Samstag, 2. April 2016

Wörtliche Rede 2 - Interpunktion

Wie ihr eure wörtliche Rede stilistisch optimiert, habe ich euch letzte Woche verraten. Diese Woche geht es darum, sie auch formal in die richtige Form zu bringen. Das ist wichtig, damit der Lektor/Agent/Verleger nicht drauf schaut und sich denkt: „Die wörtliche Rede ist falsch interpunktiert. Können wir gleich vergessen.“
Der Grundsatz heißt also: Kennt die Regeln! Die sind auch gar nicht so schwer, obwohl es natürlich immer wieder zu strittigen Möglichkeiten kommt. Aber erst einmal zum leichten Teil.


Aussagesätze:


„Mir geht es gut“, sagte Amy.
„Mir geht es gut.“ Amy lächelte.

Wenn die wörtliche Rede mit einem redenden Verb geschlossen wird, dann immer ohne Punkt und mit Komma hinter den Schlusszeichen! Im Anschluss klein weiterschreiben.
Folgt ein Satz auf die wörtliche Rede, dann mit Punkt vor den Schlusszeichen und ohne Komma! Im Anschluss groß weiterschreiben.


Fragesätze:


„Wie geht es dir?“, fragte Amy.
„Wie geht es dir?“ Amy sah sie fragend an.

Das Fragezeichen immer vor die Schlusszeichen!
Folgt ein redendes Verb auf die wörtliche Rede, gilt das Gleiche, nur dass hinter den Schlusszeichen noch ein Komma folgt.


Ausrufesätze:


„Das hast du nicht getan!“, rief Amy.
„Das hast du nicht getan!“ Amy starrte sie an.

Wie bei Fragesätzen: Das Ausrufezeichen immer vor die Schlusszeichen!
Folgt ein redendes Verb auf die wörtliche Rede, gilt das Gleiche, nur dass hinter den Schlusszeichen noch ein Komma folgt.


Das sind die wichtigsten Regeln, die man bei der wörtlichen Rede befolgen muss. Wird die wörtliche Rede geteilt, sieht es fast genauso aus:

„Die Klausur war ganz einfach“, sagte Amy. „Bestimmt bekomme ich eine gute Note.“
„Die Klausur war ganz einfach.“ Amy strahlte. „Bestimmt bekomme ich eine gute Note.“
„Die Klausur“, fing Amy an, „war ganz einfach. Bestimmt bekomme ich eine gute Note.“

Wird ein Satz mittendrin durch ein redendes Verb unterbrochen, dann kommt ein Komma vor den zweiten Teil der wörtlichen Rede.

Eine Handlung solltet ihr nicht zwischen rein schieben, grammatikalisch gesehen ist das nicht korrekt! Ein Hauptsatz steht nicht mitten in einem anderen! (Das wäre so, als ob ihr schreiben würdet: Die Klausur, ich bekomme bestimmt eine gute Note, war ganz einfach.)

Einzige Ausnahme der Regel: Wenn die Handlung mit Gedankenstrichen eingefügt wird. Sieht man ab und an, sieht aber nicht gut aus.

Also so bitte nicht:

„Die Klausur“, Amy strahlte, „war ganz einfach.“
„Die Klausur“, – Amy strahlte –, „war ganz einfach.“


Bei Frage- und Ausrufesätzen gelten dieselben Regeln:

 „Wie“, fragte Amy, „hast du das geschafft?“
„Du“, rief Amy stolz, „bist toll!“

Wobei ich sagen muss, dass diese Teilungen nicht ideal sind, um den ganzen Satz richtig erfassen zu können. Prinzipiell rate ich deswegen davon ab.

Alternativ könnt ihr gerne mit Auslassungszeichen arbeiten:

 „Ich verstehe nicht …“, fing Amy an, „… wie du das gemacht hast.“
„Ich verstehe nicht …“ Amy brach ab. „… wie du das gemacht hast.“
„Wie hast du …?“ Amy stockte. „Wie hast du das gemacht?“
„Du verdammtes …!“ Amy funkelte ihn an. „Ach, vergiss es!“

Hier gilt: Keinen Punkt nach Auslassungszeichen, nur Frage- und Ausrufezeichen. Ihr könnt paarige Auslassungszeichen verwenden, wenn der Satz weitergeht oder einzelne, wenn ihr einen neuen Satz beginnen wollt. Nach Auslassungszeichen müsst ihr immer klein weiterschreiben, es sei denn danach steht ein Nomen oder ein Name.


Da die Regeln mit ihren Beispielen doch etwas länger geworden sind, als ich beabsichtigt hatte, erfahrt ihr dann nächste Woche mehr über die redenden Verben und ihre Tücken. (Das sind neben den Rückblenden meine natürlichen Feinde, also wenn ihr lesen wollt, wie ich mich aufrege, dann habt ihr nächste Woche die Chance dazu ;) )

Sabrina S. 

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