Sonntag, 24. März 2013

Rezension "Rubinroter Schatten" von Jeaniene Frost

Bild: www.randomhouse.de
Die Privatdetektivin Kira Graceling begegnet durch Zufall dem ägyptischen Vampir Mencheres, was ihr Weltbild auf den Kopf stellt. Wegen des neu erworbenen Wissens um die Existenz übernatürlicher Kreaturen kann er sie nicht gehen lassen. Zumindest bis ihr Gedächtnis gelöscht worden ist, was ihm immer wieder misslingt. Obwohl Kira so schnell wie möglich in ihr altes Leben zurückkehren will, beginnt sie, Gefühle für Mencheres zu entwickeln. Da dieser jedoch all seinen Lebenswillen verloren hat, kann er es nicht riskieren, ihr nahe zu kommen.

Als sie dann aber in den uralten Konflikt von Mencheres und dessen Kontrahenten Radjedef hineingezogen wird, erkennen sie beide, dass ihre Schicksale wohl in Zukunft noch eng miteinander verbunden sein werden.

Die Geschichte:
Gleich zu Anfang wird bereits Spannung aufgebaut. Durch vampirische Auseinandersetzungen taucht man mitten in die Handlung ein. Besonders interssant wird es, wenn man sich die Entwicklung der Beziehung zwischen Mencheres und Kira genauer ansieht. Man fragt sich immer wieder, ob Mencheres sich nicht vielleicht doch für den Tod entscheidet, statt sich einer neuen Liebe zu öffnen. Durch dieses Hin und Her wird man regelrecht von der Geschichte gefesselt.
Inhaltlich ist die Geschichte sehr ausgeklügelt, was fast ein wenig in den Hintergrund rückt durch all die sexuellen Handlungen und Gedanken. Was ziemlich schade ist. Selbst in einem Dark Fantasy-Roman müssen meiner Meinung nach nicht unbedingt drei Sexszenen innerhalb von 100 Seiten vorkommen. In den anderen Büchern der Autorin spielen die sexuellen Vorlieben zwar ebenfalls eine Rolle, jedoch beschränkt es sich meistens auf ein oder höchstens zwei solcher Szenen.

Die Charaktere:
Man hat manchmal das Gefühl, dass die Autorin Vampire als Sexbesessene darstellt. Zu jeder möglichen Gelegenheit wird dieses Thema aufgegriffen. Dabei ist es egal, ob Liebe oder nur Begierde im Spiel ist. Und die ausführlichen Schilderungen können einem selbst schon einmal die Röte ins Gesicht schießen lassen. Allerdings ist dies wohl auf das Genre zurückzuführen. Trotzdem verlieren Mencherches und Kira dadurch ein wenig an Sympathie.
Empfehlenswert für jüngere Leser ist dieses Buch auf jeden Fall nicht.*

Der Schreibstil:
Der Perspektivenwechsel zwischen dem Vampir und der Sterblichen ist sehr passend für die Geschichte. Man bekommt Einsicht in das Gefühlschaos der zwei Hauptpersonen und kann mitfühlen, was in ihnen vorgeht und warum sie welche Entscheidung treffen.
Abgesehen davon liest es sich sehr schnell und flüssig.

Mein Fazit:
Insgesamt betrachtet ist „Rubinroter Schatten“ ein durchaus lesenswertes Buch. Vampirfans, die gerne auf die blutigsten Gemetzel stehen, kommen weniger auf ihre Kosten. Wenn man jedoch auf Liebesbeziehungen und Konflikte mit der modernen (Vampir-)Welt Wert legt, ist es durchaus zu empfehlen.

Mir persönlich ist das auch um einiges lieber, also würde ich dem Werk eine glatte 2 geben.

Sabrina S.


* Anmerkung: Auch andere Werke von Jeaniene Frost sind Lesern unter 14 Jahren nicht zu empfehlen.


Erschienen unter anderem bei Penhaligon Verlag

ISBN: 978-3-7645-3087-7
Gebunden, 400 Seiten

Preis: € 7,99 [D]

Originaltitel: Eternal Kiss of Darkness (Night Huntress World 2)

Bestellbar beispielsweise bei Random House oder Buch.de

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