würde das Werk so umfangreich werden und so kompliziert, dass dann keiner mehr weiterlesen wollen würde. Also wurde viel der ursprünglichen Idee gestrichen und alles etwas einfacher, romantischer, märchenhafter gestaltet. Ich dachte, das würde besser ankommen.


"Immerhin bin ich konsequent. Zweimal Shortlist, zweimal gescheitert"

Was es ja auch tat. Es kam an. Aber halt nicht gut genug. Wie beim letzten Mal auch. Immerhin bin ich konsequent. Zweimal Shortlist, zweimal gescheitert. Das muss mir erst mal einer nachmachen. Das geht allerdings nur, wenn es noch einen dritten Wettbewerb gibt. Apropos: Sollte es wirklich so weit kommen, ich wäre mir nicht sicher, ob ich noch einen Versuch starten würde.
Das heißt nicht, dass ich aus Frustration mit dem Schreiben aufhören werde. Das bestimmt nicht. Aber ich habe es mit etwas Außergewöhnlichem versucht und etwas Einfachem. Was sollte ich denn noch machen, um zu überzeugen?
Nein, ich glaube nicht, dass ich eine erneute Niederlage verkraften könnte. Vor allem, da es ja keine Garantie gäbe, wieder so weit zu kommen. Oder ich würde mir erneut falsche Hoffnungen machen. Ich weiß nicht mehr, ob es mir das wert ist.

Wie auch immer. "Fusion" ist nun ein weiterer Roman in meiner virtuellen Schublade. Einen, den ich unter Extrembedingungen geschrieben habe. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich das gemacht habe. Mit zwei Jobs. Mit einer Sehnenscheidenentzündung zwischendurch. Und in einer schlimmen privaten Phase.
Es kam alles zusammen und trotzdem habe ich es durchgezogen. Ich habe "Fusion" beendet, überarbeitet, mir Feedback geholt und es rechtzeitig geschafft, den Roman einzureichen. Allein darauf sollte ich stolz sein. Darauf kann ich stolz sein. Genau wie auf das zweimalige Erreichen der Shortlist.


"Ich gebe niemals das auf, woran mir am meisten liegt"

Ich bin eine gute Autorin. Das ist mir jetzt erst wieder bewusst geworden. Ich muss nur noch den richtigen Kurs, den richtigen Mut finden. Und dafür werde ich alles tun. Denn da sind noch so viele Geschichten, die geschrieben werden wollen. Die beendet werden wollen. Oder die überhaupt erst angefangen werden wollen. Die ich noch nicht mal kenne.

Nein, ich gebe niemals das auf, woran mir am meisten liegt. Ich bin eine Kämpferin. Und ich lasse nicht die anderen über mein Glück entscheiden.

Sabrina S.


Montag, 3. September 2018

Rezension "Du wolltest es doch" von Louise O'Neill

https://www.carlsen.de/hardcover/du-wolltest-es-doch/96134
© Bild: www.carlsen.de

Eine Nacht, die alles verändert ...
Diese durchlebt Emma und kann sich im Anschluss kaum mehr daran erinnern. Was sie noch weiß, ist schlimm genug. Denn es bestätigt sie darin, dass sie Schuld hat an dem, was passiert ist - mit Paul und den anderen Jungs.
Ihre Schönheit hat alles zerstört, was sie hatte. Wie kann Emma nun weiterleben, wo doch alle wissen, was passiert ist? Nach allem, was sie offensichtlich getan hat? 
Wird es je wieder so sein wie früher - oder hat sie selbst alles ruiniert? Wissentlich oder unwissentlich ...





Die Geschichte:
Puh, was soll man zu dieser Geschichte sagen, außer dass sie grausam ist? Ich habe ja schon ein paar Bücher mit schlimmen Thematiken gelesen, dieses war eindeutig eins der, die mich am meisten schockiert haben. Denn es ist so realistisch, so voller Schrecken und Ablehnung, dass man es am liebsten gar nicht weiterlesen möchte. Gleichzeitig kann man sich nicht davon abwenden. Und dann dieses Ende! Es lässt einen wirklich ungläubig zurück.

Die Charaktere:
Außer Emma gibt es ja keine anderen Protagonisten. Andere Figuren spielen wichtige Rollen, doch so nebenher. Alles ist auf Emma ausgerichtet, deswegen ist es ja gerade so schwer, bei diesem Buch am Ball zu bleiben. Diese Gefühle und gleichzeitig diese Gefühllosigkeit machen einen fertig. 
Ganz zu schweigen von dieser drastischen Veränderung, die Emma durchlebt. Sie war für mich am Anfang nie eine Sympathiefigur, zu sehr auf sich selbst bezogen. Egal, ob man will oder nicht, man fragt sich schon, ob sie nicht einen Dämpfer verdient hätte. Allerdings keinen solchen, wie er dann kommt. Danach tut einem Emma einfach nur noch leid

Der Schreibstil:
Ehrlich gesagt gefiel mir der Stil nicht sonderlich. Kurze, abgehackte Sätze. Stets unterbrochen von Gedankenfetzen und Bewertungen. Zu kalt, zu gefühllos teilweise. Klar, das soll erst Emmas Gleichgültigkeit repräsentieren und dann ihre Abwehrreaktion auf das Geschehene. Trotzdem war es das, was mir am Buch am wenigsten gefallen hat.

Mein Fazit:
"Du wolltest es doch" ist ein unbestreitbar gutes Buch, das eine schockierende Realität zeigt. Man will am liebsten wegschauen, wagt es jedoch nicht. Und man wird immer wieder aufs Neue von der Grausamkeit der Menschheit überrascht. Die das Verbrechen nicht wahrhaben wollen oder sogar dazu fähig sind, es zu begehen.
Das Buch hat sich wirklich in mein Gedächtnis gebrannt, allerdings auch mit einem fahlen Beigeschmack wegen des sehr eigenen Schreibstils, der mir nicht gefallen hat. Darum leider ein Stapel Abzug.

Sabrina S. Says:




                                                                                

Erschienen beim Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 25.07.2018

ISBN: 978-3-551-58386-4
Hardcover, 368 Seiten
Preis Hardcover: 18,00 € (D), 18,50 € (A) 
Preis E-Book: 12,99 € (D) (A)

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia
                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Carlsen zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 2. September 2018

Rezension "In Between - Die Legende der Krähen" von Kathrin Wandres

https://www.carlsen.de/epub/in-between-die-legende-der-kraehen-band-2/92653
© Bild: www.carlsen.de

Das Reich Kadosch ist unter Königin Keylahs Herrschaft aufgeblüht. Naru, die im Palast leben darf, ist trotzdem nicht glücklich. Ständig hat sie merkwürdige Visionen. Und dann wäre da ja auch noch der Mörder, der im Schloss umgeht und Krähenfedern hinterlässt ...
Als die Wahrheit über die Morde ans Licht kommt, sieht sich Naru gezwungen, zu fliehen. Doch kann sie wirklich alleine zwischen den drei Reichen überleben? Und wird sie rechtzeitig ihr wahres Wesen und ihre Kräfte erkennen - oder fällt sie den falschen Leuten in die Hände?





Die Geschichte:
Nachdem Band 1 den Leser mit einem relativ offenen Ende abgespeist hat, war ich neugierig, wie sich der zweite Teil der Reihe entwickelt. Tatsächlich gibt es einen Zeitsprung, neue Charaktere (sowie ein paar alte) und Geheimnisse zu entdecken. Darum lässt sich die Geschichte auch prima separat lesen, ohne dass man den Vorgänger kennt.
Insgesamt finde ich "Die Legende der Krähen" auch deutlich besser. Man wird mehr überrascht von den Ideen und den Handlungssträngen. Dazu der Schluss, der weniger Fragen offen gelassen hat. Für mich eine deutliche Steigerung!

Die Charaktere:
Sich in Naru hineinzuversetzen, gelang mir ganz gut. Man spürt ihre Ängste, ihre Zweifel und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Außerdem gefiel mir dieses unterschwellig Düstere an ihr.
Die anderen Figuren waren gute Ergänzungen. Koby mit seiner frechen Art - der für sein Alter jedoch schon sehr reif ist (vielleicht etwas zu reif?). Orew, den man nur schwer einschätzen kann. Und dann Tavis, der erst später auftaucht und dennoch eine wichtige Rolle spielt, die man ihm erst nicht zutraut.
Alles in allem ein rundes Ensemble, aus dem Naru jedoch deutlich hervorsticht. Das macht es auch so passend, dass die Liebesgeschichte eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Der Schreibstil:
Hat sich auch verbessert seit Band 1. Allerdings ist er immer noch nicht durchgehend in einem Ton gehalten, sondern schwankt wieder ein wenig zwischen locker-leicht und philosophisch-ernst. Die Verse an jedem Kapitelanfang waren zwar nett ausgedacht, fand ich aber eher unnötig. Kann jedoch Geschmackssache sein, ich finde solche Kapiteleinleitungen grundsätzlich eher nervig, weil man sich fragen muss, welchen Bezug es zu jedem Kapitel gibt.

Mein Fazit:
"Die Legende der Krähen" hat mir auf jeden Fall besser gefallen als der erste Band. Man merkt dem Buch auch an, dass die Autorin durch die erste Veröffentlichung ein wenig Erfahrung sammeln durfte. Das wirkt sich positiv auf die Spannung und die Charaktere aus.
Alles in allem eine tolle Geschichte, die sich zum Lesen eher für die finsteren Jahreszeiten wie den Herbst oder den Winter eignet. Aber obwohl ich ein Fan von düsteren Geschichten bin, kann ich trotzdem nur vier Bücherstapel vergeben. Insgesamt gut, aber eben nicht herausragend.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen bei Carlsen Impress
Erscheinungsdatum: 6.12.2017

ISBN:  978-3-646-60397-2
E-Book, 269 Seiten

Preis: 3,99 € (D) (A)
 
Auch als Taschenbuch erhältlich 

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia
                                                                                

Freitag, 31. August 2018

Rezension "Trust in love" von Sarah Alderson

https://www.ravensburger.de/produkte/jugendbuecher/liebesromane/trust-in-love-58528/index.html
© Bild: www.ravensburger.de

Als Olivia unfreiwillig Zeugin eines Mordes wird, muss sie die Nacht auf dem Polizeirevier verbringen. Doch es stellt sich heraus, dass sie nicht einmal dort sicher ist. Denn auf einmal gibt es auch hier eine Schießerei, sodass ihr nichts anderes übrig bleibt, als zu fliehen. 
Dies gelingt ihr jedoch nur mit Hilfe von Jay, der eigentlich von der Polizei verhaftet worden ist. Kann Olivia ihm vertrauen?
Zusammen begeben sie sich auf eine abenteuerliche Mission, um herauszufinden, was eigentlich vor sich geht. Doch je mehr die Wahrheit ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass nicht jeder der ist, der er zu sein scheint ...

 

Die Geschichte:
Einen Krimi im Jugendbuch-Bereich habe ich bis jetzt noch nicht gelesen. Es wird vermutlich auch nicht mein liebstes Genre werden, das liegt allerdings daran, dass ich Krimis grundsätzlich nicht so offen gegenüber bin.
Nun aber zu "Trust in love". Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Es herrschte eine gewisse Dringlichkeit vor, die die Spannung angeheizt hat. Man konnte sich im Grunde nie sicher sein, was als Nächstes passieren würde. Allerdings ahnte man es mit voranschreitender Seitenanzahl zunehmend mehr, während die Charaktere noch etwas auf dem Schlauch standen.

Die Charaktere:
Liva und Jay scheinen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenzupassen. Doch nach und nach erfährt man über beide mehr, wird auch überrascht von ihren Hintergründen. So nähern sie sich auf charakterlicher Ebene an für den Leser und auf emotionaler für einander. Das erschien mir glaubhaft, obwohl man natürlich bedenken muss, in welch kurzem Zeitraum die Geschichte spielt. Ob gut zwei bis drei Tage für solch tiefgehende Gefühle ausreichen? Da wäre ich mir nicht so sicher. Deswegen erschien die Liebesgeschichte leider etwas zu sehr der Extremsituation geschuldet. Im wahren Leben wäre ich mir nicht sicher, ob die Beziehung im Nachhinein halten würde.

Der Schreibstil:
Mal wieder ein recht typischer Jugendbuchstil. Auch wurden die Emotionen gut vermittelt, genau wie die Spannung, die mitschwingt. Besonderheiten sind mir keine aufgefallen, man ist einfach locker-flockig durchgerutscht beim Lesen.

Mein Fazit:
Krimi meets Lovestory kann man lesen, man verpasst jedoch auch nichts, wenn man es nicht tut. Insgesamt war Spannung vorhanden, es gab Emotionen, Überraschungen und zwei glaubhafte Protagonisten. Viele Einzelheiten der Geschichte bleiben allerdings nicht hängen.
Ein gutes Buch, wenn man mal Abwechslung zur Jugend-Fantasy haben will.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen beim Ravensburger Verlag
Erscheinungsdatum: 16.5.2018

ISBN: 978-3-473-58528-1
Klappenbroschur, 384 Seiten

Preis: 12,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich 

Originaltitel: Out of control

Bestellbar unter anderem beim Ravensburger Verlag, Amazon und Thalia