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Mittwoch, 26. August 2020

Rezension "An Ocean Between Us" von Nina Bilinszki

(c) Droemer Knaur

Averys Ballettkarriere endet, bevor sie beginnt, als sie in einen Autounfall verwickelt wird. Danach muss sie ihr Leben komplett umkrempeln. Ohne ihre Zukunft vor sich sehen zu können, geht sie aufs College und sucht nach ihrem Weg.
Dabei begegnet sie Theo, dem Schwimm-Star des Colleges. Zuerst hält sie ihn für arrogant, doch je besser sie ihn kennenlernt, desto mehr gefällt ihr, was sie sieht. Aber je stärker ihre Gefühle für ihn auch wachsen, die Vergangenheit verfolgt Avery. Kann sie sie wirklich hinter sich lassen oder holt der Unfall sie ein? Und wie wird Theo auf die Narbe reagieren, die sie für immer gezeichnet hat?



Die Geschichte:
Ich hatte eine emotionale Geschichte erwartet, die zeigt, wie sich Avery verwandelt. Von der jungen Frau, die nichts als Ballett im Kopf hat, zu der verletzten Studentin ohne Perspektive - und dann zu jemandem, der mutig seinen Weg sucht. Unterstützt durch die Liebe.
Stattdessen wurde der Zeitraum zwischen dem Unfall und Averys Studienbeginn übergangen, sodass sie bereits eine Wandlung hinter sich hatte, die man nicht mitgekriegt hat. Und eine weitere dazu, da sie gar nicht so verloren wirkt, wie man es erwarten könnte. Klar, es wird erwähnt, dass sie nicht weiß, wie es weitergehen soll. Aber hier hätte etwas mehr Drama einfließen können. Sie wirkte eigentlich das ganze Buch über recht gefasst - selbst die Wendung verstört sie zwar, jedoch wird auch hier wieder übersprungen. Große Gefühlsausbrüche fehlen komplett. Weder im schlimmen noch im romantischen Sinne.
Dazu muss ich leider sagen, dass es im ganzen Buch keine Überraschungen gab. Bei New Adult kann Vorhersehbarkeit schon mal vorkommen, bei "An Ocean Between Us" allerdings wusste ich genau, wie die Geschichte weitergehen würde bzw. welches "große" Geheimnis das Problem im Buch ist. Womit ich persönlich wiederum ein Problem habe.

Die Charaktere:
Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber die Personen haben sich in meinen Augen oftmals widersprüchlich verhalten. Vor allem Avery wirkte nicht so deprimiert (weder am Anfang noch kurz vor Ende) oder perspektivenlos, wie ich die natürliche Reaktion eingeschätzt hätte. Die Zeitsprünge machen ihre Wandlung zunichte. Dazu kommt, dass ihre Verletzung zwar erwähnt wird, aber so richtig schlimm, wie man es erwartet, nachdem sogar ihr Ballett-Traum daran zerplatzt, würde ich es anhand der wenigen Schmerzen und Averys Aktivitäten nicht einschätzen.
Bei Theo schwankte ich immer zwischen Sympathie und Antipathie. Seine Entscheidungen waren manchmal nachvollziehbar, manchmal nicht. Er verhielt sich oft verantwortungslos, was mich überhaupt nicht anspricht.
Die Nebenfiguren, z.B. Lizzie, waren mir hier (wieder mal) sympathischer als die beiden Protagonisten.

Der Schreibstil:
Anfangs dachte ich noch, dass es ein schöner Schreibstil ist. Ich bin auch immer noch der Meinung, dass er gut ist. Je weiter ich jedoch gekommen bin, desto mehr fiel mir die Einfachheit auf. Bei der wörtlichen Rede tauchten sehr viele Verben auf, wie jemand etwas sagt - zugehörige Handlung oder Gedanken hin oder her. Die Sprache ist auch sehr simpel, ohne viele Schnörkel und Poetik. Ich brauche das normalerweise nicht in Büchern, in "An Ocean Between Us" hat es mir etwas gefehlt, da dadurch auch mehr Emotionen transportiert werden können. Bei mir kamm jedoch nicht wirklich viel an. Kein Schmerz, keine Trauer, keine Wut. Und noch schlimmer: keine tiefgehende Liebe.

Mein Fazit:
Hätte man den Schreibstil noch etwas ausgebaut, hätte ich vielleicht etwas mehr über die restlichen Punkte hinwegsehen können. Dann wären mir wahrscheinlich die Hauptfiguren auch sympathischer gewesen. So muss ich allerdings sagen, dass mich der Roman nicht überzeugen konnte. Alles war zu flach und vorhersehbar.
Für jemanden, der als Leser neu ins New-Adult-Genre einsteigen will, ist "An Ocean Between Us" perfekt. Grundsolides, prototypisches New Adult wird hier praktiziert. Für jemanden wie mich, der inzwischen schon diverse New-Adult-Bücher gelesen hat, reicht das nicht mehr. Es gibt deutlich stärkere Romane in diesem Genre. Also leider ein persönlicher Fehlgriff.

Sabrina S. Says:

(eigentlich 2,5, hier aufgerundet auf 3)



                                                                                 

Erschienen bei Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: 01.09.2020

ISBN: 978-3-426-52614-9
Klappenbroschur, 352 Seiten

Preis 12,99 € (D) 

Auch als E-Book erhältlich

 Bestellbar unter anderem bei Droemer Knaur

                                                                                

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Knaur zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 4. August 2020

Rezension "Sommer der Wahrheit" von Nele Neuhaus

(c) ullstein
Sheridan Grant ist 15 Jahre alt, als sie das erste Mal verhaftet wird. In einem kleinen Städtchen in Nebraska, wo jeder jeden kennt, nicht gerade das Beste für den Ruf der Familie. Und dabei hat sie sowieso schon einen schweren Stand als adoptiertes Kind der angesehenen Grant-Familie.
In der sie sich nie wirklich zu Hause gefühlt hat. Ihr Vater ist fast nie zu Hause, ihre Brüder kümmern sich nur sporadisch um sie und ihre Mutter scheint sie ohnehin zu hassen.
Darum bleibt Sheridan nichts anderes übrig, als sich mit sich selbst zu beschäftigen. Oder mit den unterschiedlichsten Männern, die in ihr Leben treten - und wieder daraus verschwinden. Wie soll sie nur jemals herausfinden, wer wirklich zu ihr passt? Und wie kann sie ihren Traum von der Musik wahrmachen?


Die Geschichte:
Ich war mir am Anfang nicht sicher, was ich von der Geschichte erwarten sollte. Ein junges Mädchen auf dem Land, in den USA der 90er-Jahre. So ganz anders als die Leute um sie herum. Ständig in Schwierigkeiten, manchmal absichtlich, manchmal nicht. Es war wirklich eine Geschichte, wie man es am besten nicht macht. Als jemand, der sich selbst lieber anpasst, um nicht zu viele Schwierigkeiten zu bekommen, kam ich nicht gut mit all dieser Rebellion klar. Abgesehen davon ist wirklich eine Menge passiert und es war schwierig, den Überblick zu behalten, wie viel Zeit vergangen ist.
Das Spannendste an dem Buch war eigentlich die Hintergrundgeschichte rund um Sheridans wahre Eltern und was die mit ihrer jetzigen Familie zu tun haben. Darauf hätte meines Erachtens viel mehr der Fokus liegen sollen als auf Sheridans sehr wechselhaften Schwärmereien und "Beziehungen".
Es ist in dem Buch einfach zu viel zusammengekommen, zu viel passiert. Und nichts hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Charaktere:
Ich glaube, ich hatte selten mit einer Erzählerin zu tun, die mir so unsympathisch war. Klar, Sheridan ist noch jung und da spielen die Gefühle und Hormone verrückt. Aber sie konnte sich wirklich auf nichts festlegen. Ihr Traum von der Musik war auch eher so Nebensache. Immer nur waren ihr gefühlt die Männer wichtig - deren feuchter Traum sie auch war. Wirklich, es stand irgendwie jeder Mann, der nicht mit ihr verwandt war (na ja, vielleicht war nicht mal das ein Hindernis) auf sie. Dass sie so jung ist, war immer ein Thema, jedoch nie ein wirkliches Hindernis. Es war einfach zu viel Liebesdrama, als dass man richtige Sympathie für Sheridan oder einen der Männer entwickeln konnte.
Außerdem waren die sowieso viel zu schnell wieder weg. Ein zu wechselndes Ensemble stört mich persönlich auch, da man keine Verbindungen mit den Figuren eingehen kann.
Die Einzigen, die ich wirklich mochte in dem Buch, waren Sheridans Brüder (ausgenommen Esra).

Der Schreibstil:
Mir war der Stil viel zu sachlich, viel zu sehr auf den Punkt. Es waren Aussagen, die wurden als selbstverständlich hingenommen. Gefühlsmäßig kam kaum etwas rüber. Sherdian findet den einen Mann so anziehend, dass sie mit ihm schlafen möchte. Okay. Sheridan fühlt eine merkwürdige Anziehung zu einem Mann, den sie kaum kennt und erst recht nicht leiden kann. Dabei weiß man als Leser kaum, wie dieser Mann aussieht. Er ist auf einmal da, er findet Sheridan attraktiv und interessant und schon ... na ja, den Rest kann man sich fast denken.
Es glich mehr einem Bericht als einem spannenden Roman. Hier stand eindeutig mehr die nüchterne Realität im Vordergrund als die Entwicklung der Hauptfigur.

Mein Fazit:
Obwohl ich schon wissen wollte, wie es weitergeht bzw. endet, konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Es schoss komplett an meiner favorisierten Erzählweise vorbei. Jugendbücher haben teilweise mehr Tiefe als dieser belletristische Roman. Fast würde ich sagen, ich bin mit 26 Jahren noch zu jung, um "Sommer der Wahrheit" wertschätzen zu können - obwohl die Hauptfigur im Teenageralter ist. Es war mir einfach zu abgestumpft. Auf eine merkwürdige Weise grausam und dennoch appellierte es nicht an mein Empathieempfinden.
Insgesamt gesehen mag der Roman vielleicht nicht schlecht sein. Nele Neuhaus schreibt auf ihre eigene Weise gut. Wegen meines persönlichen Buchgeschmacks kann ich der Geschichte allerdings nur eine solide Bewertung geben.

Sabrina S. Says:





                                                                                

Erschienen bei Ullstein
Erscheinungsdatum: 3.8.2020

Dieser Roman erschien bereits mit dem gleichen Titel unter dem offenen Pseudonym Nele Löwenberg im Jahr 2014 (zur Originalausgabe).

ISBN: 9783548062518
Klappenbroschur, 512 Seiten

Preis 11,99 € (D) 

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem bei Ullstein

                                                                                 

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Ullstein zur Verfügung gestellt.

Freitag, 26. Juni 2020

Rezension "Ein Wort, um dich zu retten" von Guillaume Musso

(c) Piper Verlag

Als sich Raphael zur Île de Beaumont aufmacht, um das Geheimnis um den Rückzug des Schriftstellers Nathan Fawles zu ergründen, hätte er nicht gedacht, in ein so riesiges Netz aus Vebrechen und Lügen hineingezogen zu werden.
Doch sein Lieblingsautor hat aus einem besonderen Grund mit dem Schreiben aufgehört - und den glaubt auch die Journalistin Mathilde Monney zu kennen. Auch sie hat Pläne mit dem Mann, der am liebsten nichts als seine Ruhe hätte. Aber der Vergangenheit kann man nicht davonlaufen. Schon gar nicht, als auf der friedlichen Insel ein Mord passiert, sodass alles abgeriegelt wird. Keiner kann entkommen, auch nicht der Täter ...



Die Geschichte:
Der ursprüngliche Klappentext klingt nicht so sehr wie ein Krimi wie meine umformulierte Version. Aber ich finde, man muss einfach vor dem Lesen des Buches wissen, dass hier keine Liebesgeschichte mit ein paar Geheimnissen auf einen wartet. In der Hinsicht ist auch das Cover etwas irreführend, weil Mathilde nur eine der drei Hauptpersonen ist. (Dazu gleich noch mal.)
Ich muss zugeben, dass ich gewisse Vorurteile gegenüber einem französischen Schriftsteller hatte, die ich nicht genau benennen kann. Ich habe auf jeden Fall etwas anderes erwartet - und wurde positiv überrascht. Es ist eine gute Kombination aus Roman, Krimi und Thriller mit einem Hauch Liebesgeschichte gespickt. Ich habe mitgefiebert, wusste lange Zeit nicht, wer welches Geheimnis verbirgt.
Und das Ende ... es kommt wahrscheinlich falsch rüber, wenn ich sage, der Schluss hat mich verwirrt. Doch so war es. Ich war nach dem Lesen sprachlos, wusste nicht mehr, was Realität und was Fiktion ist. Sehr gut gemacht. Chapeau!

Die Charaktere:
Obwohl teilweise aus der Ich-Perspektive von Raphael erzählt wird, ist er gefühlt die am wenigsten wichtige Person. Es war einfach so, als wäre er da, um noch einmal deutlicher das Leben und Streben eines Schriftstellers zu zeigen. Irgendwie tat er mir leid, in die dramatische Geschichte hineingestolpert zu sein, nur weil er seinem Idol sein Manuskript zeigen wollte.
Mathilde mochte ich nur ganz zu Beginn der Geschichte, dann wurde sie mir immer unsympathischer, je deutlicher ihre Geheimnisse wurden.
Und Nathan ... hm, er war die tragische Figur, hatte ich das Gefühl. Gleichzeitig konnte man ihn nicht richtig einschätzen. Es war ein permanentes Schwanken zwischen Sympathie und Antipathie. Ganz zum Ende hatte ich dann gar keine Ahnung mehr, was ich von ihm halten sollte.

Der Schreibstil:
Flüssig, schnell zu lesen, simpel. Manchmal etwas gestochener, manchmal etwas derber. Es wirkte irgendwie realistisch. Auch die Einstreuungen von Literatur und Zitaten waren sehr gut, auch wenn ich die meisten der erwähnten Autoren und Werke nur vom Namen her kannte. Man merkt, hier kennt sich Herr Musso - im Gegensatz zu mir - aus und fühlt sich dort wohl. Wahrscheinlich hat er deswegen aus der Sicht zweier Schriftsteller erzählt. Was ihm gut gelungen ist. Die ganz großen Emotionen sind zwar nicht herübergekommen, aber es passte zur Stimmung des Romans.

Mein Fazit:
Eindeutig eine positive Überraschung für mich. Und vor allem ein Buch, das sowohl Frauen als auch Männer lesen können (nicht von der Frau auf dem Cover irritieren lassen!). Sowohl mit 20 als auch mit 50. Ich habe das Gefühl, alle, die sich irgendwie für Literatur und/oder fürs Schreiben interessieren, könnten diesen Roman mögen. Es war einfach faszinierend, wie Musso die Handlung und die Geheimnisse gestrickt hat. Und vor allem die Geschichte außen herum, von der ich dachte, sie wäre wahr. Das ist mir so noch nicht passiert. Auf jeden Fall ein Roman, der nachwirkt!

Sabrina S. Says:

(eigentlich 4,5 wegen kleinen Details, die ich nicht spoilern möchte)


                                                                                

Erschienen bei Pendo (Piper)
Erscheinungsdatum: 02.06.2020

ISBN: 978-3-86612-483-7
Paperback, 336 Seiten

Preis Paperback: 16,00 € (D)
Preis E-Book: 12,99 € (D)

Originaltitel: La vie secrète des écrivains

Bestellbar unter anderem bei Piper
                                                                                 
Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Piper zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Rezension "Verity" von Colleen Hoover

https://www.dtv.de/buch/colleen-hoover-verity-23012/
(c) dtv
Als der Erfolg ihrer Bücher ausbleibt, droht Lowen das Schicksal, aus ihrer Wohnung geworfen zu werden. In der sie eigentlich ohnehin nicht bleiben möchte, da schlimme Erinnerungen damit verknüpft sind.
Da kommt das Angebot eines großen Verlags gerade recht: Sie soll die Buchreihe der Bestseller-Autorin Verity Crawford zu Ende schreiben, da diese nach einem Unfall nicht mehr dazu imstande ist.
Um alle Unterlagen zu sichten, bietet Veritys Ehemann Jeremy Lowen an, vorerst bei ihnen unterzukommen. Doch je länger sie bei der Familie ist, die mit so vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen hat, desto mehr Geheimnisse entdeckt sie. Und die meisten davon sind nicht nur schockierend, sondern mit dem Tod verbunden ...


Die Geschichte:
Wenn man so viel Positives über ein Buch hört, geht man mit einer gewissen Vorsicht heran. Dabei war ich mir sicher, dass mich Colleen Hoover nicht enttäuschen wird. Was auch nicht passierte. Wie all die Handlungsstränge und Gefühle miteinander verflochten sind, wie sich alles entwickelt - es war glaubhaft und dramatisch zugleich. Ich hatte keinen Moment das Gefühl, es wäre zu unrealistisch, zu sehr aufgebauscht für ein Buch. Auch die Mischung aus belletristischem Roman, Liebesgeschichte und Thriller war gut gemacht. Ich hatte zudem wirklich gehofft, dass am Ende noch der große Clue kommt, wie es für Thriller meist typisch ist. Was glücklicherweise der Fall war. Colleen Hoover weiß einfach, wie man Geschichten aufbaut und Leser bis zum Ende fesselt.

Die Charaktere:
Ich mochte die Figuren. Und ich fand sie realistisch gestaltet. Ich dachte allerdings, sie würden mich noch etwas mehr überraschen. Ich bin wahrscheinlich mit zu viel Thriller-Erwartung herangegangen, wo die Protagonisten einen auch oft sprachlos zurücklassen, weil man etwas nicht von ihnen erwartet hat.
Die einzig wirkliche Überraschung war hier Verity. Bei der man bis zur letzten Seite nicht weiß, wer sie wirklich ist. Das hat die Autorin geschickt eingefädelt.
Jeremy war als Mann und Love Interest sehr passend. Auch sehr dreidimensional. Aber irgendwas hat mir bei ihm gefehlt, sodass ich mich nicht mit Lowen in ihn verliebt habe. Ich kann es nicht genau beschreiben, tendenziell würde ich allerdings sagen, er war mir zu perfekt.

Der Schreibstil:
Muss ich dazu noch großartig etwas sagen nach den Lobeshymnen weiter oben? Colleen Hoover hat eine einfache und dennoch flüssige und packende Art, durch ihre Geschichten zu führen. Man fühlt mit, man leidet mit. Man wird überrascht, die Spannung wird in richtigem Maße aufrechterhalten. Hier gibt es fast nichts zu mäkeln.
Ich würde sogar so weit gehen, dass Colleen Hoover für mich einen der besten Schreibstile hat, die ich kenne.

Mein Fazit:
Mit "Verity" kommt die Autorin sehr dicht an meinen Favoriten "Nur noch ein einziges Mal" (hier geht es zu meiner Rezension) heran. Ich finde, sie hat den Bogen raus, Romane mit Thriller-Elementen zu mischen. Sie mit Drama zu spicken, aber nicht übertrieben wirken zu lassen. Trotz der sehr außergewöhnlichen Situation in "Verity" erschafft sie eine Realität, wie sie wirklich aussehen könnte. Und dazu die Wendung am Schluss ... Auch wenn ich nicht zu 100 Prozent erstaunt war, sie lässt einen zugleich befriedigt und unbefriedigt zurück. Eigentlich das perfekte Ende.

Sabrina S. Says:


(Tendenz eher 4,5, aber auf 5 Bücherstapel aufgerundet)


                                                                                

Erschienen bei bold (dtv Verlag)
Erscheinungsdatum: 13.3.2020

ISBN: 978-3-423-23012-4
Klappenbroschur, 368 Seiten

Preis 14,90 € (D)

Auch als E-Book erhältlich

Originaltitel: Verity

Bestellbar unter anderem bei bold/dtv

                                                                                  

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von bold (dtv) zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 16. April 2020

Rezension "Sommerzauber in Paris" von Sarah Morgan

https://www.harpercollins.de/products/sommerzauber-in-paris-9783959674584
(c) HarperCollins
Grace dachte, das Schlimmste, was ihr passieren könnte, wäre der Auszug ihrer volljährigen Tochter. Doch weit gefehlt! An ihrem fünfundzwanzigste Hochzeitstag eröffnet ihr Mann ihr, dass er die Scheidung möchte.
Die geplante Reise nach Paris dürfte damit ja wohl auch ausfallen - oder nicht? Nein, nicht mit Grace. Sie nimmt das Abenteuer an, reist allein in die Stadt der Liebe und begegnet prompt der jungen Audrey, die ebenfalls nach Paris vor ihren Problemen geflüchtet ist. 
Durch Audreys mangelnde Französischkenntnisse und den Job in einer kleinen Buchhandlung nähern sich die beiden an. Und motivieren sich dazu, über ihre Grenzen zu gehen. Auch, was die Liebe angeht ...



Die Geschichte:
Am Anfang dachte ich noch nicht, dass die Geschichte etwas so Besonderes sein würde. Eine betrogene Ehefrau, ein Mädchen, das vor seiner Familie flüchtet, alles schon tausendmal gelesen. Aber die Art und Weise, wie sich die Geschichte entwickelt, war wunderschön. Nicht so, dass man mit vielem nicht rechnet. Nein, man ahnt schon, was teilweise passieren wird. Doch es ist so zauberhaft erzählt, dass man die Geschehnisse auch herbeisehnt.

Die Charaktere:
Grace' Wandlung geht vielleicht einen Hauch zu schnell voran, ansonsten war sie wirklich super als Figur. Charakterstark und hilfsbereit, einfach zum Gernhaben.
Audrey mochte ich ebenfalls sehr, sie ist ein Wildfang, gleichzeitig merkt man ihr jedoch an, dass sie schnell erwachsen werden musste.
Die Nebencharaktere waren auch sehr authentisch, vor allem Mimi und David. Einzig Etienne fand ich etwas zu perfekt.

Der Schreibstil:
Ich kannte den Schreibstil von Sarah Morgan bereits durch andere ihrer Bücher. Er ist nicht sonderlich tiefsinnig oder ausschweifend, aber das braucht er auch gar nicht zu sein. Er passt einfach zu den Geschichten, die sie erzählen will. So auch bei "Sommerzauber in Paris".
Ich kam auch recht schnell voran beim Lesen, was mich persönlich mehr anspricht als eine verschnörkelte Sprache, bei der man jeden Satz zweimal lesen muss oder die Hälfte davon überliest.

Mein Fazit:
Eine tolle Geschichte, um Mut zu machen. Für die Liebe, für Abenteuer, für Vertrauen. Man fühlt sich einfach wohl beim Lesen, will dass es ein gutes Ende gibt, aber will gleichzeitig nicht aufhören zu lesen. Ich kann auch sagen, dass ich mit allen Entwicklungen so weit sehr zufrieden war - was nicht häufig geschieht.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen beim HarperCollins Germany
Erscheinungsdatum: 24.03.2020

ISBN: 978-3-95967-458-4
Klappenbroschur, 416Seiten

Preis 15,00 € (D) 

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem bei HarperCollins Germany

                                                                                  

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von HarperCollins zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 9. Februar 2020

Rezension "Bring down the stars" von Emma Scott

(c) Lyx Verlag
Nach einer herben Enttäuschung mit ihrem Exfreund ist Autumn eigentlich nicht auf eine neue Beziehung aus. Nur dann lernt sie Connor kennen: beliebt, optimistisch, herzensgut. Genau das, was sie in ihrem Leben gebrauchen kann.
Fast gleichzeitig begegnet sie Weston, Connor bestem Freund. Dieser ist beinahe das genaue Gegenteil: ein Einzelgänger, mürrisch, distanziert. Aber auch faszinierend.
Diese Tatsache ignorierend, hält Autumm an Connor fest, doch als es zu kriseln beginnt, bleibt diesem scheinbar nur eine Wahl - Westons kreative Seite für seine eigene auszugeben. Um Autumn nicht zu verletzen, spielt Weston mit.
Aber dann kommt alles anders als geplant und auf einmal stellt sich ihr nicht mehr die Frage, wen sie wirklich will - sondern wer ihr noch bleibt.

Die Geschichte:
Ach, ich wollte so sehr mal wieder eine gute Dreiecksgeschichte lesen. Die auch glaubwürdig ist, sich langsam entwickelt und einen genauso schwanken lässt wie die Protagonistin. Leider wird einem das hier nicht geboten. Von Anfang an wird einem das Traumpaar präsentiert, das nur eine Lüge ist. Die Sympathien werden natürlich auf das Richtige, das Wahre gelenkt. In langwieriger Weise, obwohl das Buch gar nicht so viele Seiten hat.
Erst aufs Ende hin kommt mehr Spannung auf, die Annäherungen und Charaktere wirken glaubhafter.

Die Charaktere:
Apropos Charaktere: Keiner der drei hat für mich Lieblingspotenzial. Autumn wirkt total naiv, indem sie das Schauspiel quasi nie aufrichtig anzweifelt. Klar, als Leser weiß man durch die wechselnde Perspektive zwischen ihr und Weston mehr, dennoch ist es kaum vorstellbar, dass sie so wenig hinterfragt.
Connor ist ohnehin sehr schlecht dargestellt, indem er Westons Talent quasi ausnutzt. Man erfährt zwar viel über seine Hintergründe, seine Emotionen, aber so richtig darauf eingegangen wird das Buch über nicht. Er ist quasi nur das Hindernis zwischen Autumn und Weston.
Dieser hingegen hat natürlich dieses grüblerische Traumprinz-Potenzial. Düster, ein wenig Bad Boy, aber mit einer weichen Seite - und er kann auch noch kreativ schreiben! Der Mädchentraum schlechthin im Buchbereich. Für mich fast schon zu klischeehaft dadurch. Und seine fehlende Weigerung, das Ganze zu beenden, fand ich auch nicht so nachvollziehbar. Seine Gefühle Autumn gegenüber wirkten dadurch nicht so tief, wie sie es sein sollten.

Der Schreibstil:
Der Stil war in Ordnung. Teilweise auch emotional, manchmal fast zu schlicht. Gut zu lesen, aber die Idee damit besser oder einzigartig gemacht hat er auch nicht.

Mein Fazit:
Für die Liebe kämpfen ist hier offensichtlich nicht das Motto. Connor ist noch der Einzige, der sich irgendwie bemüht. Wobei das schon fast etwas zu übertrieben ist, da seine intensive Gefühle Autumn gegenüber etwas ins Lächerliche gezogen werden, dadurch, dass er sie nicht ausdrücken kann.
Mir hat hier die emotionale Tiefe gefehlt, die nur angedeutet worden ist. Gründe jedes Einzelnen wurden genannt, immer wiederholt und eine Zeit lang passierte nichts. Das Ende reißt es dann etwas raus, als endlich die Dramatik erhöht wird. Beziehungsweise wird diese dann fast auf die Spitze getrieben. Damit war nicht zu rechnen. Und das Buch hört auch an einer sehr fiesen Stelle auf, sodass man natürlich weiterlesen will.
Na ja, oder auch nicht. Ich weiß sowieso schon, wie das Ganze ausgeht: Der Schwindel fliegt auf, Autumn und Weston werden ein Paar. Den Weg bis dahin will ich mir ehrlich gesagt nicht mehr antun. Das könnte in Kombination mit den Ereignissen zum Ende von Band 1 fast wieder zu übertrieben dramatisch werden.
Sehr schade, aber meine hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Ein mittelmäßiges New-Adult-Buch.

Sabrina S. Says:





                                                                                 

Erschienen beim Lyx-Verlag (Bastei Lübbe)
Erscheinungsdatum: 27.11.2019

ISBN: 978-3-7363-1128-2
Paperback, 392 Seiten

Preis 12,90 € (D) 

Auch als E-Book erhältlich

Bestellbar unter anderem bei Lyx

                                                                                

Sonntag, 11. März 2018

Lesehighlights Februar 2018 - Belletristik und New Adult

Also, in diesem Post wird es emotional. Denn die Bücher, die ich im Februar im Genre New Adult bzw. bei den belletristischen Romanen gelesen habe, sind so voll mit Gefühlen, das kann ich teilweise gar nicht in Worte fassen. Und zumindest im Schriftlichen bin ich eigentlich nicht auf den Mund gefallen!
Doch ich will nicht länger drum herum reden. Schaut euch einfach meine Highlights an. (Und dieses Mal kann man wirklich fast nur von Highlights sprechen.)

BELLETRISTIK:


https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Before-you-go-Jeder-letzte-Tag-mit-dir/Clare-Swatman/Blanvalet-Taschenbuch/e501359.rhd
© Bild: www.randomhouse.de
Da ich meine Vergangenheit auch in so mancherlei Hinsicht gerne ändern würde, musste ich dringend dieses Buch lesen, um herauszufinden, ob es tatsächlich einen Sinn macht, sich das zu wünschen.
Tja, leider macht es das. Denn wie Kleinigkeiten die zukünftigen Ereignisse beeinflussen können, zeigt "Before you go" deutlich. Und ich muss zugeben, auch wenn weder der Schreibstil noch die Figurenkonstruktion überragend sind, mich hat die Geschichte total berührt. Das passiert mir eigentlich selten, wenn ein Faktor nicht ganz stimmig ist. Aber hier haben mich die Thematik und die gesamte Stimmung mitgerissen.
Und der Roman hat mir etwas klar gezeigt: Vielleicht lohnt es sich ja doch, an Wunder zu glauben.

Sabrina S. Says:



NEW ADULT:



https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/verliere-mich-nicht/id_6353396?
© Bild: www.luebbe.de
"Berühre mich nicht" hat mich gefühlsmäßig total überzeugt. "Verliere mich nicht" hat das leider nicht mehr geschafft. Die Hintergründe, die im ersten Band noch recht mau gehalten waren, kamen im zweiten Teil nicht klar genug raus. Die Verzweiflung war nicht mehr so hoch, das Ende leider zu kurz und zu schwach.
Außerdem wurden ziemlich klischeehafte Ereignisse eingeflochten, mich hat eigentlich kaum mehr etwas überrascht.
Darum muss ich, selbst wenn es mir leidtut, eine mittelmäßige Bewertung vergeben.

Sabrina S. Says:

 

>>Hier<< geht's zur Rezension!



https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/save-me/id_6345354?
© Bild: www.luebbe.de
Also ein großer Fan von Klischees bin ich ja nicht, wie ihr wisst. Reicher, beliebter Junge und armes/mittelständiges Mädchen in der Kombination vermeide ich sowieso lieber, weil ich schon in etwa erahnen kann, wie die Geschichte abläuft oder wie sie ausgeht.
Na ja, "Save Me" hat mich eines Besseren belehrt. Denn hier liegt der Fokus tatsächlich auf den sich entwickelnden Gefühlen, auf dem starken Kontrast von Rubys und James' Welten. Hier geht es nicht darum, wie geil die Protagonisten aufeinander sind (vgl. "Paper"-Reihe von Erin Watt). Es geht auch nicht um dieses altbekannte "Wir dürfen niemals zusammen sein, weil das verboten ist".
In diesem Buch werden von vornherein die Aussichtslosigkeit und die Hoffnung so kombiniert, dass man sich nicht sicher sein kann, wie es weitergeht. Gleichzeitig wünscht man sich nichts sehnlicher als ein Happy End, obwohl man sich kaum vorstellen kann, dass eins möglich ist.
"Save Me" hat mir gleichzeitig das Herz erwärmt und herausgerissen.

Sabrina S. Says:


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https://www.dtv.de/buch/colleen-hoover-nur-noch-ein-einziges-mal-43283/
© Bild: www.dtv.de
Und ein weiteres Mal im Februar ist mir das Herz gebrochen worden (im literarischen Sinne). Zwar hatte ich von Colleen Hoover schon "Weil ich Layken liebe" gelesen und wusste, wie die Autorin ernste Thematiken in eine Geschichte verpackt, aber so radikal wie hier ... puh, keine Ahnung, was ich dazu sagen soll.
Jedenfalls würde ich das Buch keinem Jugendlichen empfehlen, der gerne Teenie-Romanzen liest. Denn "Nur noch ein einziges Mal" ist keine Romanze! Es geht zwar um die Liebe, doch auch um viel mehr, das mit diesem Thema in Verbindung steht.
Ich darf gar nicht zu viel darüber schreiben, weil ich sonst etwas offenbaren würde. Nur glaubt mir, wenn ich behaupte:
Dieses Buch beinhaltet eine klare Botschaft. Sie ist ernst, sie ist realistisch. Und sie rührt zu Tränen.

Sabrina S. Says:

Rezension folgt!


All diese Bücher haben mich echt fertig gemacht. Sie haben mich dazu veranlasst, meine Vergangenheit zu überdenken. Sie haben mich von der Liebe träumen lassen, mir jedoch auch all ihre Tücken und Tiefen gezeigt. Und vor allem haben sie mich zum Weinen gebracht.
Mehr kann ich dazu nicht sagen. Denn was sie mir geschenkt haben, ist nicht in Worte zu fassen.

Sabrina S.

Sonntag, 11. Februar 2018

Lesehighlights Januar 2018 - Belletristik, New Adult und Thriller

Puh, da habe ich mir ja ganz schön was vorgenommen, indem ich drei Genres in einen Beitrag packe. Aber was soll's. So bekommt ihr wenigstens einen genauen Überblick darüber, dass es nicht das Genre ist, das meine Bewertung ausmacht, sondern tatsächlich die Geschichte.


BELLETRISTIK:


"Das Glück an Regentagen" von Marissa Stapley

https://www.rowohlt.de/paperback/das-glueck-an-regentagen.html
© Bild: www.rowohlt.de
Bei diesem Buch ist mir zuerst das Cover entgegen gesprungen. Dann habe ich mich daran erinnert, dass eine Freundin von mir es ebenfalls schon gelesen und für gut befunden hat. Also dachte ich, ich überzeuge mich selbst davon.
Tatsächlich überrascht es mit der vermittelten Stimmung. Man erwartet nicht, dass es unterschwellig stets so traurig ist. Die verschiedenen Perspektiven verstärken diesen Eindruck sogar noch.
Dennoch ist es so berührend, dass man weiterlesen muss. Für die angesprochenen Regentage ideal geeignet!


Sabrina S. Says:



NEW ADULT / EROTIK:


https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/beruehre-mich-nicht/id_6319905
© Bild: www.luebbe.de
Die "Again"-Reihe von Mona Kasten fand ich ja schon wahnsinnig toll, aber "Berühre mich. Nicht" hat diese Hürde locker übersprungen. Die ganzen Emotionen, all die Ängste und Überwindungen, die in der Geschichte stecken - es war so nachvollziehbar, man litt richtig mit Sage.
Ich weiß gar nicht so genau, was ich noch zu dem Buch sagen soll. Mich hat es auf jeden Fall richtig überrascht, da gehypte Bücher in meinen Augen eigentlich nie so gut abschneiden wie behauptet. Dieses hier wird den positiven Bewertungen jedoch absolut gerecht!
(Nächsten Monat erfahrt ihr dann meine Meinung zur Fortsetzung "Verliere mich. Nicht.", die lese ich nämlich gerade 😉)

Sabrina S. Says:


>>Hier<< geht's zur Rezension!


"Paper Prince" von Erin Watt

https://www.piper.de/buecher/paper-prince-isbn-978-3-492-06072-1
© Bild: www.piper.de
Wie gesagt, mit Hypes kann ich oft nicht viel anfangen. Wer meine Meinung zu "Paper Princess" gelesen hat, weiß außerdem, wie ich eigentlich zu der "Paper"-Reihe stehe. Trotzdem habe ich ihr noch eine Chance gegeben.
Mein Fazit nach Teil 2? Na ja ... da es ja fast nicht mehr klischeehafter ging, war mit dem meisten zu rechnen, das passiert. Die Charaktere wurden mir leider auch nicht sympathischer. Immerzu von Trieben und übertriebenen Emotionen gesteuert.
Insgesamt war "Paper Prince" allerdings einen Hauch besser als der Vorgänger. Also mildere ich mein vernichtendes Urteil etwas ab.


Sabrina S. Says:




"Paper Palace" von Erin Watt

https://www.piper.de/buecher/paper-palace-isbn-978-3-492-06073-8
© Bild: www.piper.de
Dann schiebe ich Teil 3 gleich noch hinterher. Wenn ich eine Reihe anfange, dann möchte ich sie auch beenden (was ich mit den unabhängigen Folgebänden mache, weiß ich allerdings noch nicht).
Jedenfalls nehme ich wohl nicht allzu viel vorweg, wenn ich sage: Man erwartet beinahe, wie es ausgeht. Zwar wird man ab und an auf falsche Fährten gelockt, doch die halten nie lange an.
Der Fakt, dass die Liebesgeschichte quasi geklärt ist, nimmt zudem Spannung raus. Mir fehlte der große Knall, der mich staunen ließ.
Aber immerhin schafft es "Paper Palace", mit dem Vorgänger mitzuhalten.

Sabrina S. Says:

THRILLER:


"Flugangst 7A" von Sebastian Fitzek

https://www.droemer-knaur.de/buch/7767718/flugangst-7a
© Bild: www.droemer-knaur.de
Da ich kein großer Thriller-Fan bin, habe ich mich bis jetzt auch von den Büchern unseres bekanntesten deutschen Thriller-Autors ferngehalten. Aber als Auszubildende zur Buchhändlerin kommt man nicht drum herum, gefragt zu werden, wie das neuste Buch von ihm ist.
Tja, also musste ich über die Wolken reisen - wo ich doch selbst unter Flugangst leide. Vielleicht nicht ganz so sehr wie der Protagonist, aber immer noch genug, um demnächst nicht in ein Flugzeug zu steigen.
Und nach diesem Buch erst recht nicht! Es ist packend, emotional und löst immer wieder Erstaunen und Schock aus. Die Art, wie Fitzek die Wahrheit verschleiert, gefiel mir extrem gut. Man kann sich nie in Sicherheit wiegen. Also ein absolutes Däumchen hoch!

Sabrina S. Says:



So, wie ist mein Gesamteindruck? Gut, sehr gut, mittelmäßig, mittelmäßig, sehr gut. Ergibt die Gesamtnote: gut.
Tja, das klingt jetzt noch nicht wahnsinnig überzeugend, aber im Grunde habe ich eigentlich recht lesenswerte Bücher gefunden. Und sogar die "Paper"-Reihe motiviert mich vielleicht zum Weiterlesen. Jetzt, da endlich die anderen Brüder (die ich mehr mag als Reed) im Fokus stehen. Demnach kann ich eigentlich nicht großartig klagen.

Habt ihr auch welche meiner Lesehighlights im Januar verschlungen? Abgebrochen? Geliebt? Gehasst? Gerne lasse ich mich auch auf eine kreative Diskussion ein 😆

Sabrina S.

Samstag, 7. Oktober 2017

Rezension "Heute, morgen und dann für immer" von Aurelia L. Night

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/heute-morgen-und-dann-fuer-immer-9783958182165.html
© Bild: www.ullstein-buchverlage.de

Das Leben der 19-jährigen Maya scheint perfekt. Sie hat ihr Abitur bestanden, eine Ausbildung zur Krankenschwester in Aussicht, Freunde und Familie - ganz zu schweigen von ihrem Freund Richard.
Doch die Wohnungssuche stellt sich als Hindernis heraus. Mayas einzige Möglichkeit, rechtzeitig irgendwo unterzukommen, besteht darin, sich in einer WG einzuquartiern. Ihr neuer Mitbewohner Julian übt sofort eine Anziehungskraft auf sie aus, gegen die sie anzukämpfen versucht. Denn eigentlich gehört ihr Herz ja Richard. Und der tut wirklich alles dafür, dass die Beziehung nicht scheitert.
Wird sich Maya für den Richtigen entscheiden?



Die Geschichte:
Der Roman ist so einfallslos und klischeehaft, am liebsten hätte ich ihn nach dem ersten Drittel abgebrochen. Klar, sind New-Adult-Liebesromane oft nicht sehr einfallsreich, aber "Heute, morgen und dann für immer" hat mich echt tierisch genervt. Alles ist simpel dargestellt, es gibt kaum Widerworte bzw. negative Reaktionen, kaum Unvorhersehbares. Man wusste schon, wie sich alles entwickeln würde, noch bevor es passiert ist. Vor allem die Szene mit dem Streichen, bei der sich Maya und Julian näher kommen - zum Augenverdrehen. Der gesamte Roman ist 08/15.
Auch am Ende fand ich ein paar Dinge mehr als unlogisch. (Vorsicht, Spoiler!) Richard taucht gar nicht mehr auf, lässt Maya einfach ziehen. Und warum brauchen sie und Julian so viel Zeit, um sich auszusprechen? Das habe ich nicht wirklich nachvollziehen können.

Die Charaktere:
Melodramatisch und wahnsinnig naiv, das beschreibt die Figuren am besten. Schon allein dass Maya und ihre Mutter an den Umzug so unbedarft herangehen, wirkt richtig unglaubwürdig. Nur damit Julian ihnen dann helfen kann. Das ist weder innovativ noch realistisch.
Und leider zieht es sich durch die gesamte Geschichte. Maya ist mir zu sprunghaft, Richard zu sehr der Böse und Julian zu sehr der Held. Für mich gibt es hier nur Figuren, keine Charaktere.

Der Schreibstil:
Den fand ich sehr enttäuschend dafür, dass es noch nicht mal das Debüt der Autorin war. Zwischen Gedanken und Handlungen fehlten mir die Übergänge und Bezüge zueinander, es kamen wahnsinnig viele umgangssprachliche Ausdrücke vor und das Schlimmste war: "sagen" in allen Varianten bei fast jeder wörtlichen Rede. Las sich gar nicht schön.
Ganz zu schweigen davon, dass die Formulierungen und Ausdrücke manchmal nicht passten. Das grüne T-Shirt betont nämlich nicht die "Sprinkler", sondern die "Sprenkel" in seinen Augen. Spätestens im Lektorat hätte das gesehen werden müssen.

Mein Fazit:
Für einen Verlagstitel hätte ich mir viel mehr erwartet. Der Roman wirkt unausgereift, da hätte das Lektorat stärker eingreifen müssen. Obwohl die gesamte Geschichte in meinen Augen nicht wirklich zu retten war, so viele Klischees steckten darin. Kein wirklich guter Ausflug der Autorin in dieses Genre.

Sabrina S. Says:




                                                                                

Erschienen bei Forever (by Ullstein)
Erscheinungsdatum: 04.09.2017

ISBN: 978-3-958-18216-5
E-Book, 260 Seiten

Preis 3,99 € (D) (A)
Preis Taschenbuch 12,00 € (D), 12,40 € (A)

Taschenbuch vorbestellbar

Bestellbar unter anderem bei Ullstein, Amazon und Thalia

                                                                                 

Ein E-Book dieses Titels wurde mir freundlicherweise über Netgalley als Rezensionsexemplar von Forever (by Ullstein) zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 13. August 2017

Lesehighlights Juli 2017 - Belletristik

Die Belletristik ist natürlich ein weites Feld und kaum als Genre zu sehen. Eigentlich müsste ich bei diesem Beitrag sogar auf "New Adult" ausweichen. Aber ich mache es mir (und euch) lieber etwas leichter bzw. übersichtlicher und bleibe beim Oberbegriff Belletristik 😃

BELLETRISTIK:


"Nachtblumen" von Carina Bartsch

https://www.rowohlt.de/taschenbuch/carina-bartsch-nachtblumen.html Meine Entscheidung, dieses Buch zu lesen, hing weniger von davon ab, dass mich die älteren Werke der Autorin so begeistert haben. Die fand ich zwar auch nicht schlecht, aber auch nicht überragend (wahrscheinlich war ich zu jung für New Adult, als ich die gelesen habe).
Jedenfalls hat mich "Nachblumen" vor allem wegen des Klappentextes aufmerksam gemacht. Das schüchterne Mädchen, das sich nichts traut - das kenne ich zu gut von mir selbst. Darum wollte ich wissen, wie Jana mit diesem Problem umgeht. Und ich muss sagen, dass Carina Bartsch es wirklich gut dargestellt hat, wie schwer es Jugendliche haben können, zu sich selbst als Erwachsene zu finden. 
Leider hat mir der letzte Teil des Buches weniger gut gefallen, darum ein Bücherstapel Abzug. Doch ansonsten wirklich empfehlenswert!

Sabrina S. Says:




"Begin again" von Mona Kasten

https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/begin-again/id_6110760 Da die ganze "Again"-Reihe so gut bei den Lesern ankommt, kam ich nicht drum herum, sie auch anzufangen. Der erste Band "Begin again" leitet auch sehr gut in die Trilogie ein. Die Hauptfiguren aller Teile tauchen auf, wobei es sich erst einmal um die Liebesgeschichte zwischen Allie und Kaden dreht. Der verhält sich aber manchmal etwas widersprüchlich in meinen Augen, das fand ich nicht hundertprozentig glaubhaft.
Trotz allem zeigt das Buch auf sehr gelungene Weise, dass man sich manchmal erst von seiner Vergangenheit lossagen muss, bevor man das Leben führen kann, das man wirklich will. Nicht jeder muss die Rolle ausfüllen, in die er hineingeboren wird. Man darf (und soll!) zu sich selbst finden. Und dazu auch gerne die Liebe seines Lebens 😉

Sabrina S. Says:



"Trust again" von Mona Kasten

https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/trust-again/id_6110776Auf Teil 2 war ich sogar noch mehr gespannt. Denn Dawn bietet als Hauptfigur ein paar mehr Aspekte, in die ich mich hineinfühlen kann - zum Beispiel, was das Schreiben angeht.
Ich wurde auch nicht enttäuscht. Dawns Weg zu neuem Vertrauen in die Welt ist nachvollziehbar gestaltet. Auch ihre Chemie mit Spencer ist total niedlich, obwohl sie sich strikt dagegen wehrt. Dass hinter seiner Fassade auch noch einiges mehr steckt, kam nicht unerwartet, doch um was es ging, fand ich im ersten Moment schockierend. Bietet damit jedoch etwas sehr Interessantes, das überrascht.
Gestört haben mich nur ein wenig die vielen erotischen Szenen. Stellenweise kamen die sehr dicht hintereinander. Aber ansonsten ein gutes Buch.

Sabrina S. Says:



New Adult habe ich bis jetzt nicht so oft gelesen, obwohl ich mich quasi in genau dieser Phase meines Lebens befinde. Dieses Selbstfindungsthema ist hier essentiell, und ich muss sagen, während des Lesens wird man doch hin und wieder neidisch, wie es den Protagonisten gelingt, zu sich selbst und der Liebe zu finden. Zwar machen sie auch einiges durch, aber letztendlich bekommen sie ihr Happy End. Da frage ich mich doch, wann es bei mir so weit ist 😁
Aber hier geht es ja nicht um mich, sondern um Bücher. Also: Kein Fehlgriff dabei, Leserin happy. 

Sabrina S.

Sonntag, 16. Juli 2017

Lesehighlights Juni 2017 - Belletristik und Thriller

Da ich letzten Monat die Thriller eher gemieden habe (obwohl noch ein paar bei mir herumliegen), fasse ich das Genre heute mit der Belletristik, also den Romanen, zusammen. Tatsächlich bin ich im Juni damit etwas besser gefahren als im April/Mai. Vielleicht lerne ich langsam zu filtern, was mir gefallen könnte und was nicht 😆

BELLETRISTIK:




https://www.rowohlt.de/taschenbuch/gegen-liebe-ist-kein-kraut-gewachsen.html
Bild: www.rowohlt.de
Ein wenig übers Gärtnern lernen, während man einen Roman liest - auch nicht schlecht. Vor allem, da nützliche Anbau-Tipps vor jedem neuen Kapitel standen, das war eine ganz witzige Idee.
Auch sonst war das Buch nett und flüssig zu lesen. Die Figuren machten einen kreativen Eindruck, der zur Stimmung passte. Und der Tonfall hat mich auch überzeugt angesichts Lilians Vorgeschichte.
Die Liebesgeschichte fand ich dagegen etwas zu flach und unausgereift, ansonsten war das Buch für zwischendurch schön zu lesen. Solides Mittelmaß.


Sabrina S. Says: 



 "Der Mann, der zu träumen wagte" von Graeme Simsion

http://www.fischerverlage.de/buch/der_mann_der_zu_traeumen_wagte/9783810530318
Bild: www.fischerverlage.de
Nachdem ich das "Rosie-Projekt" als Hörbuch gehört habe, wollte ich unbedingt den neuen Roman von Graeme Simsion ausprobieren. Vor allem da das Thema erste Liebe etwas ist, das mich auch hin und wieder beschäftigt.
Tatsächlich war das Buch vielschichter, als ich es erwartet habe, und damit kann ich es als lesenswert einstufen. Auch Simsions spezielle Art, sich auszudrücken, kam wieder durch. Diesen Wiedererkennungswert findet man nicht bei allen Autoren, vor allem in der Belletristik. Darum Däumchen hoch!


Sabrina S. Says:



THRILLER:



https://www.randomhouse.de/Paperback/Into-the-Water-Traue-keinem-Auch-nicht-dir-selbst-/Paula-Hawkins/Blanvalet-Hardcover/e455642.rhd
Bild: www.randomhouse.de
"Girl on the Train" habe ich nicht gelesen, aber als Film gesehen. Passend dazu erschien dann "Into the Water", weshalb ich dachte, warum nicht mal ein Buch von Paula Hawkins ausprobieren.
Zugegebenermaßen war ich etwas irritiert wegen der vielen Perspektiven. Streckenweise bin ich gar nicht richtig mitgekommen, wer jetzt eigentlich mit wem verwandt ist, wer mit wem was hatte und so weiter.
Das war ein Faktor, der die Spannung etwas beeinträchtigt hat. Denn eigentlich finde ich es gut, wie Hawkins den Verdacht wegen vergangener Verbrechen immer wieder auf neue Leute lenkt. Hätte Potenzial nach oben gehabt.

Sabrina S. Says:



Mittelmäßiges Fazit, was meine gelesenen Romane für Erwachsene angeht. Da mich die Jugendbücher auch nur zum Teil überzeugt haben, habe ich im Juni wohl keine richtigen Glücksgriffe gemacht.
Na ja, der Juli wird Besseres bringen, das kann ich jetzt schon sagen. Seid also gespannt auf nächsten Monat.

Ach ja, und nicht vergessen! Jeden Samstag findet ihr hier auf dem Blog eine neue Jugendbuch-Rezension zu den in den Highlights vorgestellten Titeln!

Sabrina S.

Sonntag, 18. Juni 2017

Lesehighlights April / Mai 2017 - Belletristik / Romane

So, der Juni ist halb vorbei, es ist Zeit, meine Lesehighlights der letzten Monate zu einem Abschluss zu bringen. Und zwar mit der Belletristik. Allerdings gibt es da nur zwei Bücher, die ich euch präsentieren kann ;)

BELLETRISTIK:


"Die Perlenfrauen" von Katie Agnew

Bild: www.randomhouse.de
Das Cover fand ich ansprechend in seiner Schlichtheit, darum führte meine erste Weiterbildung in der Belletristik zu diesem Roman. Es ist ja momentan erstaunlich in Mode, zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her zu wechseln und dadurch mehrere Geschichten zu erzählen.
Auch hier wurde der Trend aufgegriffen, was ich an sich nicht verkehrt finde, doch in "Die Perlenfrauen" wurden meiner Ansicht nach zu viele Geschichten ineinander verwoben. Auf Kosten der Charaktere. Und die Hauptliebesgeschichte der Gegenwart ließ auch auf sich warten, wurde letztlich zu schnell abgehandelt. Schade, denn der Roman ist an sich sehr berührend.

Sabrina S. Says:




"Seit du bei mir bist" von Nicholas Sparks

https://www.randomhouse.de/Buch/Seit-du-bei-mir-bist/Nicholas-Sparks/Heyne/e418179.rhd
Bild: www.randomhouse.de
Ich gebe zu, bis jetzt nur einige der Filme gekannt zu haben, die auf Nicholas Sparks' Büchern basieren (die meisten fand ich ziemlich gut). Also musste das neue Werk herhalten, um mich auch von den Büchern zu begeistern.
Dafür habe ich jedoch nach dem falschen Roman gegriffen. "Seit du bei mir bist" ist das realistischste Buch, das ich bis jetzt gelesen habe. Wirklich eine Geschichte, wie sie im Alltag passieren könnte - und mir damit zu langweilig. Vielleicht bin ich auch zu jung, um das Werk angemessen zu würdigen. Schließlich geht es darin um Scheidung, Kindererziehung, Jobverlust, Geldprobleme und so weiter. Die gewohnte Liebesgeschichte stand keineswegs im Fokus, eher die Vater-Tochter-Beziehung. 
Nicht schlecht geschrieben, und das Cover ist auch schön, aber meines Erachtens ist das Buch zu lang und ereignislos.

Sabrina S. Says:



So, das war es auch schon wieder. Belletristik ist ein Genre, das mich an sich eigentlich mehr anspricht als ein Thriller von den Thematiken. Leider fehlt dabei meistens ein wenig die Spannung. Und zu viel Realismus kann ich mir bei Büchern auch nicht antun - davon habe ich selbst ja schon genug im Leben. Aber nächstes Mal wird der Beitrag zur Belletristik wohl zumindest ein wenig länger, wie es bis jetzt aussieht. 

Die nächsten Lesehighlights gibt es dann Anfang Juli. Begonnen wird wieder mit dem Jugendbuch (das euch vermutlich sowieso am meisten interessiert, so wie ich meine Follower kenne 😂 ).

Sabrina S.