Dienstag, 25. Oktober 2016

Und um ist der Wettbewerb ...

Tja, die Frankfurter Buchmesse 2016 ist vorbei und damit liegt auch die Siegerbekanntgabe des Romanwettbewerbs von tolino media und Carlsen Impress in der Vergangenheit. Ich war zwar nicht dabei, aber dank der sozialen Medien habe ich schnell davon erfahren, dass ich es nicht unter die Top 3 und damit unter die Gewinner geschafft habe.

Die erste Reaktion war Ernüchterung. Klar, auch wenn man den Sieg nicht erwartet, man hegt trotzdem leise Hoffnungen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mir nicht überlegt, wie der Sieg gewesen wäre. Was danach hätte passieren können.
Ich hab mir vorgestellt, endlich einen Schritt in der Buchbranche zu tun, für den ich dachte, noch nicht bereit zu sein. Dass ich mich nicht nur selbst als Autorin sehen würde im Anschluss, sondern es auch allen anderen beweisen könnte.

Na ja, so weit ist es allerdings nicht gekommen. Ich muss weiterhin für meine Träume kämpfen, für neue Chancen beten und die Entscheidung erneut treffen, ob ich eine Veröffentlichung in Erwägung ziehe. Es ist durchaus ein Dämpfer, aber es ist nicht das Ende. Weder für mich als Autorin noch für den Roman. Es unter die Top 10, auf die Shortlist, geschafft zu haben, kann ich als Erfolg verbuchen. "Hidden Secrets" hat etwa 190 weitere Romane hinter sich gelassen. Also wenn das nicht auch eine Art Bestätigung für mein schriftstellerisches Potenzial ist, weiß ich auch nicht.

Nach der Ernüchterung und dem Frust, dass mal wieder jemand besser war als ich (bin ich ja schon gewöhnt), kam die Suche nach den Gründen. Was an dem Manuskript könnte nicht gut genug gewesen sein?
Ich begann, darin zu lesen. Kapitel um Kapitel. Okay, es ist ein schwerer Stoff. Es ist zu Beginn etwas distanziert geschrieben wegen der vielen Geheimnisse. Die Figuren verhalten sich auch manchmal etwas merkwürdig (was jedoch den komplizierten Umständen zu schulden ist).
Doch je weiter ich kam, desto klarer wurde es mir: Die Idee ist gut. Spannung ist da. Die Charaktere sind lebendig. Es behandelt ansatzweise aktuelle Themen. Hey, mir ist da wirklich etwas gelungen.

Falls ihr jetzt denkt "Kann die sich mal zwischen Pessimismus und Optimismus entscheiden?", dann muss ich euch als Antwort darauf leider ein Nein geben. Denn so bin ich nun mal. Ich sehe grundsätzlich alles schwarz, bis irgendwann die positiven Erkenntnisse um die Ecke kommen.
Und bevor das passiert, habe ich dann immer sehr ... hm, ich weiß nicht, wie ich das nennen soll. Sehr interessante Gedanken? Witzige Gedanken? Merkwürdige Gedanken?

Jedenfalls dachte ich dann in etwa solche Sätze:

Ich kann nie wieder was Positives schreiben.
Ich werde nie wieder so was Negatives schreiben.
Wie kann ich mich jetzt überhaupt wieder zum Schreiben motivieren?
Ich sollte doch lieber bei der Fantasy bleiben.
Wenigstens muss ich mir jetzt noch keine Gedanken über eine Fortsetzung machen.

Typisch ich. Immer zu viele Überlegungen und immer nur an die Zukunft denken, nicht an die Gegenwart. Wobei das gerade wohl auch nicht so übel ist. Denn in der Zukunft habe ich "Hidden Secrets" vielleicht schon irgendwo veröffentlicht, während ich in der Gegenwart noch Trübsal blase. Oder so ähnlich. (Da erkenne ich mal wieder, ich schreibe nie einen Zeitreise-Roman.)

Damit schließe ich dann mal das Kapitel tolino-media-Impress-Schreibwettbewerb. Jetzt kann ich mich wenigstens wieder auf "Infected" und "Burned" fokussieren, ohne ständig den Roman eines anderen Genres im Hinterkopf zu haben. Und wer weiß? Vielleicht habe ich ja danach Lust, noch mal einen Jugendthriller zu schreiben.

Mit Grüßen zum Abschluss und einem Glückwunsch an die Siegerinnen

Sabrina S.

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