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Samstag, 16. November 2019

Ein Ende, ein Anfang, eine Szene und viele fliegende Ideen

Ich weiß, das Jahr ist noch nicht vorbei. Noch liegt fast die gesamte Weihnachtszeit vor uns. Aber schon jetzt weiß ich, dass sich nichts mehr tun wird in den folgenden Wochen. So, wie sich nichts getan hat in den letzten Wochen. Zumindest, was das Schreiben angeht.

Das hatte leider sehr unerfreuliche Gründe, auf die ich noch nicht genauer eingehen kann und werde. Sagen wir einfach, es war kein gutes Jahr für mich. Das habe ich eine Zeit lang nicht wirklich realisiert - erst als es zu spät war. Und dann kam mal wieder ein Tiefpunkt in meinem Leben, den ich nicht erwartet hatte. 2018 dachte ich, wäre schon schlimm genug gewesen. Nun folgte ein weiterer Rückschlag, scheinbar ohne erkennbaren Grund. Wahrscheinlich hat sich vieles angesammelt, bis es nicht mehr ging. Nur bin ich leider eine Meisterin im Vertuschen und Verdrängen, sodass ich es nicht gemerkt habe.

Na ja, das Schlimmste habe ich wohl hinter mir, aber gut geht es mir deshalb auch nicht gerade. Vor allem, wenn ich mir so ansehe, was ich 2019 alles nicht geleistet habe. Ich habe kaum lektoriert, ich habe kaum geschrieben. Den Blog habe ich auch nur sporadisch bedient, weil ich mehr mit Instagram beschäftigt war. Viele Rezensionen habe ich nur dort gepostet, viele Buchvorstellungen, Schreibfortschritte usw.
Wenn ihr mehr über mein Jahr wissen wollt, schaut gerne auf meinem Profil nancstory94 vorbei.

Nun aber zum eigentlichen Anlass dieses Beitrags: mein Autorendasein.

Wie euch der Titel des Posts verraten dürfte, kann da dieses Jahr nicht viel passiert sein. Und zwar kann ich euch das im Detail gerne mal aufschlüsseln:

1 Ende: Im Januar beendete ich den 4. Band meiner Novellen-Reihe. Eigentlich fing das Jahr gut an, ich war sehr zufrieden mit "Sunken".
1 Anfang: Darum schrieb ich auch schnell den Anfang von Teil 5. Nur leider hatte ich noch kaum einen Plot davon in der Hinterhand. Meistens wusste ich immerhin ein wenig zu den Ereignissen, ansonsten war viel imporovisiert. Diesmal fehlte mir noch die große Inspiration. Das führte dazu, dass ich nach zwei Szenen stecken blieb. Im Mai schrieb ich das letzte Mal daran.
1 Szene: So viel schaffte ich, bei "Awakened" voranzukommen, der Fortsetzung meines Urban-Fantasy-Romans "Infected". Eigentlich wollte ich hieran erst Ende des Jahres weiterarbeiten, weil dann meine düstere Stimmung eher zu dem Roman passt. Stattdessen schrieb ich Ende Juli einmal daran. Seitdem nicht mehr, da mir ab September zu viel dazwischen kam.
Viele fliegende Ideen: Und keine, die blieb. Ein paar klopften an, ich schrieb sie nieder und damit hatte es sich. Eine wollte ich wirklich gerne verfolgen, ich verschob sie irgendwann auf später, weil ich keine Zeit zum Ausarbeiten fand. (Es war eine High-Fantasy-Geschichte, da ist das leider unerlässlich.) Und so was auf Eis zu legen, funktioniert bei mir nie gut. Denn mit Auftauen habe ich es leider nicht so, was Ideen angeht. Das habe ich einmal mit "Infected" gemacht. Und was ist daraus geworden? Das "ewige Projekt", das sich nun auch als Spitzname für Band 2 eignet.

Tja, das ist das triste Ergebnis meines Schriftstellerdaseins von 2019. Kein Wunder, dass es mir dieses Jahr so schlecht ging. So wenig habe ich, glaube ich, seit Jahren nicht geschrieben. Da hat es ja sogar 2014 besser funktioniert, als ich noch mitten im Studium steckte und in den Semesterferien drei unterschiedliche Praktika machte. Als ich begonnen habe, nebenbei als Texterin und Lektorin zu arbeiten. Selbst da habe ich es geschafft, vier Kurzgeschichten und zwei halbe Romane zu schreiben (ein Ende und einen Anfang).

Mein Fazit: Was das Schreiben angeht, hat mir die Ausbildung nicht gut getan. (In manch anderer Hinsicht leider auch nicht.) Aber das soll sich nächstes Jahr ändern. Dann bin ich nämlich fertig damit und kann mir gegebenenfalls eine Teilzeit-Stelle suchen. Mit 25 Jahren? Als Single? Ja! Das wird eine ganze Generation vermutlich nicht verstehen, ganz zu schweigen von den deutschen Behörden. Aber ich kann nur selbst wissen, was gut für mich ist. Und Vollzeit zu arbeiten, ist es gerade nicht.
Ich hoffe, wenigstens ihr versteht das. Vor allem die Autoren unter euch werden wissen, wie schwierig es ist, das Schreiben hinten anstellen zu müssen, wenn man nebenbei noch Job und Privatleben hat. Und wie viel einen das kosten kann. Und das ist mir der Preis wirklich nicht wert.

Sabrina S.

Sonntag, 8. September 2019

Kann man nur mit ... erfolgreich sein?

Nach meinem letzten Beitrag über Genres habe ich mich mal etwas intensiver damit beschäftigt, welche Genres eigentlich zur Zeit am beliebtesten sind. Abgesehen von meinen täglichen Erfahrungen in unserer Buchhandlung (die wirklich nicht repräsentativ sind) ist natürlich die Spiegel-Bestseller-Liste ein Indiz. Und wenn man so davor steht und sich die Belletristik anschaut, egal ob im Hardcover, Taschenbuch oder Paperback - Bücher von deutschen Autoren findet man überwiegend in diesen Genres: Thriller, Krimi, New Adult und Romane, die im 20. Jahrhundert spielen.

Was mich folglich zu der Frage bringt: Wenn man als Autor in Deutschland vom Schreiben leben will, muss man sich schriftstellerisch in einem dieser Genres bewegen?

Das ist ziemlich deprimierend für mich. Zwar landet auch manchmal ein Jugendbuch auf der Liste, jedoch eher selten. Eher auf den hinteren Rängen. (Von Ursula Poznanski mal abgesehen und die ist ohnehin Österreicherin und keine Deutsche.)

Wenn ich also vom Schreiben leben möchte, sollte ich dann umsiedeln? Das ist echt unfair. Die Deutschen haben doch einen recht eindeutigen Buchgeschmack. Und ich als Autorin passe da mit meinen Vorlieben nicht rein. Irgs, keine guten Aussichten ...
Kein Wunder, dass ich schriftstellerisch so deprimiert bin zur Zeit. Nicht nur, weil nichts funktioniert. Ich werde ja auch tagtäglich mit den Erfolgen anderer konfrontiert, die ich niemals erreichen werde. Einfach, weil ich im falschen Genre Geschichten schreibe!

Vielleicht lebe ich auch in der falschen Zeit. Vielleicht war das mal anders, wird das mal anders sein. Jetzt jedenfalls kann es nur schwierig sein, etwas zu veröffentlichen. Etwas erfolgreich zu veröffentlichen. Zumindest, wenn man nicht gerade Sebastian Fitzek, Rita Falk, Carmen Korn oder wie auch immer heißt.

Sorry wegen meiner Ausdrucksweise, aber das ist echt zum Kotzen. Und obwohl ein winziger Teil in mir sagt, ich könnte versuchen, diese Sichtweise zu ändern, das alles auf den Kopf zu stellen - mein rational denkendes Hirn weiß hingegen, das das nicht passieren wird. Kein Verlag wird so sehr an mich glauben, um diese Umstände zu ändern. Ich bin ja nur eine Autorin unter vielen Tausenden. Und garantiert kein Talent wie Goethe, Schiller, Kleist, Fontane oder Thomas Mann.

Und schon wieder muss ich mich entschuldigen. Ein echt deprimierender Beitrag, den ich hier schreibe (natürlich nicht für die Thriller- und New-Adult-Autoren und so). Ich will eure Träume ja nicht ruinieren. Aber es ist einfach so gut wie unmöglich für mich, angesichts dieser Tatsachen positiv zu bleiben. Mit meiner selbst auferlegten Schreibblockade erst recht. Und vor allem mit der Stimmung, unter der ich zur Zeit leide. Es ist wirklich ein Kampf. Den ich wahrscheinlich nicht gewinnen kann.

Nur wie sagt man so schön? Man weiß ja nie.

Sabrina S.

 

Freitag, 9. August 2019

Welches Genre ist das Richtige? Und welche Gattung?

Die Frage im Titel dieses Beitrags beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit. Nicht unbedingt als Leserin, weil ich hier hin und her wechseln kann, wie es mir beliebt. Aber als Autorin geht das nicht so einfach. Denn durch meine Ausbildung fehlt mir die Zeit, mich einfach nach Lust und Laune in diversen Genres auszutoben. Ich will schließlich irgendwann etwas veröffentlichen - und das nicht quer durch den Gemüsegarten.

Gut, manche Genres schließe ich ohnehin kategorisch aus. Ich werde wohl nie einen Krimi oder Thriller schreiben, im Humorbereich wäre ich mit meiner pessimistischen Haltung auch schlecht aufgehoben. Für Kinderbücher fehlt mir inzwischen die naiv-kindliche Perspektive. Und mit den meisten Sachbuch- und Ratgeber-Themen kenne ich mich zu wenig aus.
Doch es bleiben noch viele andere Genres übrig. Vor allem, wenn man die Subgenres dazuzählt. In diesen tobe ich mich ja bereits seit Jahren im Jugendbuch-Bereich aus. Hier habe ich es schon mit Low Fantasy probiert, mit Urban Fantasy, Dystopien und auch mit dem Jugendthriller. Im Grunde bin ich also eigentlich nicht festgelegt, so wie manch anderer Autor. Und trotzdem habe ich das Gefühl, ich experimentiere zu viel, um langfristig eine Marke aufbauen zu können.

Nun stehen mir inzwischen auch noch andere Gedanken im Weg. Meine neuste Idee, die ich gerne verfolgen würde, ist im High-Fantasy-Bereich angesiedelt. Für Erwachsene eher. Das macht es noch komplizierter, weil ich damit mein Heimatgenre komplett verlassen würde.
Darüber hinaus lese ich momentan so viel New Adult, dass es mich in den Fingern juckt, mich darin auch mal zu versuchen. Andererseits gibt es hier inzwischen so viel, dass es schwierig wird, etwas Innovatives zu erschaffen. Mit genug emotionaler Tiefe. Davor fürchte ich mich ein wenig, sodass ich dieses Vorhaben vermutlich aufgeben werde. Am meisten daran gejuckt hat mich sowieso nur, Bücher mit wechselnden Protagonisten, jedoch gleichzeitig sich kennenden Personen zu schreiben. Das finde ich persönlich immer am besten, weil es mich so auch eher an Serien erinnert, die ich grundsätzlich liebe.

Apropos Serien: Es gibt inzwischen ja auch Buchserien. Richtig bekannte wie von I. Reen Bow (Phönixakademie, Königreich der Träume), Nina Hirschlehner (Dark Spells) oder Tina Köpke (Royal Me).
Deren szenisches Prinzip ist an TV-Serien angelehnt. Man schwankt quasi zwischen unterschiedlichen Charakteren und unterschiedlichen Geschichten hin und her - innerhalb eines Buches. Obwohl ich einen roten Faden gerne habe, erzähle ich selbst auch in jeder meiner Geschichten mehr als nur die eine. Weil mir meine Charaktere zu wichtig sind, egal ob Protagonist oder Nebenfigur. Sie verdienen alle, dass über sie geschrieben wird.

Das Prinzip der Buchserie ist folglich auch für mich sehr interessant. Und eine Idee, die ich vor Jahren hatte, kann man auch wunderbar zu einer umfunktionieren, wie ich festgestellt habe. Sehr gerne würde ich diese verwirklichen, sehr gerne dieses Projekt mit der Welt teilen. Ob ich das noch schaffen werde? Keine Ahnung. Vielleicht, wenn meine depressive Verstimmung mal wieder auf einem Höhepunkt ist. Denn glaubt mir: dieses Projekt könnte sehr verstörend werden.
Und gleichzeitig bin ich total davon begeistert. Was sagt das also über mich aus? Hm ...

Jedenfalls ist die Genre-Frage nicht die einzige, die ich mir zur Zeit als Autorin stelle. Auch die Frage nach der Gattung spielt eine Rolle. Und auch hier habe ich schon experimentiert. Mit Kurzgeschichten fing neben meinem ersten Roman alles an. Mit Drehbüchern habe ich es auch mal probiert (eher erfolglos). 2015 begann ich schließlich meine Novellen-Reihe. Und mit der Buchserie freunde ich mich auch an. Wo soll das nur hinführen?

Jedenfalls nicht dazu, dass ich mich als Autorin irgendwie definieren kann. Ist das gut, ist das schlecht? Lasst mir eure Meinung gerne über Facebook oder Instagram zukommen!

Sabrina S.

Samstag, 27. Juli 2019

Inspiration im Urlaub?

Eine kurze Rückmeldung von mir aus dem Urlaub! Ich weiß, ich verfasse zur Zeit kaum Beiträge, sorry! Es gibt einfach so wenig zu erzählen.
Na gut, lesetechnisch gäbe es vielleicht schon einiges zu berichten. Als Auszubildende zur Buchhändlerin bin ich ja sehr gut beschäftigt mit und informiert über Neuhheiten. Aber die Zeit zu finden, zu jedem gelesenen Buch eine Rezension zu schreiben, Infos und Cover herauszusuchen, hier und dort zu posten - das ist momentan eine schwierige Angelegenheit. Schließlich bin ich auch noch Autorin und Lektorin.

Gut, von dieser Seite her ist nicht so viel los in meinem Leben. Das will ich jedoch ändern. Vor allem schriftstellerisch will ich wieder mehr machen. Bisher war das Jahr ziemlich mau. Und jetzt in meinem ersten alleinigen Urlaub wollte ich unbedingt wieder schreiben.
So gut aufgegangen ist der Plan leider nicht. Jedoch auch weil ich erkannt habe, dass ich mich zu nichts zwingen kann. Zu nichts zwingen muss. Also habe ich mir einfach nur Gedanken über meine letzten Ideen, meine letzten Projekte gemacht. Ohne mich zum Schreiben zu zwingen. Wie befreiend!

Wobei ich auch sagen muss, dass ich es vermisse. Ich vermisse das Schreiben! Es gibt mir so viel, durch dieses Hobby kann ich so viel verarbeiten. So viel erleben. Mit all den Büchern täglich um mich herum ist man zusätzlich deprimiert, wenn man es selbst nicht schafft, seine Geschichten zu beenden oder irgendwo unterzubringen. Das fördert die Blockade, die ich mir selbst auferlegt habe.

Ich kann nur hoffen, dass sich das ändern wird. Inspirationen von der Natur habe ich immerhin gesammelt. Und eine Menge Hitze aufgenommen. Vielleicht sollte ich mal einen Wüstenroman oder so schreiben - würde sehr gut zu diesen Temperaturen passen!

Sabrina S.

Sonntag, 10. März 2019

Es ist nicht dasselbe ...

An die Berufsschule zurückzukehren, wo ich im Jahr 2017 so viele positive Erinnerungen sammeln durfte, war für mich ein Highlight für das Jahr 2019. Ich hatte gehofft, dass sich vieles ähneln würde und ich mal wieder ein positives Gefühl sammeln könnte. Nur leider kriegt man im Leben nicht immer, was man will.

Was auch gar nicht am mediacampus liegt. Ich mag die Atmosphäre dort, der Unterricht ist informativ und unterhaltsam zugleich. Die Umgebung lädt zum Spazierengehen ein, nicht weit entfernt liegt das Hessen-Center zum Shoppen. Ich könnte mir meine Berufsschulzeit an sich nicht besser wünschen.
Nur leider ist es einfach nicht wie letztes Mal. Kann es auch gar nicht sein ohne dieselben Leute. Damit hätte ich rechnen müssen. Aber ich wollte hoffen. Nach dem verdammten letzten Jahr wollte ich wirklich positive Erfahrungen gewinnen. Die jedoch sind nur minimal gestreut dieses Mal.

Dadurch habe ich zwar mehr Zeit, mich mit dem Lesen zu beschäftigen, aber wenn jeder Tag gleich ist, kann das schon deprimieren. So sehr, dass ich zur Zeit auch keine Rezensionen schreibe. Das tut mir eigentlich leid, weil ich eben viel zum Lesen komme. Aber irgendwie kann ich dieses Mal nicht ich selbst sein - und dazu gehört eigentlich dieser Blog. Dazu gehört Social Media. Aber ich bremse mich selbst aus. Meine ganze Kreativität.

Zeit zum Schreiben hätte ich auch! Ich habe es auch wirklich ab und an versucht, sogar wenn ich alleine war (was echt nicht einfach ist, wenn man in einem Dreibettzimmer untergebracht ist). Doch alles, was ich zustande bekomme, sind Szenen aus der Vergangenheit, in denen ich schwelge. Was hätte sein können. Ich versuche, daraus eine Geschiche zu basteln, finde aber nicht die richtigen Worte. Weil alles verfliegt. Und weil das alles nur für mich gedacht ist. Für meinen Koffer der Erinnerungen und sonstigen Gefühle.

Also packe ich alles ein, verstaue es und tue so, als ob nichts wäre. Als ob mich nicht manches beinahe auffressen würde. Verdränge die Vergangenheit, obwohl ich Ausschau halte. Es ist kontrovers. Es ist deprimierend.

Und ich ziehe mich noch weiter runter, indem ich das Leben da draußen ignoriere. Ich bin in meiner kleinen Blase hier am Campus gefangen. Kaum Mitteilungen nach außen. Kaum Ausflüge. Am besten kein Gedanken daran, dass ich die Leipziger Buchmesse verpasse. Um hier herumzusitzen, zu lernen, zu existieren. Wahrscheinlich sollte ich mich dieses Mal freuen, zurückzukehren in mein anderes Leben. 2017 sollte es nicht enden. 2019 ist vieles eine Qual.


Tja, und dieser Text ist poetischer geworden, als ich geplant hatte. Er fängt echt noch wie ein Bericht an, bevor er ins Literarische übergeht. Fast schon wie ein Poetry-Slam-Text. Vielleicht wäre ich dafür ja auch geeignet - hätte ich nicht so viel Angst davor, vor Publikum zu stehen.

Wie auch immer. Ich hoffe, ihr stört euch nicht an diesem persönlichen Beitrag. Manchmal muss alles raus, wenn man sich sonst gefangen fühlt. Vielleicht hilft mir diese Art von Schreiben gerade wirklich am meisten.

Sabrina S.

Samstag, 13. Oktober 2018

Longlist, Shortlist und was dann?

Am 15. Juli 2018 habe ich euch noch verkündet, dass mein Roman "Fusion" es auf die Longlist des zweiten Schreibwettbewerbs von tolino media und Carlsen Impress geschafft hat. Am 16. August 2018 hätte ich noch mal die Möglichkeit gehabt, euch voller Freude mitzuteilen, dass er es außerdem auf die Shortlist geschafft hat.
Warum ich es nicht getan habe? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil ich tief in mir drin geahnt habe, dass die Geschichte nicht gut genug ist, um unter die Top 3 zu kommen.



"Wieder Shortlist, wieder gescheitert"

Und so ist es auch gekommen. "Fusion" war gut genug für die Top 10, aber nicht fürs Siegertreppchen. Gestern war die Preisverleihung, auf die ich mich im Grunde gefreut hatte. Obwohl vorher keine Nachricht gekommen ist. Ich dachte, vielleicht wäre es anders als beim ersten Mal. Und gleichzeitig wusste ich, dass ich mir das nur einzureden versuchte.
Trotzdem hatte ich noch unterschwellig Hoffnung. Ich bin ja auch nur ein Mensch mit Gefühlen. Diese wurden allerdings erneut enttäuscht. Wieder Shortlist, wieder gescheitert. Wieder war das Werk sehr gut, aber nicht überragend. Da fragt man sich schon, was falsch läuft.

Gut, beim ersten Wettbewerb habe ich einen Jugendthriller eingereicht, der zumindest nicht wirklich zum Profil von Impress passt. Obwohl das Thema einfach nur Jugendbuch gewesen ist. Und als es "Hidden Secrets" die besten zehn erreicht hat, habe ich geglaubt, ein Wunder schaffen zu können.
So ist es natürlich nicht gekommen. Nein, stattdessen wurde das Thema beim zweiten Wettbewerb sogar auf Young Adult Fantasy und Romance eingegrenzt. Ein Zufall? Keine Ahnung.


"Oder ich konnte eine komplett neue Geschichte schreiben. Völlig abwegig"

Jedenfalls hatte ich nach der Ankündigung für den Wettbewerb nicht mal ein passendes Manuskript. Nur meine beiden Debütromane hätten ins Profil gepasst und die hätten keinen Piep gewonnen. Also hieß es entweder, "Infected" umschreiben (den ewigen Roman, bei dem ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht habe, ob es eine Reihe oder ein Einzelband werden soll - und bei dem ich mich letztendlich für eine Fortsetzung entschieden habe).
Oder ich konnte eine komplett neue Geschichte schreiben. Innerhalb von drei Monaten. Völlig abwegig, sogar für "Hidden Secrets" habe ich über ein halbes Jahr gebraucht. Und der ging mir vergleichsmaßen leicht von der Hand.


"Alles wurde einfacher, romantischer. Ich dachte, das würde besser ankommen"

Tja, nur gut, dass ich noch einen Geschichten-Ordner mit einer Sparte für Romanideen hatte. Mitsamt einer Idee, die mir wieder mal im Traum gekommen war. Eigentlich sogar der letzten guten Idee, die ich seit Langem hatte. Das Problem war, dass die alles andere als ausgereift war, so wie alle meine spontanen Eingebungen. Ich plane hier nie weiter, wenn ich mitten in anderen Projekten stecke, weil sie sonst wie "Infected" enden könnten: ewig und drei Tage in der Schublade, bis ich sie aus Not an der Idee heraushole und dann über ein Jahr daran festhänge.
Es fehlte vor allem noch ein Ende nach einer noch recht großen Wendung. Und dann würde das Werk so umfangreich werden und so kompliziert, dass dann keiner mehr weiterlesen wollen würde. Also wurde viel der ursprünglichen Idee gestrichen und alles etwas einfacher, romantischer, märchenhafter gestaltet. Ich dachte, das würde besser ankommen.


"Immerhin bin ich konsequent. Zweimal Shortlist, zweimal gescheitert"

Was es ja auch tat. Es kam an. Aber halt nicht gut genug. Wie beim letzten Mal auch. Immerhin bin ich konsequent. Zweimal Shortlist, zweimal gescheitert. Das muss mir erst mal einer nachmachen. Das geht allerdings nur, wenn es noch einen dritten Wettbewerb gibt. Apropos: Sollte es wirklich so weit kommen, ich wäre mir nicht sicher, ob ich noch einen Versuch starten würde.
Das heißt nicht, dass ich aus Frustration mit dem Schreiben aufhören werde. Das bestimmt nicht. Aber ich habe es mit etwas Außergewöhnlichem versucht und etwas Einfachem. Was sollte ich denn noch machen, um zu überzeugen?
Nein, ich glaube nicht, dass ich eine erneute Niederlage verkraften könnte. Vor allem, da es ja keine Garantie gäbe, wieder so weit zu kommen. Oder ich würde mir erneut falsche Hoffnungen machen. Ich weiß nicht mehr, ob es mir das wert ist.

Wie auch immer. "Fusion" ist nun ein weiterer Roman in meiner virtuellen Schublade. Einen, den ich unter Extrembedingungen geschrieben habe. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich das gemacht habe. Mit zwei Jobs. Mit einer Sehnenscheidenentzündung zwischendurch. Und in einer schlimmen privaten Phase.
Es kam alles zusammen und trotzdem habe ich es durchgezogen. Ich habe "Fusion" beendet, überarbeitet, mir Feedback geholt und es rechtzeitig geschafft, den Roman einzureichen. Allein darauf sollte ich stolz sein. Darauf kann ich stolz sein. Genau wie auf das zweimalige Erreichen der Shortlist.


"Ich gebe niemals das auf, woran mir am meisten liegt"

Ich bin eine gute Autorin. Das ist mir jetzt erst wieder bewusst geworden. Ich muss nur noch den richtigen Kurs, den richtigen Mut finden. Und dafür werde ich alles tun. Denn da sind noch so viele Geschichten, die geschrieben werden wollen. Die beendet werden wollen. Oder die überhaupt erst angefangen werden wollen. Die ich noch nicht mal kenne.

Nein, ich gebe niemals das auf, woran mir am meisten liegt. Ich bin eine Kämpferin. Und ich lasse nicht die anderen über mein Glück entscheiden.

Sabrina S.


Sonntag, 15. Juli 2018

Ein Lebenszeichen - aus gutem Grund

Liebe BlogleserInnen,

wie ihr vielleicht schon schon auf meinem Instagram-Account (nancstory94) oder auf meiner Facebook-Seite mitbekommen habt, will ich versuchen, Ehrlichkeit an den Tag zu legen. Vor allem, was meine Social-Media-Präsenz angeht. Darum bin ich jetzt vollkommen ehrlich:

Es fällt mir unendlich schwer, diesen Beitrag zu schreiben. Denn ich sitze hier vor meinem Laptop, mein Sichtfeld wird immer wieder von Tränen verschleiert, meine Brille bekommt davon Flecken und meine Finger zittern.

Bevor ihr euch sonst was ausmalt, gleich vorab: Es gibt eine positive Ursache. Ausnahmsweise geht in meinem Leben nämlich seit gut einem Dreivierteljahr mal wieder etwas gut aus. Ich werde nicht näher auf all das Negative eingehen, aber ihr sollt wissen, dass es gute Gründe für meine Abwesenheit gab bzw. immer noch gibt. Und im Grunde hat die DSGVO daran wirklich nur einen kleinen Anteil.

Jedenfalls belebe ich meinen Blog mit einer Freudensnachricht wieder, von der ich oft nicht glaubte, dass ich sie verkünden können würde. Zu viele Zweifel plagten mich. Und sie werden mich auch in den nächsten Monaten noch begleiten, aber nicht so stark wie bis zu diesem Punkt. Denn ab heute nenne ich mich wieder eine hoffnungsvolle Autorin.

Und das hat folgenden Grund: der Schreibwettbewerb von tolino media und Carlsen Impress.

Hm, okay, alte Leier, denkt ihr euch jetzt vielleicht. Aber nein, eher neue Leier. Denn es geht nicht um den ersten Wettbewerb, es geht nicht um meinen Jugendthriller "Hidden Secrets". Es geht um den zweiten Wettbewerb, der bei der Leipziger Buchmesse 2018 ausgerufen worden ist. Für den ich in den letzten drei Monaten an einem neuen Roman gearbeitet habe, dem ich letztendlich den Arbeitstitel "Fusion" gegeben habe.

Ich werde euch noch ausführlicher darüber berichten, wichtig ist an dieser Stelle nur eines: Er hat es auf die Longlist geschafft. "Fusion" ist unter den besten 30 Geschichten.

Ich habe keinen blassen Schimmer, ob es noch weitergehen wird. Shortlist/Top 10, Siegertreppchen? Alles lediglich Wunschträume. In zu weiter Ferne, um das in Erwägung zu ziehen. Vor allem, da ich gelernt habe, dass einen enttäuschte Hoffnungen sehr schnell in ein tiefes Loch werfen können. Darum werde ich warten. Nichts erwarten.

Und während ich das tue, werde ich euch etwas mehr offenbaren. Denn ohne das Ziel, euch eines Tages diesen Roman zeigen zu können, hätte ich es niemals bis hierhin geschafft. Darum jetzt schon mal danke. Danke für eure Unterstützung - auch wenn ihr nichts davon wusstet.

Sabrina S.



Sonntag, 5. Februar 2017

Mein Leben im Umbruch. Oder auch: Autorin out of office


Sorry ist wohl das beste Wort, um diesen Beitrag einzuleiten. Denn: Mein letzter Post liegt schon über einen Monat zurück. Schande über mich. Da verschwinde ich in der Versenkung, ohne euch darüber zu informieren. Nicht die feine englische Art, ich weiß. Darum also: SORRY!

Natürlich habt ihr eine Erklärung verdient, warum es momentan so ruhig um mich ist. Dafür gibt es mehrere Gründe, aber zusammenfassend kann ich euch sagen, dass mein Leben im Umbruch war. Die Betonung liegt hier auf dem "war", denn inzwischen ist es so weit, dass sich alles wieder einspielt. Wobei es sich für mich nicht danach anfühlt, so viel Neues steht auf meinem Tagesplan.

Sonntag, 1. Januar 2017

2016 - Ein schriftstellerischer Rückblick

Puh, 2016 ist vorbei. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Denn die Autorin in mir ist ziemlich zwiegespalten, was dieses Jahr angeht. Wer meine Posts von "Das Schreiben & Ich" verfolgt hat, wird wissen, wovon ich rede. Schließlich gab es in etwa so viele negative wie positive Nachrichten, über die ich relativ gründlich berichtet habe. 
Trotzdem hier noch mal ein paar Rekapitulationen zum Jahresabschluss - vielleicht lernen die Autoren unter euch ja noch etwas aus meinen Fehlern und Erfahrungen.


https://www.wattpad.com/story/61822226-der-unbekannte?utm_source=widget&utm_medium=reading
Das Jahr fing ziemlich bescheiden an. Der Oldigor Verlag schloss seine Pforten, sodass die Anthologie "Das Lächeln der Stille" mit meiner Kurzgeschichte "Der Unbekannte" nicht mehr veröffentlicht werden konnte. Das war eine ernüchternde Nachricht, fand ich die Geschichte doch so gut gelungen. Was also tun?
Lösung: Auf Wattpad einstellen! 
Ich weiß, Urlaubsliebe passt gerade nicht so gut zum Wetter, aber vielleicht habt ihr ja Lust, sie zu lesen. Einfach auf das Bild klicken und schon seid ihr da ;) 


http://wölfchen-verlag.de/flucht-in-ein-sicheres-lebenAllerdings ging es dann positiv weiter, denn die Anthologie "Flucht in ein sicheres Leben" vom Wölfchen Verlag hat es ans Tageslicht geschafft.
Meine Kurzgeschichte "Opfer für die Freiheit" war ein Kampf, den ich im Oktober 2015 ausgefochten habe, doch er hat sich gelohnt. Die erste Auflage der Anthologie erschien passend zur Leipziger Buchmesse, die ich seit Ewigkeiten mal wieder besucht habe. Ganz so positiv war mein Fazit leider nicht, aber ich hab zumindest für die Zukunft dazu gelernt, was Buchmessen angeht.


Ebenfalls im ersten Drittel des Jahres kam die Arbeit an meinem Roman "Infected" ins Stocken. Die Verbindung zur Geschichte hatte ich ja noch nie wirklich gefunden, seitdem ich sie im November 2015 begonnen hatte. Und durch die Bachelorarbeit und mehrere Lektoratsaufträge wurde die Motivation immer geringer, weiterzuschreiben.

Die Folgen: Der Roman würde monatelang auf Eis liegen.


Zwischen März und Juni war schriftstellerisch die schlimmste Zeit des Jahres für mich. Sabrina Schumacher = Autorin, diese Gleichung stimmte nicht mehr. Es war wie ein Loch, in das kein Licht fiel. Gott sei Dank war ich so beschäftigt mit anderen Dingen, dass ich das Schreiben nicht allzu sehr vermissen konnte. Zumindest nicht vordergründig. In mir drin kam immer wieder der Drang hoch, etwas Kreatives zu schaffen. Aber "Infected" war einfach nicht das richtige Projekt, nicht die Leiter aus dem Loch.

Darum stürzte ich mich im Juni auf den Anfang einer Kurzgeschichte, die ich am 31. Dezember 2015, kurz vor dem Beginn des neuen Jahres, begonnen hatte: "Burned". 
Sie passte von der Atmosphäre her wunderbar zu meiner Kellerstimmung. Also setzte ich mich eines tristen Sonntagabends hin und schrieb daran weiter. Daraus wurde schließlich eine Art Ritual, sodass ich nur noch an Sonntagabenden an der Geschichte arbeitete. Verrückt? Vielleicht. Aber immerhin schreiben, das war das Wichtigste für mich.

So wichtig, dass ich die Geschichte sogar zum Camp NaNo im Juli 2016 anmeldete. 10.000 Wörter müssten doch zu schaffen sein, trotz des langen Schreibentzugs ... na ja, ganz geklappt hat es dann nicht, aber das hatte auch seine Gründe. Denn mitten im Juli erreichte mich eine Nachricht, die meine Autorenwelt wieder auf den Kopf stellte.

Mein Jugendthriller "Hideen Secrets", den ich klammheimlich beim Schreibwettbewerb von tolino media und Carlsen Impess eingereicht hatte, hatte es auf die Longlist geschafft! Er war einer der besten 31 Romane von über 200 Einsendungen. Kaum zu glauben, wo ich doch normalerweise Fantasy-Autorin war. Egal. Erfolg ist Erfolg.

Ganz so erfolgreich ging das Jahr allerdings nicht weiter. Mit "Burned" lief es nicht mehr ganz so gut, nachdem mich ständig Gedanken zu einer Fortsetzung von "Hidden Secrets" plagten. Aber ich konnte mich nicht zu konkreten Plänen durchringen, war ich mir doch unsicher wegen dem Genre ...

Um Klarheit zu erlangen, setzte ich mich zur 33. Schreibnacht zusammen mit einer Autorenfreundin, die ebenfalls auf der Suche nach dem richtigen Projekt war, hin - und schrieb. An "Infected". Eine Art neuer Versuch, ob ich den Roman wiederbeleben könnte. Es lief mäßig. Keine 1000 Wörter. Frust hoch zehn, Zweifel hoch zehntausend. Vielleicht war ich keine Fantasy-Autorin. Vielleicht lieber alles hinschmeißen und mich neu erfinden. Hm, so richtig überzeugten mich meine inneren Stimmen jedoch nicht.


Noch nicht einmal, als es "Hidden Secrets" auf die Shortlist des Schreibwettbewerbs schaffte. Ich wartete schon wochenlang auf die Bekanntgabe der Top 10 und am 30. September war es so weit. Mein Name und der Titel des Romans erschienen auf der Facebook-Seite von tolino media und ich sprang wie eine Irre durch die Wohnung. Nur um danach von irrsinnigen Ideen zu einer Fortsetzung geplagt zu werden, die ich eigentlich gar nicht umsetzen wollte. Doch das wurde mir erst später klar.


Beziehungsweise so nach und nach, während ich immer mal wieder eine kurze Szene an "Infected" schrieb. An dem Projekt, in das ich so viele Nerven investiert hatte. Das mich beinahe davon abgehalten hätte, meine "Krieger"-Reihe zu beenden. Niemals könnte ich mittendrin aufhören. Das passte nicht zu mir. Also fasste ich im Oktober den Schluss, es zu versuchen. Dieser Urban-Fantasy-Roman würde mich nicht in die Knie zwingen.
Dass "Hidden Secrets" nicht unter die Top 3 kam und somit nicht im Rahmen des Wettbewerbs veröffentlicht werden würde, bestärkte mich in meinem Entschluss, der Fantasy noch nicht abzuschwören.

Somit stand auch fest, an was ich während des NaNoWriMo im November arbeiten würde. "Infected" sollte ein Ende finden. Die 50.000 Wörter, um den NaNo zu gewinnen, waren ein Bonus, den ich mir obendrein genehmigen wollte. Also auf in den Kampf.
Wobei das wohl nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Denn trotz lebenswichtiger Entscheidungen, die den November beeinflussten, lief es mit dem Schreiben fast wie von selbst. Nicht ganz so einwandfrei und flüssig wie mit "Hidden Secrets", aber es ging vorwärts. Der Weg war vorgegeben, ich kannte den Plot. Bis auf den Schluss. Und hier kamen dann wieder Probleme auf.

Konnte ich es mir vorstellen, möglicherweise noch eine Fortsetzung zu "Infected" zu schreiben? Im Grunde hatte ich nie eine geplant, doch das gewollte Ende war unmöglich geworden angesichts all der Entwicklungen in der Geschichte. Dann hätte ich einen 600-Seiten-Roman fabriziert und darauf kann ich weiß Gott verzichten nach meinem Über-800-Normseiten-Projekt von 2009-2012.

Auf eine Fortsetzung hinzuarbeiten, war also unumgänglich angesichts dessen, dass ich mir kein anderes Ende vorstellen konnte. Und kaum war ich mir dessen bewusst, schrieben sich die letzten Kapitel wie von allein. Passend zum 30. November tippte ich das letzte Wörtchen ins Manuskript. Über 53.000 Wörter in einem Monat. Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe. (Bis heute habe ich mich nicht getraut, diesen Teil der Geschichte noch mal zu lesen.)

Tja, und da mir dieser Erfolg noch nicht genug war für dieses Jahr, setzte ich am 11. Dezember noch eins drauf und schrieb auch "Burned" - inzwischen eine Novelle - zu Ende. Triumph hoch zwei zum Jahresabschluss. Ich weiß nicht, wie ich mir 2016 noch mehr hätte versüßen können nach diesem Wechselbad der Gefühle. Jedenfalls gibt es jetzt erst einmal eine Schreibpause, in der überarbeitet wird und Fortsetzungen geplottet werden. Sowohl zu "Infected" als auch zu "Burned" wird es sie geben. Denn ich habe festgestellt: Wenn ich mir etwas vornehme, werde ich es auch schaffen.

Und mit diesem alten, aber noch nicht ausgelutschten Spruch geht es ab ins Jahr 2017!

Sabrina S.

Wenn ihr auch irgendwelche tollen Autoren-Geschichten oder Jahresrückblicke auf euren Blogs veröffentlicht habt, nur her damit! Postet mir gerne die Links als Kommentare, ich bin immer gespannt darauf, was meine Autoren- und Bloggerkollegen zu erzählen haben ;)


Samstag, 3. Dezember 2016

NaNoWriMo 2016 - Mein Weg zum Erfolg


Der NaNoWriMo 2016 ist vorbei und ich habe diese Herausforderung erstmals gemeistert. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass ich so enorm viel Zeit hatte dieses Jahr. Die 30.000 Wörter, die ich mir 2015 während der beiden Camp NaNos vorgenommen hatte, habe ich ja bereits zweimal geschafft, aber 50.000 Wörter sind noch mal ein ganz anderes Kaliber für jemanden wie mich. Denn ich bin eigentlich eher ein Gelegenheitsschreiber, je nach Lust und Laune. Aber jetzt habe ich mir bewiesen, dass wenn ich mir etwas vornehme, kann ich es auch mit einem "Abgabedatum" erreichen. 

Wobei ich kaum glaube, dass ich es nächstes Jahr noch einmal schaffen werde. Dann bin ich mitten in der Ausbildung zur Buchhändlerin (ich sage ja, meine Zukunft liegt in der Buchbranche :) ) und dann so viel zu schreiben ... doch das ist ein anderes Thema. Blicken wir lieber auf die Gegenwart. Und so sah mein NaNoWriMo 2016 in Phasen aus:


Phase 1: "Dass ich so viel schreiben würde, war eine Mega-Überraschung."

Der Beginn des NaNo fiel mir leichter als gedacht. Ich wollte die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, vielleicht gab das den Ausschlag, dass ich bis Tag 3 jedes Mal über dem Tagessoll war. So schrieb ich mir einen Riesenpuffer an. Nachdem ich so lange nur häppchenweise an "Infected" geschrieben hatte, war das eine Mega-Überraschung.

Phase 2: "Das erste Tief war ein herber Rückschlag."

Dann kam der Dämpfer. Ich hatte andere Dinge im Kopf, am 5.11. ging es mir gesundheitlich nicht so gut, sodass ich mich weder konzentrieren noch ohne Schwindelgefühl auf den Bildschirm schauen konnte. 353 Wörter, das war ein herber Rückschlag. Der Puffer - weg. Geradeso über dem Soll. Mein erstes NaNo-Tief.

Phase 3: "Es lief nicht nach Plan - ich blieb semi-optimistisch."

Danach hieß es aufholen. Zwei Tage über dem Soll, die nächsten drei darunter. Ganz so nach Plan lief es also nicht. An Tag 10 hatte ich gut 500 Wörter mehr als nötig waren. Das war viel zu wenig, immerhin wusste ich nicht, wann das nächste Tief kommen würde. Und anhand all der Dinge, um die ich mich für meine Zukunft kümmern musste, war es nur eine Frage der Zeit, bis das kam. Ich war also eher semi-optimistisch, ob ich den NaNo gewinnen würde.

Phase 4: "Ich legte den Turbo ein bei den Übergangsszenen."

Ab dem 11. legte ich den Turbo ein. Eigentlich waren es eher Übergangsszenen, die mir einen erneuten Puffer einbrachten. Normalerweise senken die den Wordcount bei mir eher, da ich sie hasse. Wirklich. Aber na ja, ich musste vorankomen, also weg mit den negativen Gefühlen.

Phase 5: "Keine Ahnung, wie ich bei all den Problemen im Soll blieb."

Dann gingen die Probleme erst richtig los. Denn ich bewegte mich aufs Ende des Romans zu. Das ich noch nicht kannte. Ich musste also innerhalb weniger Tage entscheiden, wie der Schluss aussehen soll. Und ob ich einen Einteiler konzipiere oder auf eine Fortsetzung hinarbeite. Der ursprüngliche Plan war eine Art Cliffhanger, doch ich hatte keine Lust, noch mal so einen dicken Roman mit so vielen Problemen zu schreiben. Also überlegte ich fieberhaft, ob ich ein anderes Ende planen sollte.
Es war ein einziges Auf und Ab in der dritten NaNo-Woche, bei dem ich trotzdem im Soll blieb. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Wahrscheinlich mit etwas zu viel Geschwafel. 
(Ja, die Überarbeitung dieser 50.000 Wörter wird wahnsinnig witzig.)

Phase 6: "Mit dem Plotten kam die Vorfreude aufs Ende."

Nachdem ich am 26. festgestellt habe, dass das Einteiler-Ende unbefriedigend wäre und all meine Pläne für den Roman kaputt machen würde, setzte ich mich ans Plotten und siehe da: Alles lief auf eine Fortsetzung hinaus. Als mir das klar wurde, ging es mit dem Schreiben plötzlich wieder wie von selbst. Ich wusste, welche Szenen noch kommen sollten. Und so langsam stellte sich die Vorfreude aufs Ende ein.

Phase 7: "Den NaNo zu gewinnen, war wie das Lösen eines Fluchs."

Als ich am 28. die 50.000 beinahe voll bekam, war das wie das Auflösen des Fluchs, der über dem Roman lag. Ich würde den NaNo gewinnen und gleichzeitig auch noch das "ewige Projekt" beenden. Vor gut einem halben Jahr habe ich kaum geglaubt, dass ich "Infected" je beenden würde. Die Geschichte lag auf Eis. Und dann gewann ich den NaNo am 29., setzte das letzte Wort am 30. ins Manuskript. Es ist immer noch so unglaubwürdig. Was vermutlich daran liegt, dass es nicht wirklich das Ende der Geschichte ist. Aber egal. Um Teil 2 kann ich mich später kümmern. Sobald ich ihn geplottet habe :D


Und so sieht meine NaNo-Grafik nun insgesamt aus:

Bild: http://nanowrimo.org/participants/sabrina-schumacher/novels/infected-1071860/stats

Mit 1.775 Wörtern im Schnitt liege ich gerade mal 108 Wörter über dem Tagessoll und das ist wirklich wahnsinnig wenig. Aber ich habe über 53.000 Wörter geschrieben, darauf bin ich stolz. Da man das Auf und Ab dieses Novembers in der NaNo-Grafik gar nicht sehen kann, habe ich noch eine eigene Grafik angefertigt, die meine geschriebenen Wörter pro Tag einfängt:


 

Und mit diesem wilden Zickzack verabschiedet sich die NaNo-Autorin in mir. Wie es mit "Infected" weitergeht, und ob ich es endlich auch mal schaffe, meine Novelle "Burned" zu beenden, erfahrt ihr in meiner Blog-Reihe "Das Schreiben & Ich", zu der es immer mittwochs alle zwei Wochen einen neuen Beitrag gibt.

Teilt mir auch gerne eure NaNo-Erfahrungen mit, ich bin neugierig, ob ihr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hattet :)

Und ein kleiner NaNo-Tipp zum Abschluss: Plant nicht mitten im NaNo noch Handlungsstränge oder das Ende um. Bei mir ist das gutgegangen, aber empfehlen würde ich solche Plot-Probleme niemandem.

Sabrina S.


Donnerstag, 1. Dezember 2016

NaNoWriMo 2016 - Die letzte Woche geht vorüber ...

Und ich habe es tatsächlich geschafft, beim dritten Versuch den NaNoWriMo zu gewinnen!!!


In meinen Wochenrückblicken habt ihr ja schon einen guten Überblick darüber bekommen, wie die ersten drei NaNo-Wochen so liefen. Von Tatendrang über ein Auf und Ab und schließlich bis hin zu ersten Zweifeln. Und ich muss zugeben, es war wirklich nicht einfach, bis hierhin zu gelangen. Bis zu den 53267 Wörter, die nun in meinem Wordcount stehen.

Dienstag, 22. November 2016

NaNoWriMo 2016 - Das Ende rückt näher, nur welches?


So langsam ist die Luft raus. Das ist jetzt die dritte Woche, in der ich jeden Tag geschrieben habe, und es kommt die Zeit, wo ich mich wirklich frage, ob ich meine Ziele erreiche. Nicht nur den Wordcount von 50.000, sondern vor allem auch mein Ziel, "Infected" zu beenden. Und hier kommt die Info ins Spiel, die ich euch letzte Woche noch vorenthalten habe:

Ich weiß nicht, wie der Roman enden soll.

Das ist mir noch nie passiert. Normalerweise arbeite ich mit der Handlung auf ein bestimmtes Ziel hin. Das Ende weiß ich sogar oft mit als Erstes. Doch nicht bei dieser Geschichte. Großartig wundern tut mich das allerdings nicht, so viele Probleme, wie mir der Roman schon bereitet hat.

Dienstag, 15. November 2016

NaNoWriMo 2016 - Eine Achterbahnfahrt (der Gefühle)


Es ist schwer zu glauben, dass erst die Hälfte des NaNoWriMo um ist. Ich habe inzwischen das Gefühl, als hätte ich schon wahnsinnig viel geschrieben. Korrektur: Ich habe schon wahnsinnig viel geschrieben - für meine Verhältnisse zumindest. Und so langsam kommen die ersten Zweifel auf, ob ich dieses Schreibpensum aufrechterhalten kann. Das rührt jedoch nicht von dem Zeitfaktor her (ausnahmsweise habe ich mal genug Freizeit), sondern liegt eher an die Motivation. So langsam droht sie mir nämlich flöten zu gehen. Das könnte unter anderem daran liegen, dass ich mich dem Ende des Romans nähere.

Dienstag, 8. November 2016

NaNoWriMo 2016 - Ich pack das!


Nachdem ich euch gestern mehr über die NaNo-Hintergründe von "Infected" erzählt habe, und warum ich den Roman "das ewige Projekt" nenne, gibt es wie versprochen heute einen Rückblick auf meine erste NaNoWriMo-Woche. Und keine Sorge - es wird nicht so dramatisch wie letztes Jahr ;)

Dieser NaNo steht unter einem komplett anderen Stern als der von 2015. Ich bin nicht krank, ich muss nicht mehr in die Uni, habe momentan keinen Lektoratsauftrag und ich muss mich nicht mit einem Romananfang herumschlagen (ihr wisst ja, die Romananfänge und ich stehen auf Kriegsfuß). Abgesehen davon steht der Plot. Klar, es gibt kleinere Lücken, aber das sind eher die Übergangsszenen, die ich spontan schreiben muss, um die wichtigen Ereignisse miteinander zu verbinden. Und ein klein wenig kreative Freiheit habe ich mir auch gelassen und nur das Wichtigste festgelegt. So schreibt es sich für mich am besten, habe ich festgestellt.

Montag, 7. November 2016

NaNoWriMo 2016 - Die letzte Chance für das "ewige Projekt"?

www.nanowrimo.org

Jetzt habe ich dieses Jahr glatt vergessen, euch anzukündigen, dass ich beim NaNoWriMo dabei bin - Schande über mich! Für alle, die neu hier sind oder nicht wissen, was die dieses Kompositum aus großen und kleinen Buchstaben bedeutet:
Der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) findet jedes Jahr im November statt. Die Vorgabe dabei ist, einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Viele Autoren nutzen diesen Monat, um neue Projekte zu verwirklichen. Inzwischen ist es aber auch erlaubt, einem angefangenen Roman 50.000 neue Wörter zuzuführen. Und genau das ist mein Ziel.

Dieser NaNoWriMo soll für mich einiges ändern. Nachdem ich lange Zeit gegrübelt habe, ob ich nicht lieber einen weiteren Jugendthriller schreibe, habe ich mich schließlich doch dafür entschieden, "Infected" nicht aufzugeben. Wie ihr vielleicht wisst, hatte ich so einige Schwierigkeiten mit dem Urban-Fantasy-Roman. Seitdem ich die Idee hatte, lief alles verkehrt. Romane, die dazwischen kamen. Fehlende Schreibzeit. Keine Motivation. Deswegen nenne ich ihn momentan "das ewige Projekt".

Dienstag, 25. Oktober 2016

Und um ist der Wettbewerb ...

Tja, die Frankfurter Buchmesse 2016 ist vorbei und damit liegt auch die Siegerbekanntgabe des Romanwettbewerbs von tolino media und Carlsen Impress in der Vergangenheit. Ich war zwar nicht dabei, aber dank der sozialen Medien habe ich schnell davon erfahren, dass ich es nicht unter die Top 3 und damit unter die Gewinner geschafft habe.

Die erste Reaktion war Ernüchterung. Klar, auch wenn man den Sieg nicht erwartet, man hegt trotzdem leise Hoffnungen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mir nicht überlegt, wie der Sieg gewesen wäre. Was danach hätte passieren können.
Ich hab mir vorgestellt, endlich einen Schritt in der Buchbranche zu tun, für den ich dachte, noch nicht bereit zu sein. Dass ich mich nicht nur selbst als Autorin sehen würde im Anschluss, sondern es auch allen anderen beweisen könnte.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Was bedeutet die Shortlist für mich als Autorin?

Wie ich bereits voller Euphorie verkündet habe, hat  mein Jugendthriller "Hidden Secrets - Nichts bleibt verborgen" es beim Schreibwettbewerb von tolino media und Carlsen Impress auf die Shortlist geschafft. Ist für mich immer noch unwirklich, obwohl fast zwei Wochen vergangen sind.

Folgende Frage stellt sich nun: Ist der Roman gut genug für die Top 3?

Dienstag, 4. Oktober 2016

"Hidden Secrets" ist auf der Shortlist bei tolino media und Carlsen Impress!

Irgendwie hat mich die Schriftstellerei in letzter Zeit eher frustriert als glücklich gemacht, da nichts so lief, wie es sollte. "Infected" lag monatelang auf Eis, aus meiner Kurzgeschichte "Burned" wurde nach gehöriger Überlegung eine Novelle, die kein Ende finden will. Für Anthologieausschreibungen habe ich schon länger nichts mehr eingereicht, weil mir einfach die Ideen fehlten - und die Zeit. Ich musste meine Bachelorarbeit fertig kriegen, hatte einige Lektorats- und Korrektoratsaufträge und muss mich jetzt auch noch auf Jobsuche begeben. Da musste ich mein Autorendasein leider hintenanstellen, was mich auf die Dauer echt deprimiert hat.

Und dann kam die Wende.

Dienstag, 30. August 2016

"Für jedes Manuskript habe ich die passende Musik."

Heute geht es um Musik. Schreibmusik, um genauer zu sein. Denn obwohl ich beim Schreiben höchstens sehr leise Musik höre, spielt sie doch eine wichtige Rolle für mich. Sie bringt mich in die richtige Stimmung, inspiriert mich manchmal auch neu. Euch vielleicht auch?

Dass mir Musik beim Schreiben helfen kann, habe ich vorletztes Jahr bemerkt. Als ich zum Abschluss meiner "Krieger"-Reihe gekommen bin, hörte ich stetig das neue Album der Imagine Dragons "Smoke + Mirrors". Darauf gebracht wurde ich vor allem durch den Titel "Warriors", der nicht nur meinen Reihentitel widerspiegelt, sondern auch inhaltlich zum Thema passt, von der Stimmung ganz zu schweigen. Als ich mir dann das Album besorgt hatte, hörte ich es im Hintergrund und bemerkte zunehmend, dass auch die Texte teilweise zu den Gefühlen meiner Protagonisten oder zu einzelnen Szenen passten. Irgendwie Schicksal.

Dienstag, 16. August 2016

"Wie soll man sich zwischen seinen Ideen entscheiden?"

Erinnert ihr euch noch an den Post, in dem ich behauptete, irgendwie unkreativ zu sein? Sagen wir es mal so: Das macht mich auch nicht immun gegen neue Ideen. Nicht, dass ich was gegen tolle Einfälle hätte, aber warum denn ausgerechnet jetzt??

Es ist so frustrierend, dass mir das jetzt schon zum zweiten Mal passiert. Während ich noch über "Krieger" saß, kam mir die Idee von "Infected", die mich monatelang beschäftigt hat und die ich nur sehr mühsam verdrängen konnte. So schaffte ich es immerhin, die Trilogie abzuschließen. Leider aufkosten der neuen Idee. Und wenn ihr "Das Schreiben & Ich" einigermaßen regelmäßig verfolgt, wisst ihr ja, wie es mit "Infected" weiterging.