Samstag, 3. Dezember 2016

NaNoWriMo 2016 - Mein Weg zum Erfolg


Der NaNoWriMo 2016 ist vorbei und ich habe diese Herausforderung erstmals gemeistert. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass ich so enorm viel Zeit hatte dieses Jahr. Die 30.000 Wörter, die ich mir 2015 während der beiden Camp NaNos vorgenommen hatte, habe ich ja bereits zweimal geschafft, aber 50.000 Wörter sind noch mal ein ganz anderes Kaliber für jemanden wie mich. Denn ich bin eigentlich eher ein Gelegenheitsschreiber, je nach Lust und Laune. Aber jetzt habe ich mir bewiesen, dass wenn ich mir etwas vornehme, kann ich es auch mit einem "Abgabedatum" erreichen. 

Wobei ich kaum glaube, dass ich es nächstes Jahr noch einmal schaffen werde. Dann bin ich mitten in der Ausbildung zur Buchhändlerin (ich sage ja, meine Zukunft liegt in der Buchbranche :) ) und dann so viel zu schreiben ... doch das ist ein anderes Thema. Blicken wir lieber auf die Gegenwart. Und so sah mein NaNoWriMo 2016 in Phasen aus:


Phase 1: "Dass ich so viel schreiben würde, war eine Mega-Überraschung."

Der Beginn des NaNo fiel mir leichter als gedacht. Ich wollte die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, vielleicht gab das den Ausschlag, dass ich bis Tag 3 jedes Mal über dem Tagessoll war. So schrieb ich mir einen Riesenpuffer an. Nachdem ich so lange nur häppchenweise an "Infected" geschrieben hatte, war das eine Mega-Überraschung.

Phase 2: "Das erste Tief war ein herber Rückschlag."

Dann kam der Dämpfer. Ich hatte andere Dinge im Kopf, am 5.11. ging es mir gesundheitlich nicht so gut, sodass ich mich weder konzentrieren noch ohne Schwindelgefühl auf den Bildschirm schauen konnte. 353 Wörter, das war ein herber Rückschlag. Der Puffer - weg. Geradeso über dem Soll. Mein erstes NaNo-Tief.

Phase 3: "Es lief nicht nach Plan - ich blieb semi-optimistisch."

Danach hieß es aufholen. Zwei Tage über dem Soll, die nächsten drei darunter. Ganz so nach Plan lief es also nicht. An Tag 10 hatte ich gut 500 Wörter mehr als nötig waren. Das war viel zu wenig, immerhin wusste ich nicht, wann das nächste Tief kommen würde. Und anhand all der Dinge, um die ich mich für meine Zukunft kümmern musste, war es nur eine Frage der Zeit, bis das kam. Ich war also eher semi-optimistisch, ob ich den NaNo gewinnen würde.

Phase 4: "Ich legte den Turbo ein bei den Übergangsszenen."

Ab dem 11. legte ich den Turbo ein. Eigentlich waren es eher Übergangsszenen, die mir einen erneuten Puffer einbrachten. Normalerweise senken die den Wordcount bei mir eher, da ich sie hasse. Wirklich. Aber na ja, ich musste vorankomen, also weg mit den negativen Gefühlen.

Phase 5: "Keine Ahnung, wie ich bei all den Problemen im Soll blieb."

Dann gingen die Probleme erst richtig los. Denn ich bewegte mich aufs Ende des Romans zu. Das ich noch nicht kannte. Ich musste also innerhalb weniger Tage entscheiden, wie der Schluss aussehen soll. Und ob ich einen Einteiler konzipiere oder auf eine Fortsetzung hinarbeite. Der ursprüngliche Plan war eine Art Cliffhanger, doch ich hatte keine Lust, noch mal so einen dicken Roman mit so vielen Problemen zu schreiben. Also überlegte ich fieberhaft, ob ich ein anderes Ende planen sollte.
Es war ein einziges Auf und Ab in der dritten NaNo-Woche, bei dem ich trotzdem im Soll blieb. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Wahrscheinlich mit etwas zu viel Geschwafel. 
(Ja, die Überarbeitung dieser 50.000 Wörter wird wahnsinnig witzig.)

Phase 6: "Mit dem Plotten kam die Vorfreude aufs Ende."

Nachdem ich am 26. festgestellt habe, dass das Einteiler-Ende unbefriedigend wäre und all meine Pläne für den Roman kaputt machen würde, setzte ich mich ans Plotten und siehe da: Alles lief auf eine Fortsetzung hinaus. Als mir das klar wurde, ging es mit dem Schreiben plötzlich wieder wie von selbst. Ich wusste, welche Szenen noch kommen sollten. Und so langsam stellte sich die Vorfreude aufs Ende ein.

Phase 7: "Den NaNo zu gewinnen, war wie das Lösen eines Fluchs."

Als ich am 28. die 50.000 beinahe voll bekam, war das wie das Auflösen des Fluchs, der über dem Roman lag. Ich würde den NaNo gewinnen und gleichzeitig auch noch das "ewige Projekt" beenden. Vor gut einem halben Jahr habe ich kaum geglaubt, dass ich "Infected" je beenden würde. Die Geschichte lag auf Eis. Und dann gewann ich den NaNo am 29., setzte das letzte Wort am 30. ins Manuskript. Es ist immer noch so unglaubwürdig. Was vermutlich daran liegt, dass es nicht wirklich das Ende der Geschichte ist. Aber egal. Um Teil 2 kann ich mich später kümmern. Sobald ich ihn geplottet habe :D


Und so sieht meine NaNo-Grafik nun insgesamt aus:

Bild: http://nanowrimo.org/participants/sabrina-schumacher/novels/infected-1071860/stats

Mit 1.775 Wörtern im Schnitt liege ich gerade mal 108 Wörter über dem Tagessoll und das ist wirklich wahnsinnig wenig. Aber ich habe über 53.000 Wörter geschrieben, darauf bin ich stolz. Da man das Auf und Ab dieses Novembers in der NaNo-Grafik gar nicht sehen kann, habe ich noch eine eigene Grafik angefertigt, die meine geschriebenen Wörter pro Tag einfängt:


 

Und mit diesem wilden Zickzack verabschiedet sich die NaNo-Autorin in mir. Wie es mit "Infected" weitergeht, und ob ich es endlich auch mal schaffe, meine Novelle "Burned" zu beenden, erfahrt ihr in meiner Blog-Reihe "Das Schreiben & Ich", zu der es immer mittwochs alle zwei Wochen einen neuen Beitrag gibt.

Teilt mir auch gerne eure NaNo-Erfahrungen mit, ich bin neugierig, ob ihr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hattet :)

Und ein kleiner NaNo-Tipp zum Abschluss: Plant nicht mitten im NaNo noch Handlungsstränge oder das Ende um. Bei mir ist das gutgegangen, aber empfehlen würde ich solche Plot-Probleme niemandem.

Sabrina S.


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