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Sonntag, 17. Mai 2020

Rezension "Promised" von Kiera Cass

https://www.fischerverlage.de/buch/kiera_cass_promised/9783737350976
(c) Fischer Sauerländer

Hollis ist die Favoritin des Königs von Coroa. Ihrer Familie nach ist es ihr bestimmt, Königin zu werden. Und darauf arbeitet sie hin. Es gäbe auch deutlich schlimmere Schicksale, als Jamesons Frau zu werden.
Wie das der Familie Eastoffe, die aus dem Nachbarland Isolte flüchten musste und nun Unterschlupf in Coroa sucht. Silas, der älteste Sohn mit den strahlend blauen Augen zieht Hollis sofort in seinen Bann. Und plötzlich zweifelt sie daran, ob ihr vorgegebener Weg der richtige ist ...


Vorsicht, die Rezension könnte angedeutete Spoiler enthalten!


Die Geschichte:
Ich hatte mich auf eine Dreiecksgeschichte wie in "Selection" gefreut - und wurde enttäuscht. Nur kurz steckt Hollis in einer kniffligen Liebessituation fest, die ich absolut nicht nachvollziehbar fand. Zwischen dem Fremden, der nur ein paar Worte und ein Paar blaue Augen braucht, damit sie ihr Leben umkrempelt. Der König, der auf einmal doch nicht mehr so liebenswert ist wegen einer Entscheidung. Dabei war sie am Anfang des Buches komplett von ihm überzeugt. Wieso, erfährt man kaum, weil man mitten in die Handlung hineingeworfen wird und alles als selbstverständlich gilt.
Dazu kommen die viel zu lasch gelösten Konflikte. Als wollte die Autorin alles möglichst harmonisch darstellen, möglichst märchenhaft - bis zum großen Knall. Dieser hatte zwar tatsächlich eine große und gute Wirkung, kann aber die fehlenden Emotionen und Sympathien von zuvor nicht wettmachen.

Die Charaktere:
Ich habe noch nie einen wankelmütigeren Charakter gesehen als Hollis. Klar, wenn die Familie einem den Weg vorbestimmt hat, ist man selbst oft nicht komplett davon überzeugt. Aber sie wirkte so, als wollte sie wirklich Jameson heiraten und auf den Thron. Bis Silas kam. Und schon wurde jede ihrer Ambitionen über den Haufen geworfen. Sie wollte gar nicht mehr ihr Reich an erste Stelle setzen, obwohl sie doch mitbekommen haben muss, dass sie eine gute Königin geworden wäre. Stattdessen will sie auf einmal etwas, das zuvor nie zur Sprache kam. Es ist, als wäre sie ein naives Kind, das ein Abenteuer möchte - und nicht den anderen Mann.
Sowohl Silas als auch Jameson waren mir ebenso wenig sympathisch. Silas hat einfach immer das Richtige gesagt und hat richtig gut ausgesehen. Persönlichkeit fehlte ihm komplett.
Jameson mochte ich von Anfang an eigentlich lieber, weil er zur Abwechslung mal ein guter König ist, der nicht gestürzt werden muss. Durch Hollis' Sicht wirkte er jedoch zunehmend unattraktiver. Was ich nicht nachvollziehen konnte. Hätte er nach der ersten größeren Wende schlecht reagiert, hätte ich die Entwicklungen vielleicht noch eher nachvollziehen können. Aber prinzipiell konnte ich nur schwer verstehen, warum Hollis es nicht mal in Erwägung gezogen hat, bei ihm zu bleiben.
Insgesamt hatten die Nebenfiguren wie Delia Grace oder Hollis' Eltern mehr Charakter als die Protagonisten.

Der Schreibstil:
Als ich "Selection" gelesen habe, war ich noch deutlich jünger, sodass mir der einfache Schreibstil von Kiera Cass gut gefallen hat. Er vermittelte in der Reihe auch mehr Emotionen (wenn auch kein Übermaß). In "Promised" jedoch kam überhaupt nichts rüber. Es fehlten mehr innere Monologe, damit man Hollis' Entscheidungen, ihre Wünsche und ihr Umdenken nachvollziehen kann.
Außerdem war die Welt als gegeben vorausgesetzt. Man bekam kaum Hintergrundinformationen, wie das mit dem Königshof läuft. Irgendwie wohnen einfach alle da. Und der König pickt sich irgendwann eine Frau aus den adeligen Damen heraus. Und die Beziehung zu Isolte ist kompliziert. Fertig. Und eindeutig zu wenig.

Mein Fazit:
Meine Erwartungen waren auf jeden Fall zu hoch angesetzt. Das Buch wirkte eher wie ein unausgereiftes Debüt. Ich weiß nicht, ob ich die "Selection"-Reihe gelesen hätte, wenn sie nach "Promised" erschienen wäre.
Es tut mir in der Seele weh, das Buch schlecht bewerten zu müssen. Aber je mehr ich darüber schreibe oder rede, desto klarer wird mir, dass es unfair wäre, eine mittelmäßige Bewertung zu vergeben, wenn es so viele Mankos gab. Egal, ob "Promised" von Kiera Cass geschrieben worden ist. Egal, ob es bei einem großen Verlag veröffentlicht wurde. (Der ja nur die Lizenz gekauft hat und mit dem Inhalt des Buches abgesehen von der Übersetzung ja nichts zu tun hatte. Und den dadurch keine Schuld trifft.)
Ich finde jedenfalls, das ganze Buch war zu wenig von allem. Die überraschend gute Wendung am Ende macht noch ein bisschen was gut - ich habe jedoch das dumpfe Gefühl, in Band 2 wird die Autorin das wieder zerstören. Weil sie lieber das Märchenhafte hat als das Dramatische, das Komplizierte. Aber das werde ich wohl erst im Frühjahr 2021 erfahren.

Sabrina S. Says:




                                                                                

Erschienen bei Fischer Sauerländer
Erscheinungsdatum: 7.5.2020

ISBN: 978-3-7373-5097-6
Hardover, 368 Seiten

Preis Hardcover: 17,00 €
Preis E-Book: 9,99 €

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: The Betrothed

Bestellbar unter anderem bei Fischer

                                                                                

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Meine Lese-Enttäuschungen des Jahres 2019

Hm, was ist der Unterschied zwischen einem Flop und einer Enttäuschung in Buchhinsicht? Für mich gibt es da eine klare Linie: Flops sind Bücher, an die man ohne große Erwartungen herangegangen ist. Enttäuschungen dagegen sind Titel, von denen man viel erwartet hat - und die dann letztendlich nicht heranreichen konnten.

Heute präsentiere ich euch Letzteres. Und wahrscheinlich fühlt ihr euch bei dem ein oder anderen Titel fast ein wenig angegriffen, weil auch Bücher dabei sind, die gehypt wurden. Ich hoffe allerdings, keinen Shitstorm für meine Meinung zu ernten. Da ich mich sowieso oft nicht traue, meine Meinung laut auszusprechen (wie ihr anhand meines Blog-Mottos wohl wissen dürftet), ist es schon eine Überwindung, Negatives hier zu platzieren. Aber natürlich tausche ich mich gerne mit euch aus, wenn ihr das Bedürfnis habt. Meine Mailadresse info(at)sabrina-schumacher.com steht offen, genauso wie mein Instagram-Profil und meine Facebook-Seite.

Jetzt geht es jedoch nach dem ganzen Geschwafel los mit meinen Buch-Enttäuschungen 2019:



(c) ueberreuter
Schande über mich, ich hatte tatsächlich bis zu diesem Buch noch keins von Ava Reeds Werken gelesen! "Spiegelsplitter" habe ich zwar auf meinem E-Reader, allerdings weil ich es mal gewonnen habe. Und da ich schon so viel Gutes von ihren Büchern gehört habe und sie auch im Social-Media-Bereich total sympathisch finde, dachte ich mir, ich muss ihr persönlichstes Buch auf jeden Fall lesen.
Leider muss ich jedoch gestehen, mir hat der ganze Erzählstil überhaupt nicht gefallen. Auch der Aufbau des Buches, die dargestellten Ereignisse ... Irgendwie konnte ich mich überhaupt nicht daran gewöhnen. Was nichts mit den schwierigen Thematiken zu tun hat, vor allem das Thema Depressionen ist auch etwas, mit dem ich mich teilweise selbst beschäftige. Aber irgendwie konnte ich das Buch mit diesem schwierigen Thema nicht zusammenbringen. Es war teilweise eher eine Beschreibung des Lebens mit der Krankheit, die letzten aufwühlenden Emotionen fehlten.
Sabrina S. Says: Wirklich schade, aber für jüngere Leser(innen) als mich eventuell besser geeignet.



(c) blanvalet
Puh, wie ich es hasse, gleich zwei Bücher einer Autorin hier mit aufnehmen zu müssen, die mich wirklich positiv überrascht hat. Mit "Now und Forever - Weil ich dich liebe" hat mich Geneva Lee nämlich eigentlich überzeugt. Und ich mag es ja grundsätzlich, wenn in einer New-Adult-Reihe Charaktere aus den Vorgängern auftauchen.
(c) blanvalet
Das war hier zwar der Fall, aber die ganze positiven Überraschungen waren weg. In "With or without you" war alles sehr plump und vorhersehbar. Jess als Charakter konnte ich kaum wiedererkennen.
Auf "Only with you" hatte ich mich besonders gefreut, da ich Cassie lieb gewonnen hatte. Nur leider führt einen hier der Klappentext total in die Irre. (Vorsicht, Spoiler!) Statt einer Liebesgeschichte und großen Wiedervereinigung mit ihrem Exfreund geht es hier um eine Liebesgeschichte zwischen Cassie und ihrem Chef. Also schon wieder eine Art Verbotene-Liebe-Thema. An sich war das Buch zwar deutlich besser als Band 2, aber ich hatte anderes erwartet. Und der große Konflikt am Ende hat auch gefehlt.
Sabrina S. Says: Mir gefallen New-Adult-Geschichten von deutschen Autorinnen inzwischen weitaus besser. Bei amerikanischen wirkt wie in diesen beiden Büchern sehr viel gestellt und klischeehaft.



(c) Ravensburger Buchverlag
Oh, ich kann es fühlen, wie ihr mich jetzt schon zu hassen beginnt, bevor ich überhaupt ein Wort zu diesem Buch niedergeschrieben habe ...
Jedenfalls glaubt ihr nicht, wie leid es mir tut, "One True Queen" Band 1 hier aufführen zu müssen! Aber ich hatte so hohe Erwartungen nach all den positiven Stimmen - und die konnten leider nicht erfüllt werden. Ich hätte es mir echt gewünscht, mal wieder einen Titel in der Jugendbuch-Abteilung gehabt zu haben, den ich jedem in die Hand drücken konnte. Diese Pläne haben sich leider zerschlagen (nicht nur, weil ich kurz nach dem Erscheinen wochenlang krank geschrieben war). Womöglich hat das Buch dadurch auch etwas gelitten, weil es mir nicht gut ging in der Zeit, als ich es gelesen habe. Das will ich gar nicht abstreiten. Nur lag es wirklich wochenlang herum und ich kam kaum weiter. Es waren einfach zu viele Seiten, zu viel Handlung - und gleichzeitig auch wieder nicht. Es war einfach zäh zu lesen trotz der vielen guten Ideen und Charaktere. Maylin hat mir hier teilweise noch am wenigsten gefallen. Und wenn einen die Protagonistin nicht richtig mitzieht, ist es ohnehin schwierig.
Sabrina S. Says: Für "Alice in Wonderland"-Fans super. Auch für alle, die der Jugendbuch-Fantasy von vor ca. 10-15 Jahren hinterhertrauern. Für mich leider nur Durchschnitt - aber Band 2 muss ich trotzdem lesen!


Einen Titel habe ich hier bewusst nicht mit aufgenommen, weil ich ihn quasi gerade erst beendet habe. Dazu schreibe ich noch einmal eine separate Rezension. Und das wird leider auch ein Titel sein, den viele von euch lieben. 
Manchmal frage ich mich echt, ob bei mir etwas falsch läuft, weil ich manche Bücher nicht auch mag. Aber wahrscheinlich kriege ich nur die positiven Rezensionen und so mit, weil viele das Negative nicht teilen. Was ich mich inzwischen traue - und ich wurde noch nicht gesteinigt! Also vertraut auf euren Instinkt und sagt eure Meinung zu dem ein oder anderen Buch. Manche Leser werden euch diese Warnung danken ;)

Sabrina S.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Meine Lese-Flops des Jahres 2019

Wie sagt man so schön? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und bevor ich euch meine Highlights präsentiere, reiße ich euch erst noch einmal mit in die triste Stimmung der Flops. Denn von negativ zu positiv ist doch eindeutig erfreulicher als andersherum, oder? ;)
Allerdings habe ich hier nicht nach Genres sortiert, bei den Highlights wird das anders sein, da ich davon eindeutig mehr hatte als von den Flops. Also noch mehr Positives - ich weiß gar nicht, wie das sein kann, wo doch in meinem Leben so viel Negatives passiert ist in der letzten Zeit ... (Dazu vielleicht ein andermal mehr.)

So, nun aber zu den Büchern, die ich eindeutig nur mit 2 Sternen bewerten würde. 
(Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise keine 1-Sterne-Bewertung vergebe - da muss schon wirklich alles schief gegangen sein, inklusive Grammatik, Rechschreibung, Erzählstil und Aufbau.)


(c) Ravensburger Buchverlag
Ehrlich, jetzt im Dezember kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass ich dieses Buch gelesen habe. Gut, das ist jetzt auch schon länger her und das war während meinem zweiten Berufsschulblock in Frankfurt, dennoch - mir fällt kaum noch die Handlung ein.
Das ist kein gutes Zeichen. Genauso wie die Tatsache, dass ich das während meiner Buchhändler-Ausbildung nie jemandem in die Hand gedrückt habe.
Ich weiß nur noch, die Charaktere fand ich allesamt nicht gut, die Story hat sich gezogen und das Ende war ziemlich merkwürdig.
Sabrina S. Says: Auf jeden Fall werde ich die Fortsetzung nicht lesen.


(c) Lyx
Hat mir leider gar nicht gefallen. Die Charaktere konnten überhaupt keine Sympathie gewinnen, vor allem Adele hat mich ziemlich genervt mit ihrer ganzen Art. Außerdem entwickelte sich die Geschichte zu schnell, es gab zu viele Rückblenden, um das Potenzial in der Gegenwart entfalten zu können. Außerdem fehlte mir trotz allem die Tiefe und Einfühlsamkeit bei dem Thema Altersunterschied.
Sabrina S. Says: Verschenktes Potenzial.


(c) Ullstein

Da ich von Audrey Carlan eigentlich überwiegend Positives gehört hatte, dachte ich mir, ich lese auch mal eins ihrer Bücher. Und da ich selbst auch hin und wieder mal Yoga gemacht habe (inzwischen habe ich wieder aufgehört), erschien mir der 1. Band von "Lotus House" interessant.
Allerdings war das eigentlich ziemliche 08/15-Erotik. Die Liebesgeschichte war plump und mehr als vorhersehbar. Hier erwartete einen nichts Außergewöhnliches - außer vielleicht die ein oder andere Sexstellung.
Sabrina S. Says: Nur wer hier Sex-Inspiration sucht, sollte sich das Buch mal anschauen. Ansonsten literarisch nicht zu empfehlen.


(c) Goldmann
Wer "Fifty Shades of Grey" gelesen hat, muss eigentlich nicht "The Mister" lesen. Die Geschichte weicht nämlich von der Lovestory her nicht großartig davon ab. Natürlich ist alles etwas anders verpackt, in Themen, die ich hier wegen der Spoiler-Gefahr nicht nennen kann.
Grundsätzlich gilt jedoch vor allem, hier ist zu viel auf einmal verarbeitet. Als hätte E. L. James die Anweisung bekommen, die Liebesgeschichte zwischen reichem Mann und unschuldiger Frau auf die Spitze zu treiben.
Sabrina S. Says: Emotionalität ist zwar vorhanden, aber das Besondere fehlt. Zu viel Drama leider.




Im Laufe meiner Recherche für meine Flops des Jahres habe ich eins festgestellt: dass es auch noch Titel gibt, an die ich Erwartungen hatte, die völlig enttäuscht wurden.
Deshalb kommt nächste Woche noch mal ein Spezial mit den Enttäuschungen des Jahres. Ich hoffe, ihr könnt auf die positiven Meinungen noch etwas länger warten!

Sabrina S.

Montag, 1. April 2019

Rezension "Niemalswelt" von Marisha Pessl

© Bild: www.carlsen.de

Bee und ihre Freunde haben sich nach dem rätselhaften Tod ihres gemeinsamen Freundes Jim voneinander entfremdet. Im Gegensatz zu den anderen weiß Bee immer noch nicht, wie sie damit umgehen soll.
Als sich die Möglichkeit ergibt, zusammen mit ihren ehemaligen Freunden ein Wochenende zu verbringen, das vieles wiedergutmachen soll, sagt sie zu. Doch es kommt zu einem tragischen Autounfall, bei dem keiner der Teenager überlebt - oder etwa doch?
Mehr als einmal finden sich Bee und ihre Freunde am selben Tag wieder. Gefangen in einer Zeitschleife, kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Und letztendlich kann nur einer wirklich überleben ...


Die Geschichte:
Ich fand die Idee an sich interessant, obwohl es mich ein wenig an "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" erinnert hat. Doch ich dachte, hier wird es noch bei Weitem dramatischer.
Was auch irgendwie stimmt. Hier kommt keine Hoffnung auf, hier stolpert man von Düsternis zu Düsternis. Es wird immer verworrener, komplizierter - und am Ende fehlt der nötige Wow-Effekt. Oder die Inspiration für die Leser.

Die Charaktere:
Ich lese selten Bücher, wo mir alle Figuren unsympathisch sind. Aber hier war wirklich keiner dabei, den ich wirklich mochte. Sie haben alle ihre Macken, ihre Geheimnisse und verhalten sich manchmal echt schräg. Mit Bee wird es irgendwann noch etwas besser, ansonsten bleiben ihre Freunde und auch Jim, über den man mehr erfährt, auf der Strecke.

Der Schreibstil:
Der ist irgendwie speziell, jedoch nicht auf gute Weise. Die ganze Erzählart war so befremdlich, distanziert, düster. Ich kam damit nur schwer zurecht.

Mein Fazit:
Ich hätte mir gewünscht, noch etwas mehr Wirrungen vorzufinden. Etwas mehr Überraschungen. Und dass man am Ende nicht so trostlos zurückgelassen wird. Klar, man wusste quasi von Anfang an, dass nur einer überleben kann - aber da war keine Katharsis. Das stört enorm bei einem so schlimmen Buch.

Sabrina S. Says:

                                                                                 

Erschienen bei Carlsen
Erscheinungsdatum: 22.3.2019

ISBN:  978-3-551-58400-7
Hardcover, 384Seiten

Preis: 18,00 € (D)
 
Auch als E-Book erhältlich 

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag
                                                                                

Sonntag, 2. September 2018

Rezension "In Between - Die Legende der Krähen" von Kathrin Wandres

https://www.carlsen.de/epub/in-between-die-legende-der-kraehen-band-2/92653
© Bild: www.carlsen.de

Das Reich Kadosch ist unter Königin Keylahs Herrschaft aufgeblüht. Naru, die im Palast leben darf, ist trotzdem nicht glücklich. Ständig hat sie merkwürdige Visionen. Und dann wäre da ja auch noch der Mörder, der im Schloss umgeht und Krähenfedern hinterlässt ...
Als die Wahrheit über die Morde ans Licht kommt, sieht sich Naru gezwungen, zu fliehen. Doch kann sie wirklich alleine zwischen den drei Reichen überleben? Und wird sie rechtzeitig ihr wahres Wesen und ihre Kräfte erkennen - oder fällt sie den falschen Leuten in die Hände?





Die Geschichte:
Nachdem Band 1 den Leser mit einem relativ offenen Ende abgespeist hat, war ich neugierig, wie sich der zweite Teil der Reihe entwickelt. Tatsächlich gibt es einen Zeitsprung, neue Charaktere (sowie ein paar alte) und Geheimnisse zu entdecken. Darum lässt sich die Geschichte auch prima separat lesen, ohne dass man den Vorgänger kennt.
Insgesamt finde ich "Die Legende der Krähen" auch deutlich besser. Man wird mehr überrascht von den Ideen und den Handlungssträngen. Dazu der Schluss, der weniger Fragen offen gelassen hat. Für mich eine deutliche Steigerung!

Die Charaktere:
Sich in Naru hineinzuversetzen, gelang mir ganz gut. Man spürt ihre Ängste, ihre Zweifel und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Außerdem gefiel mir dieses unterschwellig Düstere an ihr.
Die anderen Figuren waren gute Ergänzungen. Koby mit seiner frechen Art - der für sein Alter jedoch schon sehr reif ist (vielleicht etwas zu reif?). Orew, den man nur schwer einschätzen kann. Und dann Tavis, der erst später auftaucht und dennoch eine wichtige Rolle spielt, die man ihm erst nicht zutraut.
Alles in allem ein rundes Ensemble, aus dem Naru jedoch deutlich hervorsticht. Das macht es auch so passend, dass die Liebesgeschichte eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Der Schreibstil:
Hat sich auch verbessert seit Band 1. Allerdings ist er immer noch nicht durchgehend in einem Ton gehalten, sondern schwankt wieder ein wenig zwischen locker-leicht und philosophisch-ernst. Die Verse an jedem Kapitelanfang waren zwar nett ausgedacht, fand ich aber eher unnötig. Kann jedoch Geschmackssache sein, ich finde solche Kapiteleinleitungen grundsätzlich eher nervig, weil man sich fragen muss, welchen Bezug es zu jedem Kapitel gibt.

Mein Fazit:
"Die Legende der Krähen" hat mir auf jeden Fall besser gefallen als der erste Band. Man merkt dem Buch auch an, dass die Autorin durch die erste Veröffentlichung ein wenig Erfahrung sammeln durfte. Das wirkt sich positiv auf die Spannung und die Charaktere aus.
Alles in allem eine tolle Geschichte, die sich zum Lesen eher für die finsteren Jahreszeiten wie den Herbst oder den Winter eignet. Aber obwohl ich ein Fan von düsteren Geschichten bin, kann ich trotzdem nur vier Bücherstapel vergeben. Insgesamt gut, aber eben nicht herausragend.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen bei Carlsen Impress
Erscheinungsdatum: 6.12.2017

ISBN:  978-3-646-60397-2
E-Book, 269 Seiten

Preis: 3,99 € (D) (A)
 
Auch als Taschenbuch erhältlich 

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia
                                                                                

Dienstag, 28. August 2018

Rezension "Sturmtochter - Für immer verboten" von Bianca Iosivoni

https://www.ravensburger.de/produkte/jugendbuecher/fantasy-und-science-fiction/sturmtochter-band-1-fuer-immer-verboten-47908/index.html
© Bild: www.ravensburger.de

Beinahe jede Nacht begibt sich Ava auf die Jagd nach Elementaren - Kreaturen, die die Elemente beherrschen und damit Chaos anrichten können. Zur Seite steht ihr dabei der mysteriöse Lance, über den sie eigentlich kaum etwas weiß. Und dennoch existiert da eine Verbindung zwischen ihnen, der sich beide nicht erwehren können.
Als Ava jemandem aus ihrer Vergangenheit begegnet, stellt sich ihr Leben jedoch auf den Kopf. Auf einmal entwickelt sie selbst Kräfte, das Wasser spielt überall in ihrer Nähe verrückt.
Als schließlich die Wahrheit ans Licht kommt, weiß Ava nicht mehr, wem sie glauben kann - oder wer ihr Vertrauen noch verdient.


Die Geschichte:
Mit den vier Elementen kann man mich grundsätzlich immer ködern (mein erster selbst geschriebener Roman beinhaltete auch dieses Thema). Dazu das schöne Cover und eine spannende Story und voilà haben wir ein tolles Buch. Die Mischung aus vorhersehbaren Elementen und Überraschungen lässt einen nie sicher sein, was als Nächstes passiert. Außerdem haben wir hier wirklich viel Action an einem bekannten Schauplatz. "Sturmtochter" sticht also bei dem momentanen romantisch-magischen Trend in der Urban Fantasy heraus.

Die Charaktere:
Stark. Jeder Einzelne. Und das meine ich leider nicht nur positiv. Denn es ist tatsächlich so, dass wir hier ein Überangebot von Selbstbewusstsein haben. Natürlich zeigt Ava auch oft Zweifel, aber sie ist trotz allem so ein Kick-ass-Charakter. Genau wie Lance, Reed, Juliana und Brianna, die restlichen Protagonisten. Alle haben zwar auch noch andere Eigenschaften, letztendlich gibt es hier jedoch keinen Charakter, der auch mal vor Angst erstarrt oder panisch davonläuft.
Ehrlich gesagt war das nicht so mein Fall. Ich mochte das Ensemble gerne, doch mir persönlich fehlte eine Identifikationsfigur.

Der Schreibstil:
Wie auch die Charaktere strotzt der Stil vor Selbstbewusstsein. Ich weiß nicht, wie ich das anders erklären soll. Jedenfalls spürte man die Kraft, die die Geschichte begleitet, in den Worten. Dadurch ist die Atmosphäre stimmig. Allerdings kommt man so auch nie wirklich zur Ruhe.
Vielleicht wäre manchmal etwas weniger mehr gewesen.

Mein Fazit:
Endlich mal wieder ein Urban-Fantasy-Jugendbuch, bei dem die Liebe nicht im Zentrum steht. Bei dem es mehr als zwei Protagonisten gibt. "Sturmtochter" erinnert mich sehr an meine ersten Fantasy-Geschichten, nur in besserer Verfassung. Dadurch kommt natürlich noch mehr Sympathie für die Autorin auf.
Einziges Manko war das viele Selbstbewusstsein, das die Geschichte etwas überladen hat. Darum leider ein Pünktchen Abzug.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen beim Ravensburger Verlag
Erscheinungsdatum: 12.6.2018

ISBN:  978-3-473-40153-6
Klappenbroschur, 480 Seiten

Preis: 14,99 € (D)

Auch als E-Book erhältlich 

Bestellbar unter anderem beim Ravensburger Verlag, Amazon und Thalia

                                                                                 

Mittwoch, 18. Juli 2018

Rezension "Die schwarze Zauberin" von Laurie Forest

https://www.harpercollins.de/buecher/young-adult/die-schwarze-zauberin-harpercollins-ya
© Bild: www.harpercollins.de

Als Enkelin der letzten schwarzen Hexe liegen auf Elloren eine Menge Hoffnungen, dass sie in deren Fußstapfen treten wird. Gleichzeitig fürchten sich viele davor, wie sie erkennen muss, als ihr Onkel sie auf die Universität schickt. Viele Völker hassen nämlich Ellorens Großmutter für das, was sie getan hat.
Völlig überfordert von der Ablehnung ihrer Mitstudenten, fällt es Elloren schwer, sich zurechtzufinden. Vor allem, da sie überhauupt keine magischen Fähigkeiten besitzt. Nur wieso wurde sie dann von Icaralen angegriffen, die in ihr die nächste schwarze Hexe sehen?
Ist wirklich alles so, wie es scheint?



Die Geschichte:
High Fantasy ist ja nicht gerade mein Lieblingssubgenre der Fantasy. Weder im Erwachsenen- noch im Jugendbuchbereich. Tatsächlich ist das Buch auch ziemlich lang und es kommen immer wieder neue Aspekte hinzu. Und neue Figuren. Von diesen lebt die Geschichte auch, meiner Meinung nach. Denn im Grunde passiert noch nicht sehr viel. Es geht um Bindungen, ein wenig um die Ausbildung, recht viel um politische Hintergründe, aber ein wirkliches Vorwärtskommen fehlt.
Schade, da so viel Potenzial da ist. Dieses wird vermutlich erst im nächsten Band der Reihe ausgeschöpft werden, auf den das Ende auf jeden Fall neugierig macht.

Die Charaktere:
Zu viele. Nicht für das High-Fantasy-Genre, aber für meinen Geschmack. Es kommen immer neue dazu, jeder braucht erst mal eine Geschichte und eine Entwicklung, worunter die gesamte Handlung leidet.
Abgesehen davon sind die Charaktere jedoch vielfältig und auch lebendig gestaltet. Keine ist mir besonders negativ aufgefallen, keine allerdings auch besonders positiv. Nicht mal Elloren, obwohl aus ihrer Perspektive das Ganze geschildert wird.

Der Schreibstil:
Verwunderlich ist es, dass eine High-Fantasy-Geschichte aus der Perspektive einer Person erzählt wird. Vermutlich, um sich dem Jugendbuchgenre besser anzupassen. Allerdings dauert es so umso länger, bis man alle Figuren ausreichend kennenlernt. Darum ist das vielleicht nicht die beste Entscheidung gewesen.
Ansonsten ist der Schreibstil gut zu lesen, nicht zu kurz, nicht zu ausufernd.

Mein Fazit:
Die Geschichte ist weder besonders positiv noch besonders negativ in meinem Gedächtnis haften geblieben. Insgesamt wirkt sie wie eine Einführung, wie eine Vorbereitung auf die großen Ereignisse, die noch folgen werden. Dafür finde ich das Buch etwas zu lang. 
Andererseits sind die Figuren und ihre Entwicklungen gut gestaltet, wovon es quasi lebt. Da das Ende zusätzlich neugierig macht und an einer sehr geschickten Stelle abbricht, vergebe ich einen zusätzlichen Bücherstapel.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen bei ya! (Harper Collins)
Erscheinungsdatum: 5.3.2018

ISBN: 978-3-95967-169-
Hardcover, 560 Seiten

Preis Hardcover: 18,00 € (D) 
Preis E-Book: 14,99 € (D)

Originaltitel: The Black Witch

Bestellbar unter anderem bei Harper Collins, Amazon und Thalia
                                                                                


Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Harper Collins zur Verfügung gestellt.

Samstag, 5. Mai 2018

Rezension "Nachtblüte - Die Erbin der Jahreszeiten" von Jennifer Wolf

https://www.carlsen.de/taschenbuch/nachtbluete-die-erbin-der-jahreszeiten-buch-3/78258
© Bild: www.carlsen.de
Ilea Sommerkind lebt mit ihrer Familie und ihrem besten Freund Yannis glücklich in der Stadt Hemera. Doch Unruhe kündigt sich an, als ihr Großvater, der Sommergott Sol, zu Besuch auf die Erde kommen will.
Da geschieht ein Unglück und auf einmal steht ein weiterer Gott vor Ileas Tür: Aviv, der Frühling.
Keiner der Menschen kennt den jungen Mann wirklich, denn im Gegensatz zu seinem Bruder hat er sich stets ferngehalten. Aus einem guten Grund. Dieser jedoch gerät ins Wanken, als sich Ilea und Aviv näherkommen.
Und dann tauchen auf einmal weitere ungebetene Gäste auf - was hat das nur alles zu bedeuten? Und wird die Liebe es schaffen, jedes Hindernis zu überwinden?



Die Geschichte:
Seufz, hinter dieser schön anmutenden Liebgesgeschichte steht so viel Kummer und Leid, dass man sich gar nicht wirklich hingeben kann. Man möchte am liebsten selbst eintauchen und herausfinden, was alles in der Welt (und darüber) vor sich geht. Gleichzeitig hat man ein wenig Angst davor, denn man ahnt Schlimmes. Ebenso bei der Liebesgeschichte, die einem allerdings auch Hoffnung gibt. Hoffnung auf ein Happy End - das sich erfüllt? Tja, dafür muss man die Geschichte lesen ...

Die Charaktere:
Ilea ist im Geiste noch immer ein Kind geblieben. Diese Naivität und Freude lässt sich nicht ganz mit der Stimmung des Buches vereinbaren. Sie ist ein toller Mensch, keine Frage, dennoch wirkt sie nicht bereit für all die Verantwortung, die auf sie zukommt. Hier fehlt ein wenig die Entwicklung beziehungsweise geht sie zu schnell.
Aviv kann man gut verstehen während des Lesens. Er ist hin und her gerissen, will die Liebe, aber auch nicht. Seine durchgehende Traurigkeit kriegt man nicht in Einklang mit seinem wahren Ich. Man wünscht sich jedoch, dass es zurückkommt, man will, dass Ilea ihn aus seiner Einsamkeit befreit. Diese Melancholie ging mir beim Lesen ein wenig auf die Nerven - und das will schon was heißen.
Interessant sind auch die vielen anderen auftauchenden Charaktere, die man wiedererkennt oder die neu dazu kommen. So entsteht ein großes Ensemble, das hat mir gut gefallen. Wenn der Fokus nur auf zwei Figuren liegt, damit kann ich mich nicht so gut anfreunden.

Der Schreibstil:
Es ist immer wieder komisch, in dieser märchenhaften, unrealistisch anmutenden Welt Modernes wiederzufinden. Dabei handelt es sich ja um eine dystopische Geschichte. Das muss man sich immer wieder in Gedanken rufen. Dadurch wirkt nicht alles uneingeschränkt stimmig.
Trotzdem liest sich das Buch gut und schnell, auch durch die wechselnden Perspektiven.

Mein Fazit:
Ähnlich gut wie seine Vorgänger. Durch die wiederkehrenden Charaktere in Kombination mit den neuen ist es schön, Neues kennenzulernen. Und auch die Vorgänge im Hintergrund sind spannend gestaltet. Das in Kombination mit der komplizierten Liebesgeschichte ergibt eine ungewöhnliche Mischung. Da will man gleich den nächsten Teil lesen!

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen beim Carlsen Verlag (Impress)
Erscheinungsdatum: 3.3.2017

ISBN: 978-3-551-31617-2 
Taschenbuch, 288 Seiten
Preis Taschenbuch: 7,99 € (D), 8,30 € (A)
Preis E-Book: 3,99 € (D) (A)

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem beim Carlsen Verlag, Amazon und Thalia
                                                                                

Sonntag, 15. April 2018

Lesehighlights März 2018 - Jugendbuch & Fantasy

Im März 2018 habe ich mir die volle Dosis meines Lieblingsgenres gegönnt - der Fantasy. Allerdings habe ich insgesamt wenig gelesen durch die Leipziger Buchmesse, Ostern und vieles anderes, das entweder noch geheim ist oder geheim bleibt. 
Jedenfalls kann ich euch zumindest diese drei Bücher vorstellen:

JUGENDBUCH:



© Bild: www.luebbe.com

Der zweite Band der "Time School"-Reihe hat mich persönlich nicht so gefesselt wie der erste. Nicht nur wegen der Thematik (in 80 Tagen um die Welt), sondern auch, weil man die Figuren schon kannte. Allerdings entpuppen die sich als fantastisches Ensemble, mit dem man gerne Abenteuer erlebt. Sie sind einfach witzig zusammen.
Und auch sonst gefällt mir die Idee hinter der ganzen Geschichte. Kann man Fans von Zeitreise-Geschichten gut und gern empfehlen.



Sabrina S. Says:


>>Hier<< geht's zur Rezension!



© Bild: www.loewe-verlag.de

Die komplizierte Geschichte vom "Schicksalsjäger" zieht einen richtig in ihren Bann. Dank der kurzen Kapitel fliegt man auch recht schnell hindurch. Und dann dieses Ende!
Allerdings zieht es sich ein wenig, bis man dorthin kommt. Zwar tröstet die ein oder andere Überraschung über die Längen hinweg, aber irgendwie bleibt vieles nicht im Gedächtnis haften.



Sabrina S. Says:


>>Hier<< geht's zur Rezension!


FANTASY:



© Bild: www.droemer-knaur.de
Grundsätzlich mag ich ja Göttergeschichten, wobei mich die nordische Mythologie manchmal schon ein wenig abschreckt. Hier kommt selten Neues an Ideen vor. Die Charaktere sind festgelegt - und so auch hier.
Zwar tauchen mit Kára und Tyr zwei göttliche Wesen auf, die irgendwie anders sind, aber das ganze Buch ist ziemlich simpel gestaltet, sodass es eher so vor sich hin plätschert.
Richtig schade, denn im Ansatz finden sich in "Die Götter von Asgard" gute Ideen.


Sabrina S. Says:


>>Hier<< geht's zur Rezension!


Ja, leider muss ich sagen, das war's auch schon wieder. Zwar habe ich noch ein paar andere Bücher im März begonnen, aber erst im April beendet. Darum findet ihr die auch erst in den Lesehighlights vom nächsten Monat. Doch vorbeischauen lohnt sich! Ich kann schon jetzt sagen, es sind zwei Reihen-Finale dabei - welches mich wohl mehr überzeugt hat? 
Das müsst ihr selbst herausfinden in gut einem Monat ;)

Sabrina S.
 

Samstag, 14. April 2018

Rezension "Der Glanz der Dunkelheit" von Mary E. Pearson

https://www.luebbe.com/de/der-glanz-der-dunkelheit/id_6270023
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Lia schafft es, in ihre Heimat Morrighan zurückzukehren. Doch da sie dort immer noch als Verräterin gesucht wird, könnte eine Warnung von ihr auch falsch verstanden werden. Ganz zu schweigen davon, dass die wahren Feinde des Reiches sie am liebsten tot sehen würden.
Das Einzige, worauf sie sich verlassen kann, ist die Unterstützung ihrer Freunde. Kaden tut alles, um Lia bei ihren Plänen zu helfen, aber ist sein Bedürfnis nach Rache vielleicht stärker?
Und was ist mit Rafe? Wird er das Risiko eingehen, seine Krone zu verlieren, um die Frau zu schützen, die er liebt?
Die letzte Schlacht wird über das Schicksal der Verbliebenen entscheiden.


Die Geschichte:
Der Fokus liegt eindeutig auf den politischen Vorgängen, die zur letzten Schlacht der drei Reiche Morrighan, Dalbreck und Venda führen. Allerdings sind die Ereignisse immer wieder mit zwischenmenschlichen Komplikationen getränkt. Inzwischen ist es unmöglich geworden, die Figuren nur noch als einfache Personen anzusehen, da sie alle so sehr in die Politik verstrickt sind. Genau diese Konflikte machen das Buch spannend. Zumindest zwischenzeitlich. Gegen Ende wird das Meiste doch eher schnell aufgelöst, der Schluss ist da, bevor man sich versieht.
Das wiederum fand ich nicht besonders gut gestaltet, nur die letzten paar Seiten sind noch mal befriedigend, da sie die Stimmung der gesamten Reihe noch einmal wiederaufnehmen.

Die Charaktere:
Abgesehen von Lia fand ich die anderen Figuren am Schluss recht farblos. Selbst die Perspektivenwechsel haben mich weder Kaden noch Rafe oder Pauline näher gebracht. Ich bekam den leisen Eindruck, dass ihre Emotionen an Wichtigkeit verloren haben, sodass die Autorin bei der Schilderung nicht mehr in die Tiefe gegangen ist.
Eigentlich schade, denn obwohl ich die reifer gewordene Version von Lia sehr mochte, hätte ich mir doch eine stärkere Verbindung zu den Personen an ihrer Seite gewünscht. Vor allem, weil eben jene auch neue Bande untereinander knüpfen. Das kam um Längen zu kurz, sodass ich am Schluss nicht mal mehr sagen konnte, ob ich Kaden oder Rafe lieber mochte.
Und auch die Rolle des Komizars wurde ziemlich minimiert, obwohl er ja angeblich der zentrale Bösewicht ist, der das Unmögliche immer wieder wahr macht.

Der Schreibstil:
Lias Perspektive fand ich gut geschildert, man tauchte auch tief in ihre Emotionen ein. Manchmal verschleiert der Stil allerdings die Gefühlswelt, vieles wird recht nüchern beschrieben. Und wie in den Vorgängerbänden hoben sich auch die Erzählstimmen nicht genug voneinander ab.
Ansonsten wurde die gesamte Atmosphäre jedoch gut geschildert und übermittelt, der Text las sich angenehem und flüssig.

Mein Fazit:
Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen, da man zwischendrin kaum aufhören konnte zu lesen. Die Stimmung ist zwar nicht durchgehend zum Bersten gespannt, aber die Entwicklungen machen einen neugierig auf das Ende. Und Lia konnte mich zum Schluss richtig überzeugen als starke Protagonistin, ihre Entwicklung ist total gut gelungen.
Leider muss ich wegen dem rapiden Schluss und der mangelnden emotionalen Verbindung zu den anderen Charakteren bei der Bewertung etwas abziehen. Trotzdem meiner Meinung nach der zweitbeste Band der Reihe nach Teil 2.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen bei one (Bastei Lübbe)
Erscheinungsdatum: 29.03.2018

ISBN: 978-3-8466-0060-3
Hardcover, 448 Seiten

Preis E-Book: 13,99 € (D)
Preis Hardcover: 18,00 € (D)

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: The Beauty of Darkness

Bestellbar unter anderem bei Bastei Lübbe, Amazon und Thalia
                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von One (Bastei Lübbe) zur Verfügung gestellt.

Samstag, 7. April 2018

Rezension "Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter" von Sarah J. Maas

https://www.dtv.de/buch/sarah-j-maas-das-reich-der-sieben-hoefe-3-sterne-und-schwerter-76206/
© Bild: www .dtv.de
Um diejenigen zu schützen, die ihr wichtig sind, hat sich Feyre zurück an den Frühlingshof begeben. Ihren Aufenthalt dort nutzt sie, um Zwietracht und Verderben in Tamlins Reihen zu säen. Tamlin, der sie sie so sehr liebt, dass er sich sogar mit dem größten Feind überhaupt verschworen hat. 
Feyre würde alles tun, um den König von Hybern aufzuhalten und Prythian vor seiner Herrschaft zu bewahren. Doch als sie Tamlin entkommen und zu ihrem Seelengefährten zurückkehren kann, scheint ihr Gegner bereits fast unbezwingbar zu sein. Ihre einzige Chance ist es, sich mit den anderen High Lords und den Menschenvölkern zu verbünden - doch das ist leichter gesagt als getan.
Werden es Feyre und Rhysand schaffen, den König von Hybern zu töten und den Kessel zu zerstören? Oder werden sie und ihre Familie von der Übermacht niedergestreckt?

Die Geschichte:
Das Ende von Band 2 hat mich schon neugierig gemacht, wie sich die Sache zwischen Feyre und Tamlin noch entwickeln würde. Wobei das im Vergleich zu all den anderen Vorkommnissen wirklich nur eine mindere Rolle spielt. Kein Wunder, dass das Buch so viele Seiten hat. Es passiert einfach so unendlich viel. Wobei man auch nichts streichen könnte, alles hat seinen Sinn und seinen Platz. Es greift so unvorstellbar gut ineinander, dass man immer weiter lesen möchte.
Zwar gab es ab und an ein paar Längen, zum Beispiel bei den Verhandlungen, dennoch war das beinahe unvermeidlich. Schließlich musste alles logisch bleiben, all das Misstrauen, all das Pläneschmieden.
Gut gefallen hat es mir auch, dass am Ende die letzte Schlacht recht ausführlich beschrieben wurde. Oft passiert es in Büchern, dass der Schluss schnell abgehandelt und aufgelöst wird. Hier war das nicht der Fall, sodass man ständig Angst um die unterschiedlichen Charaktere hatte.

Die Charaktere:
So sehr Feyre auch alles in Ordnung zu bringen versucht, sie ist einfach keine klare Sympathiefigur. Sie war mir im Laufe der Reihe erst zu passiv und schließlich zu aggressiv. Mir hat ein bisschen der Ausgleich gefehlt, der sie zu einem Lieblingsprotagonisten gemacht hätte. Gut fand ich allerdings, das sie das im Buch selbst auch irgendwann erkennt.
Rhys war in "Sterne und Schwerter" mehr denn je der strahlend-dunkle Held. Der fast alles in Ordnung bringen kann, weil er der Mächtigste ist. Doch von der Angst ihm gegenüber war gar nicht mehr so viel zu spüren. Ich weiß auch nicht - irgendwie hat er mir im 3. Band an Farbe verloren.
Dafür tauchte man umso tiefer in die Gefühlswelten anderer Figuren ein. Nesta, Elain, Mor, Azriel, Cassian, Amren und sogar Lucien offenbarten mehr und mehr ihres Innersten. Hat mir gut gefallen.
Und auch die anderen High Lords fand ich überwiegend ganz interessant. Nur Tamlin war am Schluss einfach nur noch lästig und beinahe unwichtig. Es tut mir wirklich leid für ihn, was die Autorin aus ihm im Laufe der Reihe gemacht hat. Sogar ich konnte ihm am Schluss fast keine Sympathie mehr abgewinnen - und ich war ein großer Fan von ihm in Band 1.

Der Schreibstil:
Wieder bildgewaltig, brutal, ironisch, erotisch ... eine Mischung aus allem, was man so machen kann. Und trotz dieser vielen Details kommen immer noch Emotionen rüber. Das ist ja das Wichtigste und genau das hat mir in Band 2 ein wenig gefehlt. Hier dagegen taucht man wieder ziemlich tief in Verzweiflung, Liebe, Gefahr und Freundschaft ab.
Allerdings sind es, wie bereits erwähnt, über 700 Seiten. Da muss das auch passieren, sonst hält man das nicht durch. Vor allem nicht, wenn man es tatsächlich bereits mit 14 Jahren liest. Hier würde ich wieder die Altersempfehlung auf 16 setzen.

Mein Fazit:
Nach Band 2 hätte ich eigentlich nicht erwartet, dass mich das (vorläufige) Finale der Reihe doch noch so fesseln würde. Doch anscheinend hatte ich mich inzwischen an die Umstände gewöhnt, sodass ich auch gut mit Feyre und Rhys als Paar leben konnte. Obwohl mich eher die anderen Figuren fasziniert haben in "Sterne und Schwerter".
Insgesamt betrachtet kann ich schwer negative Punkte finden, die die Bewertung runterziehen. Einziges Manko (Vorsicht, angedeuteter Spoiler!): Ich hätte mir am Schluss noch einen emotionaleren Todesfall gewünscht. Einfach um die mühsam aufgebaute Gefahr noch mal zu einem glaubhaften Ende zu bringen, das die Atmosphäre der Bücher widerspiegelt.
Trotzdem ein wirklich gelungener Abschluss des "Reichs der sieben Höfe".
Sabrina S. Says:

 



                                                                                

Erschienen beim dtv Verlag
Erscheinungsdatum: 09.03.2018

ISBN: 978-3-423-76206-9
Hardcover, 752 Seiten

Preis 21,95 € (D), 22,60 € (A)

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: A Court of Wings and Ruin

Bestellbar unter anderem beim dtv Verlag, Amazon und Thalia

                                                                                 

Samstag, 31. März 2018

Rezension "Die Götter von Asgard" von Liza Grimm

https://www.droemer-knaur.de/buch/9559344/die-goetter-von-asgard
© Bild: www.droemer-knaur.de
Die Studentin Ray wird aus ihrer alltäglichen Welt herausgerissen, als sie Kára begegnet. Denn diese ist kein normales Mädchen, sondern Teil der beinahe vergessenen Götterwelt. In dieser existiert eine Prophezeiung, die den Untergang von Asgard bedeuten könnte.
Damit dies nicht passiert, darf es nie wieder einen Helden geben. Doch gerade Ray ist dazu auserwählt, zu einem zu werden. Absolut verrückt!
Und da wären ja auch noch Thor und Loki, die jeder ihre eigenen Pläne mit Ray haben. Ganz zu schweigen von Tyr, der Rays Herz jedoch schnell zum Höherschlagen bringt.
Wird sie es dennoch schaffen, zur Heldin zu werden? Und bedeutet das wirklich den Untergang der bekannten Götterwelt?


Die Geschichte:
Göttergeschichten spriesen ja an jedem Ende hervor, darum bin ich auch immer skeptisch. Die nordische Mythologie interessiert mich zugegebenermaßen eigentlich nicht ganz so sehr, da mir die Geschichten mit dem bösen, listigen Loki so langsam auf die Nerven gehen. "Die Götter von Asgard" konnte an meiner Meinung leider nicht viel ändern.
Zwar kommen durch die Götterkonflikte manchmal lustige Situationen zustande, aber wirklich überraschen konnte mich die Geschichte nicht. An manchen Stellen habe ich durchaus Hoffnung geschöpft, dass etwas Unerwartetes passiert (zum Beispiel bei der Szene mit dem Nachtmahr). Allerdings verzog sich das schnell wieder und am Ende wurde alles recht schnell gelöst. Das Konfliktpotenzial war zwar gegeben, aber mir fehlte das Dramatische, die Gefahr.
Und was sollte dieser Epilog? Den habe ich ja gar nicht verstanden ...

Die Charaktere:
Leider stellten sich die Götter als ziemlich klischeehaft heraus, den Eigenschaften entsprechend, die ihnen zugesagt werden. Vor allem Loki und Thor konnten mich weder überraschen noch überzeugen.
Dagegen stachen die anderen Hauptfiguren umso deutlicher hervor. Ray war eine sympathische Figur, deren Zweifel man durchaus nachvollziehen konnte. Es war gut möglich, sich in sie hineinzuversetzen.
Auch Tyr mochte ich ganz gerne, wenn er auch eigentlich recht schweigsam war insgesamt. Man konnte ihn nur schwer durchschauen, genau wie seine Gefühle. Aber im Fantasy-Genre liegt darauf ja sowieso nicht der Fokus, also war das in Ordnung.
Meine Lieblingsfigur war Kára. Sie hatte einen klar gemalten Charakter, dem sie treu blieb bis zum Ende. Sie ist stark und dennoch menschlich konstruiert. Leider wurde ihre Rolle zunehmend kleiner, was ich schade fand.

Der Schreibstil:
Geschrieben war das Buch gut. Leicht lesbar, nicht übermäßig ausgeschmückt, wie es sonst häufig bei der Phantastik der Fall ist. In der Hinsicht gleicht "Die Götter von Asgard" eher einem Jugendbuch, abgesehen von dem Mangel an tiefen Gefühlen.
Auch die Komik fand ich gut dosiert, wenn diese auch oft den Klischees geschuldet war.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsames Buch für zwischendurch mit teils sympathischen Charakteren, teils jedoch klischeehaften Götterbildern. Mir hat ein wenig das Besonderes gefehlt, die Spannung war insgesamt recht niedrig gehalten. Der Fokus lag eher auf Rays Konflikten mit sich selbst als auf der Gefahr um sie herum. Da hätte vielleicht noch etwas mehr kommen müssen. Die Probleme waren ja gegeben, wurden nur zu schnell umgangen oder aufgelöst. Schade, denn die grundsätzlichen Ideen gefielen mir eigentlich.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen bei Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: 01.03.2018

ISBN: 978-3-426-52252-3
Taschenbuch, 304 Seiten

Preis 12,90 € (D) 

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem bei Droemer Knaur, Amazon und Thalia