Freitag, 3. Oktober 2014

Charaktere in ihrer natürlichen Umgebung

Leser gewöhnen sich daran, dass sich die Buchcharaktere in einer bestimmten Umgebung aufhalten. Vor allem bei Reihen fällt es besonders auf, wenn die Hauptfigur (egal ob allein oder mit anderen) ihren Heimatort verlässt, um woanders Aufgaben zu erfüllen oder gar zu leben. Selbst bei Trilogien kommt das sehr häufig vor, was die Leser nicht immer begeistert.

Man muss nur mal "Die Tribute von Panem" als Beispiel hernehmen. Die ersten zwei Bände handeln von Katniss in der Arena der Hungerspiele. Im dritten Teil geht es dann (Achtung Spoiler!) um die Revolution im Land. Katniss befindet sich an wechselnden Orten wie Distrikt 12, 13 oder im Kapitol. Das heißt, nicht nur die Art der Handlung ändert sich (zum Kämpfen gezwungen werden und kämpfen wollen), sondern auch die Schauplätze. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum "Flammender Zorn" so kritisch gesehen wird von der Leserschaft.

Denn die Heimat oder die natürliche Umgebung der Protagonisten wird auch zur Heimat der Leser. Wir wollen sehen, wie unsere Lieblinge dort zurechtkommen, wie sie mit uns bereits bekannten Personen in Konflikte geraten oder sich neue Beziehungen entwickeln.

Denn was wäre Harry Potter ohne Hogwarts? Selbst als er mit Hermine und Ron die Horkruxe finden musste, führte ihn sein Weg wieder zurück. Und das ist auch extrem wichtig, weil uns inzwischen auch andere Figuren wie Ginny oder Neville so sehr ans Herz gewachsen sind, dass wir wissen wollen, was mit ihnen passiert.

Autoren sollten also extrem vorsichtig damit sein, ihre Protagonisten aus ihrer Heimat herauszureisen (außer ganz am Anfang, wenn ein neues Leben für die Hauptperson beginnt). Für manche Buchreihen ist es nämlich essentiell, dass die Handlung an einem Ort bleibt. Davon ausgenommen ist natürlich die High Fantasy, die meistens von den Reisen der Charaktere lebt (siehe "Herr der Ringe"). Oder Einzelbände, bei denen man sich nicht zu sehr an einen Ort und die dort lebenden Figuren gewöhnt - nicht mal bei einer Länge von 600 Seiten.

Vielleicht geht es ja auch nur mir so, aber ich kann mich mit neuen Umgebungen in Büchern nur schwer anfreunden. Wie steht es bei euch? Sehr ihr längerfristige Ortswechsel auch eher kritisch?
Würde mich über Kommentare freuen!

Sabrina S.

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