Samstag, 1. August 2015

Camp NaNoWriMo Juli 2015 - Der lange Weg zum Sieg

Das Camp NaNoWriMo ist immer eine besondere Erfahrung. Gut, ich habe erst zweimal teilgenommen, aber schon jetzt weiß ich, dass es ein sehr guter Weg ist, um sich wieder wie eine Schriftstellerin zu fühlen. Denn das Wortziel ist wie ein Abgabedatum. Bis da und da muss man das Manuskript fertig haben.
Nicht, dass es mein Ziel war, ein Manuskript fertigzustellen. Es ging vielmehr darum, das Licht am Ende des Tunnels zu erblicken. Während ich meinen Jugendroman "Secrets" im Camp im April begonnen habe, war der Juli dazu da, weiter in der Handlung voranzuschreiten. Und tatsächlich bin ich nicht mehr weit vom Ende entfernt. So schnell habe ich noch nie fast 80.000 Wörter geschrieben.

Aber von allgemeinen Fakten zum Verlauf dieses Camps:

Phase 1: "Das wird ein Klacks!"

Bereits am ersten Tag schrieb ich 2.435 Wörter. 968 pro Tag hätten gereicht, um die 30.000 Wörter im Juli vollzukriegen. Da war mir klar, dass dieses Camp um einiges einfacher werden würde als das letzte. Immerhin hatte ich die Inhaltsangabe komplett vor mir, ich war bereits in der Geschichte drin. Das würde ein Klacks werden.

Phase 2: "Mein Optimismus war grenzlos."

Bis Tag 8 lag ich meistens noch gut mit der Wortanzahl. Knapp über dem Tagesziel oder knapp drunter. Damit konnte ich leben. Noch war mein Optimismus grenzenlos, da ich Anfang des Monats etwas Zeit hatte, aber auch notfalls später noch etwas aufholen konnte.

Phase 3: "Es klappte gar nichts."

Blöd, dass Tag 11-13 Flaute herrschte. Da klappte wirklich gar nichts. Die Uni hielt mich auf. Klausur, Hausarbeitsrecherche, Bachelorarbeitsrecherche, Planungen fürs nächste Semester – da konnte vor lauter Studiensorgen ja nichts klappen. Ich bekam erste Bedenken, ob ich mir neben dem Studium und freiberuflicher Arbeit zu viel als Autorin auferlegt hatte.

Phase 4: "Tag 14 rettete mich."

Lasst es mich mal so ausdrücken: Tag 14 rettete mich. Ich schrieb über 4.000 Wörter, was ich nur in seltenen Ausnahmefällen hinkriege. Die Klausur war um und ich wollte mich belohnen, indem ich die Schlüsselszene des Romans verfasste. Und ich war wie in Trance, schrieb und schrieb, bis ich Tränen in den Augen hatte. Nie war ich stolzer nach der Arbeit an einer Szene aus "Secrets" gewesen als an diesem Tag. Die 14 ist wirklich meine Glückszahl. Sie brachte mich zurück ins Soll.

Phase 5: "So langsam kam ich wieder in Fahrt."

Nach ein paar Tagen des Auf und Abs schaffte ich es an Tag 18, mir wieder einen Vorsprung zu verschaffen. 19.544 Wörter standen in der Statistik, 17.419 wäre das Tagesziel gewesen. So langsam kam ich wieder in Fahrt, da ich keine Kurse mehr hatte und mich nur um die Hausarbeitsrecherche kümmern musste. Ich war befreit von dem ganzen Stress und konnte mich wieder dem widmen, das ich liebte: dem Schreiben.

Phase 6: "Mir ging meine Motivation flöten - reinknien war angesagt!"

Bis Tag 25 war ich noch alles im Lot. Dann ging mir so langsam meine Motivation flöten. Meine erste Hausarbeit musste geschrieben werden, ich war bereits mit der Recherche im Verzug. Verdammt, und wie sollte ich die nächste Szene nur schreiben? Da fehlten noch Kleinigkeiten, es gab im Plot winzige Lücken und ich hatte echt keine Lust, sie zu flicken, wenn ich ein Wortziel erreichen musste. Reinknien war angesagt!

Phase 7: "Ich sah schon dasselbe Problem wie beim letzten Camp aber ich würde nicht scheitern!"

Als der vorletzte Tag anbrach und ich nur 27.899 Wörter in der Statistik stehen hatte, sah ich schon dasselbe Problem wie beim letzten Camp vor mir. So viele Wörter an einem Tag – und dann auch noch mit einer fiesen Erkältung, die sich heimlich angeschlichen hatte! Na toll, würde ich wirklich so kurz vor dem Ziel scheitern?
Nein, würde ich nicht. Ich setzte mich ab 19.00 Uhr hin und tippte die nächste Szene, die ich noch gar nicht wirklich geplant hatte. Sie verselbstständigte sich zum Glück, sodass ich immer weiter schrieb. Bei 30.000 Wörtern hörte ich noch nicht auf, weil ich befürchtete, der Wortzähler könnte etwas falsch berechnen. Also trieb ich mich vorwärts, bis ich um etwa 23.45 Uhr 32.032 Wörter auf meinem Zähler im Schreibprogramm stehen hatte. Schnell kopierte ich alles Geschriebene und fügte es in den Camp-Zähler ein. Und da kamen auch schon die Congratulations! Ich war so erleichtert!

Letztlich waren es zwar keine 32.032 Wörter, sondern nur 31.402, aber das war mir dann auch egal. Gewonnen war gewonnen. Ich war wieder eine Autorin.


Tja, jetzt sind die Camps schon wieder vorbei. "Secrets" hat inzwischen 77.274 Wörter und die Geschichte findet ihr Ende bestimmt noch unter den 100.000 Wörtern. Keine Ahnung, was ich danach schreibe, aber eines weiß ich: Der NaNoWriMo kommt noch. Und mein nächstes Ziel ist es, in einem Monat 50.000 Wörter zu schaffen.

Ob ich das hinkriege? Findet es heraus im November 2015!

Sabrina S.

Weitere Informationen zu meinem Camp NaNo im Juli findet ihr auf meiner Camp-Seite: http://campnanowrimo.org/campers/sabrina-schumacher/novels/secrets-201477/stats

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