Dienstag, 3. September 2013

Rezension "Gebannt unter fremdem Himmel" von Veronica Rossi

Bild: www.oetinger.de
Ein Verstoß gegen das System reicht aus, um Aria aus ihrem Zuhause zu verbannen. Und das bringt sie in echte Lebensgefahr, da ihre Heimat eine sichere Kuppel war, in der alles hochtechnisiert und angeblich sicher ist. Die Außenwelt ist dagegen ist vor allem wegen der Ätherstürme gefährlich, die alles vernichten können.
Das lernt Aria, als sie auf Perry trifft. Dessen Neffe Talon wurde von den Siedlern entführt und jetzt tut er alles, um ihn zurückzubekommen. Derweil will Aria nur zu ihrer Mutter finden, die in einer anderen Kuppel arbeitet und zu der sie den Kontakt verloren hat.

Um ihre Ziele zu erreichen, schließen sich die beiden zusammen. Und dann passiert Ungeheueres: Sie verlieben sich ineinander …

Die Geschichte:
Die scheinbaren Fantasy-Elemente verleihen der ganzen dystopischen Atmosphäre etwas Unwirkliches, wobei die Idee mit der Kuppel, unter der sich die Menschen schützen, gar nicht ungewöhnlich ist (siehe "Memento - Die Überlebenden"). Dieses Szenario übt wohl einen gewissen Reiz aus. Und auch bei diesem Werk verfehlt es seine Wirkung nicht. Die Kontrastdarstellung zwischen der sicheren und der unsicheren Welt wird bei „Gebannt unter fremdem Himmel“ gut veranschaulicht.

Die Charaktere:
Die zwei Hauptfiguren verlieben sich zu schnell ineinander. Auf der einen Seite fürchtet sich Aria erst vor Perry, welcher in ihr nur ein Mittel zum Zweck sieht. Und als auf einmal Perrys Freund Roar auftaucht, scheint sich das Ganze zu ändern. Kaum noch Scheu voreinander und dann die Gefühle, die man kaum nachvollziehen kann. Es mag zwar eine Liebesgeschichte im Zentrum der ganzen Geschichte stehen, aber die erscheint etwas flach und kommt nicht überraschend. Zudem stehen ihnen kaum Hindernisse im Weg, erst gegen Ende tauchen Komplikationen auf.

Der Schreibstil:
Die Kritik, die hinter diesem ganzen System steht, wird auch hier mit einer schier unmöglichen Liebe dargestellt, wie es bei Dystopien für Jugendliche meistens der Fall ist. Und trotz jeglicher Verbote und Risiken kommen sich die beiden Hauptpersonen, aus deren Perspektiven meistens abwechselnd erzählt wird, immer näher. Die unterschiedlichen Ansichten von Aria und Perry werden durch jenen Wechsel gut veranschaulicht.

Mein Fazit:
Ich kann nur sagen, dass ich die ganze Idee ein wenig einfallslos finde. Die Ätherstürme sind mal etwas Neues und was es mit den extremen Sinnen auf sich hat, mag auch recht interessant zu lesen sein, aber sonst passierte nicht viel Überraschendes. Mich hat die Geschichte gar nicht mitgerissen, da war keine Tragik oder sonst etwas enthalen, das mich beispielsweise bei der „Cassia & Ky“-Trilogie fasziniert hat. Mir erschien die ganze Reise auch ein wenig zu einfach trotz der Kannibalen. Und so einige Charaktere, die für Aria oder Perry wichtig waren, fanden nur eine Erwähnung. Ich kann nur hoffen, dass sich das in den folgenden Bänden ändert.

(Nachträgliche Anmerkung: Der 2.Band ist schon ein wenig besser, aber auch nicht so gut, dass ich nach dem finalen Teil gegriffen habe. Eine weitere Dystopie-Trilogie nach "Memento", die ich nicht zu Ende gelesen habe.)
 
Weil mich „Gebannt unter fremdem Himmel“ nicht gerade von den Socken gehauen hat: eine 4

Sabrina S.


Erschienen bei Oetinger

ISBN-13: 978-3-7891-4620-6
Hardcover, 432 Seiten 

Preis: 17,95 € [D]

Originaltitel: Under the Never Sky

Bestellbar unter anderem bei Oetinger

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