Samstag, 28. Mai 2016

Schwung in Inspiration und Geschichte bringen - durch Zufallscharaktere

Wenn man umzieht, kommen einem plötzlich alte Sachen entgegen, von denen man gar nicht mehr wusste, dass man sie besitzt. Für einen Autor kann das ganze Umräumen und Entpacken eine gute Art der Ideensuche sein. Nicht nur inspirierende Gegenstände, sondern auch alte Geschichtsideen tauchen auf einmal auf. Selbst einzelne, schnell irgendwohin gekritzelte Sätze können wahre Schätze sein.

Ich jedenfalls bin schon gespannt, was mir noch so alles vor die Füße fällt, während ich meinen ganzen Kram irgendwo unterzubringen versuche. Zwar war noch nichts Supertolles dabei, das mich sofort an meinen Schreibtisch gezwungen hat, um eine Idee dazu aufzuschreiben, aber jedenfalls was Witziges kam zum Vorschein. Lasst mich raten: Ihr wollt wissen, was es Witziges war?

Okay, ich verrate es euch. In meiner Schulzeit hatten meine beste Freundin und ich immer sehr kreative Arten, um Geschichten und Charaktere zu erfinden. Da kamen dann Spontangeschichten anhand von Stichworten und total idiotische Erzählungen wegen zusammengewürfelter Vorgaben (welche Person vorkommen muss, welche Farbe, welches Tier, welcher Ort usw.) heraus.
Irgendwann zu dieser Zeit (als ich mitten im endlosen Roman Nr. 2 steckte), wollte ich mal was Lustiges schreiben. 

Weil mir von selbst meistens keine witzigen Ideen und Plottwists einfallen, musste ich die Charaktere entsprechend so gestalten, dass es nur komisch werden konnte. Also fertigte ich eine Art Steckbrief an mit verschiedenen Merkmalen: Geschlecht, Beruf, Hobbys, Stärken, Ticks und besondere Merkmale.
Dann schrieb ich auf kleine Zettel zu jeder Kategorie etwas, das mir gerade einfiel. Alles gut gefaltet, gemischt und dann pro Kategorie einen Zettel gezogen. Rein damit in den Steckbrief und schon war der Schrott-Charakter fertig.

Heraus kam dabei unter anderem eine sommersprossige Autorin, die gerne Fußball spielt, aber ständig am Essen ist. Oder der Arzt mit Basecap, der ein fotografisches Gedächtnis hat, aber immer lügt. Auch gut war der sexy Journalist mit Brille, der unter Legasthenie leidet, gerne malt, in der Schule jedoch Sport liebte. Mal ganz abgesehen von der Siebtklässlerin, die nur High Heels trägt, jedoch an ihren Fingernägeln kaut.

Hätte ich über alle diese Figuren eine Geschichte geschrieben, hätte das bestimmt lustig geendet. Und das waren ja nur die Stichworte eines etwa 15-jährigen Mädchens. Heutzutage ginge es bestimmt noch viel abgedroschener ...

Also falls euch mal die Ideen fehlen, denkt euch eine Geschichte mit den komischsten Charakteren aus. Das kann wahnsinnig inspirierend sein. Ihr müsst es auch nicht aufschreiben, in Gedanken reicht es auch. Hauptsache, ihr spinnt ein wenig rum mit euren Zufallscharakteren ;)

Ab und an können dabei sogar Charaktere entstehen, die ihr in euren nächsten Roman einbauen wollt oder die Protagonisten für eine Kurzgeschichte werden. Und ihr könnt so auch ganz leicht ernsthafte Figuren erfinden, dazu müsst ihr einfach nur ernste Sachen auf die Zettel schreiben. 

Tipp am Rande: Lasst auch mal eure Freunde oder Verwandte solch einen Steckbrief ausfüllen - je nach Vorgabe "ernst" oder "komisch" kann euch das auch weiterhelfen. Oder es kann all eure Pläne durcheinanderbringen. Aber gerade dann ist das vielleicht der richtige Weg, denn so überrascht man nicht nur sich selbst, sondern auch die Leser. Und das ist ja bekanntlich eine gute Taktik, um die Aufmerksamkeit zu bannen und die Spannung zu erhöhen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Sabrina S.

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